Dackel drauf!

Dackel Drauf! Cover

Cover / Foto: Ravensburger

Ich schwenke meinen Blick über die Karten, versuche gleiche Tiere im Kopf zusammenzulegen: Zwei Enten, zwei Schweine, zwei Schafe…ohh, wie süß! Halt, Konzentration! Zwei Enten, zwei Schweine, zwei Schafe, eine Ente, eine Katze, eine Maus und ein Hase. Nochmal: Zwei Enten, zwei Schweine, zwei Schafe, eine Ente,… – „Karten hinlegen!“ ruft der Startspieler. …, eine Katze, eine Maus, ein Hase, kann ich mich noch erinnern, während die Würfel klappern. Der Deckel hebt sich, ich schaue mir die Würfel an: Oh, vier Schafe, wie süß. Halt, Konzentration! Daneben sind drei Schweine, zwei Mäuse, zwei Dackel, eine Katze, ein Pferd, eine Ente und eine Kuh zu sehen. Also, vier Schafe, drei Schweine, zwei Katzen, zwei Dackel, eine Maus, ein Pferd, eine Ente und eine Kuh. Schafe und Schweine stehen reichlich zur Verfügung, Ente, Katze und Maus auch vorhanden, kein Hase! Ganz wichtig: KEIN Hase! Der Dackel, äh Deckel, ist wieder drauf und der Startspieler legt eine Ente. Also keine Ente mehr für mich. Der nächste Spieler legt eine Katze, also werde ich auch diese Karte nicht los. Ich spiele zunächst ein Schaf… – So ähnlich könnten die Gedankengänge während einer Partie Dackel drauf! beginnen. Was sich genau dahinter verbirgt, erfahrt ihr in dieser Rezension.

Spielmaterial:

Die 15 Würfel zeigen neun verschiedene Tiere, diese Tiere befinden auch auch auf den 90 Karten mit verschieden farbigen Hintergründen, von denen ein Spieler 18 bekommt. Es sind noch 9 Sonderkarten sowie eine Übersichtskarte enthalten und die Schachtel wird aktiv in das Spielgeschehen eingebunden.

Spielmechanismus:

Die Spieler wollen ihre Spielkarten loswerden. In jeder Runde nehmen sie sich die obersten 10 ihrer Handkarten. Diese dürfen in der Reihenfolge nicht verändert werden, die abgebildeten Tiere sollten gut eingeprägt werden. Auf Kommando des Startspielers werden die Karten zur Seite gelegt, die Spieleschachtel mit den Würfeln gut durchgeschüttelt und der Deckel zur Einsicht abgenommen. Alle Spieler können sich nun die Tiere einprägen, welche die Würfel zeigen, bis der Startspieler den Deckel wieder aufsetzt. Dann erst werden reihum die Handkarten ausgespielt, bis alle Spieler gepasst und ihre Handkarten zurück auf den Stapel gelegt haben. Nun wird es spannend, sind für alle Tierkarten auch entsprechende Würfel vorhanden?

Dackel Drauf! Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Wenn ja, werden die ausgespielten Karten entfernt und die Spieler ziehen wieder 10 Karten von ihrem eigenen Stapel (oder weniger, wenn nicht mehr ausreichend vorhanden sind). Gab es auch nur zu einer Karte keinen passenden Tierwürfel, müssen alle Karten von diesem Spieler zurück auf die Hand genommen werden. Zudem darf der Spieler eine Sonderkarte ziehen. Eine solche Karte erlaubt es einmalig entweder eine Tierkarte verdeckt oder zwei Tierkarten direkt hintereinander zu legen. Oder sie kann als Jokerwürfel eingesetzt werden, der einen nicht vorhandenen Tierwürfel bei der Auswertung ersetzt.

Dackel Drauf! Sonderkarten

Sonderkarten / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Nach jeder Runde wird die Anzahl Handkarten der Spieler überprüft. Hat mindestens ein Spieler höchstens noch so viele Handkarten übrig, wie die Übersichtskarte für die jeweilige Spielerzahl zeigt, endet die Partie. Es gewinnt der Spieler mit den wenigsten Handkarten.

