Selbst in kriegerischen Zeiten
soll Weihnachten Frieden verbreiten
auch wenn er nur hält für eine Nacht
so hat er etwas wunderbares vollbracht
die Menschen einander näher gebracht
und für einen Moment vollkommen glücklich gemacht.
Kategorie: Brettgeschichten
Weihnachtslieder erklingen
dabei den Markt durchdringen
Christbaumkugeln glitzern
Jeder hat hier etwas gern.
Ob Mandeln oder Glühwein
Lumumba bei Kerzenschein
oder einfach Handwerkskunst
steht in so mancher Gunst.
Dabei wird gerne vergessen
es geht nicht nur ums Essen
lasst euch doch bitte nicht stressen
und den Sinn der Weihnacht vergessen.

Sollte ich irgendwann mal im Lotto gewinnen, würde ich mir gerne den Traum von einem eigenen Brettspielcafé erfüllen. Denn in Braunschweig gibt es weder einen richtig guten Laden, in dem Spiele erworben werden können, noch eine Lokalität, wo gespielt und ausgeliehen werden kann. Ja, es gibt eine kleine Eckkneipe im Uni-Viertel, wo man zum Spielen hingehen kann und sie haben auch das ein oder andere speckige Tabu oder Wizard vorrätig. Aber es gibt keinen Ort, wo all dies zusammen kommt. Einen Ort, zu dem man gerne geht, um Leute zu treffen, Spiele zu spielen und den einen oder anderen Titel für zu Hause zu erwerben.

Freitagnachmittag, kurz vor Feierabend. Ich spreche mit einer Kollegin über das bevor stehende Wochenende. Sie fragt mich “Und, was liegt bei Dir am Wochenende an?”. Vorfreudig erzähle ich ihr von einer Veranstaltung im Jungendzentrum Neustadtmühle, bei der den ganzen Tag gespielt werden kann. Verdutzt fragt sie mich: “Kannst Du das nicht jeden Samstag machen, genug Spiele hast Du doch zu Hause!?” Natürlich könnte ich das, in der Theorie. Aber da kommt immer so viel dazwischen: Einkauf, Essen kochen, Haushalt, etc. Wenn aber solch eine Veranstaltung fast vor der eigenen Haustür statt findet, geht man da natürlich hin, man möchte das liebste Hobby ja verbreiten. Und so haben wir einigen Freunden ebenfalls Bescheid gegeben, sie könnten doch mit ihren Kiddies dazu kommen. Und einige sind unserer Einladung gefolgt.

Asmodee hat es dieses Jahr groß beworben: “Great Games, amazing Stories” wollen Sie ihren Kunden bieten. Auch Ignacy Trzewik von Portal Games schreibt über “Boardgames that tell stories”. Die Trends der vergangenen Jahre bestätigen dies: Das Legacy-Prinzip, bei dem das Spiel durch die Entscheidungen der Spieler individuell angepasst wird, erfreut massenweise Spieler auf der ganzen Welt. Doch gab es vor diesem Trend bereits ein Kennerspiel, welches seine Faszination zu einem großen Teil aus der Geschichte zieht, die um das Spiel herum erdacht wurde. Gemeint ist natürlich Die Legenden von Andor. Gespielt werden unterschiedliche Kampagnen, Legenden genannt, die man kooperativ erst einmal meistern muss, bevor sich ins nächste Abenteuer gestürzt wird. Insgesamt 17 offizielle Legenden enthalten die drei großen Spiele. Dazwischen gab es immer mal wieder kleinere Schachteln mit weiteren Helden oder Legenden und einzelne Bonus-Legenden. Daneben nicht zu vergessen viele Fan-Legenden. Zum Abschluss und als Dankeschön an die Fans wurde nun noch diese Bonus-Box veröffentlicht.

