Pegasus Pressetag 2020

Logo Brettgeschichte / Foto: Brettspielpoesie

Das letzte große Event vor der SPIEL ist immer der Pegasus Pressetag, zu dem sich normalerweise viele Medienschaffende auf den Weg nach Friedberg machen, um vor Ort die vielen Neuheiten im Programm von Pegasus Spiele kennen zu lernen. Da wir alle aufgrund der aktuellen Situation diese Reise nicht antreten konnten, brachte Pegasus das Event zu uns nach Hause. Vier Spieleneuheiten und lokale Spezialitäten kamen zuvor per Post, am Abend selbst trafen wir uns mit über 60 Teilnehmern in einer Zoom-Konferenz.

Es begann recht emotional, als Marketingleiter Peter Berneiser und Geschäftsführer Karsten Esser über das vergangene Jahr berichteten, welches viele Hürden mit sich brachte. Denen ist Pegasus gekonnt begegnet und hat sich viel ausgedacht, um die Krise zu bewältigen. Es gab Aktionen zur Stärkung des angeschlagenen Fachhandels, die Designer Days um Prototypen zu sichten oder die drei Ausgaben der Online-Convention Conspiracy, bei der zuletzt auch Brettspiele stärker im Fokus standen. Vom 27. – 29.11.2020 wird es übrigens die vierte Ausgabe davon geben.

Der nächste Programmpunkt beinhaltete Kurzvorstellungen aller Titel, die für dieses Jahr noch angekündigt sind. Corona hat dieses Jahr schon zu diversen Verschiebungen geführt, von daher sind auch die derzeitig geplanten Veröffentlichungstermine noch mit Vorsicht zu genießen. Zu diesem Zweck wurden Partner, Autoren oder auch Redakteure per Videokonferenz hinzu geschaltet, um Informationen aus erster Hand zu liefern. Technisch lief alles einwandfrei, dickes Lob an Pegasus Spiele dafür. Sogar eine virtuelle Firmenführung bot uns Peter mit Blicken hinter die Kulissen von Pegasus Spiele, zur kurzen Auflockerung zwischen den Spielevorstellungen.

Ich möchte an dieser Stelle gar nicht auf jedes einzelne erwähnte Spiel eingehen, aber auf das eine oder andere Highlight, auf welches ich mich besonders freue. Der einzige fremdsprachige Beitrag kam von Ignacy Trzewicek von Portal Games. Nachdem Detective zum Kennerspiel des Jahres nominiert wurde, haben sie nun einen möglichen Anwärter auf das Spiel des Jahres veröffentlicht, sagte er mit einem Augenzwinkern: Detective – Erste Fälle ist die familientaugliche Version mit kürzerer Spielzeit. Auch für Kennerspieler geht es weiter, mit Vienna Connection erscheint 2021 ein eigenständiges Spiel im Detective-Universum. Dabei verkörpern die Spieler Spione zur Zeit des Kalten Krieges. Hoffentlich wird Pegasus auch dieses Spiel in einer deutschen Version veröffentlichen.

Schlechter stehen die Chancen vielleicht für die Neuauflage der Schatzkiste aus dem Jahr 2015, die Portal Games nun mit aktualisiertem Inhalt auch außerhalb Deutschlands zugänglich machen wird. Noch interessanter könnte für Robinson Crusoe-Fans die nächste Ankündigung sein. Über Kickstarter soll eine große Sammlung an Szenarien für Robinson Crusoe als Buch ermöglicht werden. Die Szenarien sollen nach Zugänglichkeit sortiert sein, für eine Parte wird einfach eines ausgewählt und die jeweilige Seite aufgeschlagen, um loszulegen. Dabei soll für jede Art von Spielern etwas dabei sein, für Familien mit Kindern genauso wir für die Spieler, die sich erst richtig herausgefordert fühlen, wenn sie schon nach der ersten Aktion sterben können.

Als Autor wurde Ulrich Blum hinzugeschaltet, der für Doodle Dungeon verantwortlich ist. Das Flip’n’Write-Spiel, welches mir bereits auf der Spielwarenmesse ins Auge gefallen ist. Illustriert wurde es von John Kovalic, erinnert daher auf den ersten Blick sehr an Munchkin. Hier geht es aber nicht darum den Schatz zu klauen und seine Freunde zu hintergehen, stattdessen wollen wir als Dungeon den Helden das Leben schwer machen. Die Dungeon-Elemente zeichnen die Spieler im Verlauf des Spiel selber ein. Für künstlerisch weniger begabte Spieler werden für jeden Spieler kleine Schablonen beiliegen, so bekomme ich dieses Spiel hoffentlich auch problemlos in meinen Spielegruppen unter.