Spieleranzahl:

Die Anzahl der übrigen Handkarten für das Spielende ist gut gewählt, sodass die Partien mit jeder Spielerzahl in etwa gleich lang dauern. Je mehr Mitspieler, desto interessanter werden die Partien. Dann sind es mehr Spieler zwischen den eigenen Zügen, so wird es unberechenbar und das macht den Reiz aus.

Glücksfaktor?

Die Karten und Würfel sind zufällige Elemente, wie die Würfelergebnisse zu den eigenen gezogenen Handkarten passen ist daher recht glückslastig. Besonders zum Ende des Spiels, wenn die Spieler immer weniger Karten zur Auswahl haben. Dann kann der Spieler gewinnen, bei dem die Karten gerade besser zu den Würfeln passen. Bei der kurzen Spielzeit, gibt es einfach eine schnelle Revanche. Wobei, vielleicht lieber beim nächsten Mal, denn das Hirn wird schon ordentlich gefordert.

Fazit:

Ich wurde durch die niedlichen Schaf-Würfel auf das Spiel aufmerksam. Leider lasse ich mich davon zu gerne ablenken. Nutze dies jedenfalls gerne als Ausrede, warum ich mal wieder die falschen Karten gelegt habe ;-) Das Memory-Prinzip wurde hier, wie auch schon beim Memoarrr!, gekonnt aufgefrischt. Sich nur die eigenen Handkarten oder nur die Würfel zu merken, wäre ja viel zu einfach, die Kombination macht es aus. Und im Endspurt einer Runde verknotet sich dann alles im Kopf, waren das zwei Handkarten oder zwei Würfel zu diesem Tier oder gar beides? Es ist nur schwer möglich sich alle Karten und Würfel exakt zu merken, daher spielt auch ein bisschen Zockerei hinein. Man könnte zwar einfach immer nach einer oder zwei ausgespielten Karten bereits passen, aber so bleibt man auch weit entfernt vom Spielziel. Zumindest wenn die Mitspieler mehr abgrasen können. Doch vielleicht liegen sie auch falsch und bekommen alle Karten zurück auf die Hand…

Auf Risiko zu gehen kann sich lohnen. Wenn man falsch liegt, bekommt man immerhin eine Sonderkarte zur Kompensation. Die sind alle lukrativ, zwei Karten hintereinander zu spielen, solange die Tiere noch im Kopf sind oder einen fehlenden Würfel mit einem Lächeln und der entsprechenden Karte abzuwehren. Verdeckt gespielte Karten bringen etwas Würze in die Partie, denn nun wissen die Mitspieler nicht mehr genau, welche Tiere in dieser Runde noch zur Verfügung stehen. Entweder sie steigen daher früh aus oder machen unbewusst Fehler, beides kann helfen bei den ausgespielten Karten aufzuholen. Sollte man in der Folgerunde selbst Startspieler sein, braucht man sich die Karten nicht lange anzuschauen, man kennt sie ja aus der letzten Runde. Die Mitspieler werden sich in kurzer Zeit jedoch nicht viel einprägen können.

Ein schnell gespieltes Familienspiel für alle Altersklassen, bei dem man aufgezeigt bekommt, wie schwierig es doch ist sich über mehrere Runden Karten und Würfel-Symbole zu merken. Die niedliche Gestaltung ergänzt das gute Spielgefühl. Eine Partie ist ein Wechselbad der Gefühle: Erinnere ich mich richtig? War da nicht doch dieses eine Tier? Warum nur spielt mein Mitspieler denn als erstes genau diese Karte, bei der ich mir so sicher war!? War da vielleicht noch ein zweites Tier von da?

Ich möchte dieses Spiel immer mal wieder gerne spielen, mehr als eine Partie am Stück wird jedoch schwierig. Es fällt ja schon schwer sich dabei über mehrere Runden auf das Gedächtnis zu verlassen. Daher mehr ein Aufwärmer als ein Absacker, wenn die Gehirnzellen noch auf Hochtouren laufen.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Ravensburger
Autor(en): Carlo A. Rossi
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 2 – 5 Spieler
Dauer: ca. 20 Minuten

Vielen Dank an Ravensburger für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

Ähnliche Artikel:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.