Was benötigt ein Spiel, um ein Spiel zu sein? In letzter Zeit höre ich häufiger die Frage danach, ob es sich “tatsächlich noch um ein Spiel” handelt. Zum Beispiel bei den vielen Exit/Escape Room-Umsetzungen für zu Hause, wird angezweifelt, ob es sich Spiel bezeichnen darf oder eher eine Aneinanderreihung von Rätseln mit mehr oder weniger Geschichte drum herum zu sein vermag. Ich erinnere mich daran, dass ich bei der Klask-Rezension bereits auf der Suche nach der Definition eines Brettspiels war. Auch da stand die Frage im Raum, wie viel ein Geschicklichkeitsspiel noch mit einem Brettspiel zu tun hat. Im Endeffekt sollen die Spieler Spaß haben, ich denke dabei sollte man nicht zu sehr in Schubladen denken. Wikipedia definiert ein Gesellschaftsspiel als “ein (…) von zwei oder mehr Personen unternommenen Zeitvertreib zum Zwecke des Vergnügens”. Zeitvertreib zum Vergnügen klingt passend, aber warum müssen sich dafür mindestens zwei Personen zusammen finden? Ich habe eher das Gefühl, dass Solo-Spiele immer beliebter werden. Und über eine Reihe solcher Solo-Spiele möchte ich heute gerne berichten.

Ich bin nun langsam wieder im Alltag angekommen und versuche die Eindrücke der diesjährigen Spiel zu verarbeiten. Die fünf Tage fühlten sich gar nicht so an, unsere Körper haben das besser ausgehalten als erwartet, die Zeit verstrich wie im Flug. Natürlich hatten wir mit den typischen Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Heiserkeit und körperlicher Erschöpfung zu kämpfen, aber es hat sich gelohnt. Viele Menschen konnten wir in der Zeit treffen, aber viele leider auch nicht oder nur kurz von Weitem. Wenn es danach ginge, müsste die Messe noch viel länger andauern. Seht dies als Gruß an alle die ich getroffen habe oder auch nicht, auf das man beim nächsten Aufeinandertreffen mehr Zeit füreinander hat.

Mit einem Tag Verzögerung möchte ich euch gerne noch von meinen weiteren Erlebnissen auf der Spiel’17 berichten. Der Sonntag war für uns ein kurzer Tag, bei dem wir nur bis zum frühen Nachmittag in Essen verweilen wollten. Körperlich ging es uns nach vier anstrengenden Tagen zwar noch wesentlich besser als befürchtet, aber die vergangenen Tage und der wenige Schlaf machten sich nun doch langsam bemerkbar. Zudem wartete zu Hause noch eine kleine Familienfeier auf uns, zu der wir später dazu stoßen wollten.

Gerade zurück vom wirklich angenehmen und interessanten, wenn auch extrem lauten, Bloggertreffen (vielen Dank an Mathias Nagy für die Planung), verfasse ich nun noch ein paar Zeilen für euch. Heute hatte ich wieder den einen oder anderen Pressetermin, bei dem mir diverse Spiele kurz vorgestellt wurden. Ich selber bin heute gar nicht so viel zum Spielen bekommen, aber ich habe da ja noch etwas von gestern offen. Freut euch auf Kurzberichte zu Spielen von moses, Huch!, Blue Orange Games, Amigo und Zoch.

Wie ihr vielleicht auf Instagram gesehen habt, wurde heute auf der Spiel viel von mir (an)gespielt oder wurde mir kurz vorgestellt, dafür habe ich weniger mitgenommen. In dieser Brettgeschichte geht es daher nur um Ersteindrücke und interessante Infos der Verlage. Freut euch auf Informationen zu ASS Altenburger, Mogel Verlag, Game Factory, Ravensburger, Schmidt Spiele/ Hans im Glück und Mozi Games. Sollte ich aufgrund der fortgeschrittenen Zeit jetzt etwas versehentlich unterschlagen, lest ihr auf jeden Fall in den nächsten Tagen davon.