Redakteur Martin Zeeb stellte zum Schluss anstehende Kennerspiel-Veröffentlichungen vor. Ich möchte hier gerne ein Spiel erwähnen, von dem auf der Spielwarenmesse noch nicht gesprochen wurde. Cubitos klingt nach einem witzigen Rennspiel mit Würfeln, bei der ich statt meiner Lieblingsspielerfarbe gelb gerne weiß wählen werde, um mit den Schaffiguren spielen zu können.

Renature

Der offizielle Teil des Pegasus Pressetag endete mit einer gemeinsamen Partie Renature, der ersten Veröffentlichung des neu gegründeten Verlags Deep Print Games. Peter Eggert, einer der sechs Gesellschafter, erklärte die Spielregeln und in Friedberg wurde direkt eine Partie live gestreamt. Parallel konnte jeder Teilnehmer zu Hause spielen. Wir konnten der Regelerklärung nicht in Gänze folgen, da ich noch ein kurzes Gespräch mit Peter Berneiser vereinbart hatte. Wir fanden uns anschließend aber auch gut auf eigene Faust zurecht. Mit unserem mittlerweile eingetroffenen Mitspieler starteten wir in eine Partie zu dritt. Renature sieht durch die Dominos mit den niedlichen Tiergrafiken so harmlos aus, dahinter steckt aber ein knallhartes Gerangel um Mehrheiten. Das hat uns gut gefallen. Eine weitere Partie zu viert offenbarte, dass es dann zufälliger wird. Gespannt bin ich auf Partien zu zweit, da erwarte ich ein Hauen und Stechen um die Mehrheiten uns besten Plätze.

Renature Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie
Punktesalat

Der Tag war sehr lang, daher musste Bonfire noch warten und es folgte eine Partie Punktesalat. Auf dieses Spiel hatte ich auf der SPIEL’19 schon ein Auge geworfen, dann aber doch die Finger davon gelassen. Nun bin ich froh darüber, dass Pegasus sich dem kleinen Kartenspiel angenommen hat und eine deutsche Version heraus brachte. Die Karten in Punktesalat zeigen auf der Vorderseite eine von sechs Gemüsesorten, die Rückseiten tragen Wertungen. Ein Spieler am Zug nimmt entweder zwei der sechs ausliegenden Gemüsekarten oder eine Punktekarte, von einem der drei Stapel. Einmalig pro Zug darf eine Wertungskarte auf die Gemüseseite gedreht werden, in die andere Richtung funktioniert dies aber nicht. Das geschieht reihum solange bis alle Karten verteilt sind.

Punktesalat Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Dann erhalten die Spieler Punkte nach den Vorgaben ihrer gesammelten Wertungskarten, die sich auf die eigene Gemüseauslage beziehen. Wer die meisten Punkte sammeln konnte, gewinnt. Es ist so gut, wie simpel. Ich mag das Spiel, auch wenn es recht glückslastig ist. Es können nämlich zufällig genau solche Wertungen aufgedeckt werden, die der nachfolgende Spieler perfekt gebrauchen kann. Eine Partie dauert aber wirklich nicht lange und eine Revanche daher nicht selten. Gespannt bin ich, ob dieses Spiel sich als Absacker in meinen Spielerunden etablieren kann.

MicroMacro

Nach der Postkartenaktion, von der ich euch bereits berichtete, war bereits einiges über die Neuheit der Edition Spielwiese von Autor Johannes Sich bekannt. Pegasus stellte allen Teilnehmenden Vorabexemplare zur Verfügung. Somit können wir uns nun den 16 enthaltenen Kriminalfällen mit aufsteigendem Schwierigkeitsgrad widmen. Es liegt ein Poster mit einem großen, schwarz-weißen Wimmelbild bei, auf dem viele unterschiedliche Geschichten zu entdecken sind. Ich finde die Spielidee noch immer großartig, allerdings war es zu dritt schon schwierig, den Plan auf dem Tisch gut einzusehen. Wir überlegen ob wir das Bild für weitere Partien irgendwie an die Wand bekommen, wie es die Anleitung empfiehlt. Die ersten Fälle waren noch relativ schnell und einfach zu lösen, ich bin gespannt was uns noch erwartet und hoffe auf kniffligere Kriminalfälle.

MicroMacro Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie
Bonfire

Bonfire haben wir am Abend des Pressetags nicht mehr geschafft. Ein Ersteindruck wird von mir dazu noch separat veröffentlicht.

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