Was gibt’s zu Essen? – No.1

Was gibts zu Essen Logo

Logo / Foto: Brettspielpoesie

„Was gibt’s zu essen“? – Diese Frage wird sicher in vielen Haushalten tagein, tagaus gestellt. Und auch ich möchte mich dieser Frage nun vermehrt annehmen. Doch bezieht sich die Frage an dieser Stelle nicht auf die Nahrungsaufnahme, sondern auf Neuerscheinungen auf der kommenden Veranstaltung Internationale Spieletage in Essen. Daher auch das große ‚E‘ im Titel ;-) Ich werde euch in unregelmäßigen Abständen über ausgewählte Herbst-Neuheiten informieren. Wie bereits im vergangenen Jahr werde ich die Pressetage von Corax Games, Queen Games, Kosmos und Pegasus Spiele in den kommenden Monaten besuchen und natürlich ausführlich davon berichten. Aber daneben möchte ich einfach ab und an meine Gedanken zu bestimmten Spielen teilen, die ich erwähnenswert empfinde.

Der Verlag Ostia Spiele hat uns zu einer gemeinsamen Partie Viroid eingeladen. Wir sind der Einladung gerne gefolgt, um das Erstlingswerk von Malte Meinecke in Augenschein nehmen zu können, welches unter der Marke Danta-Spiele erscheinen wird. Diese Marke  soll ein Zeichen für Strategie- und komplexere Spiele setzen, geplant ist eine Veröffentlichung pro Jahr, mit kleinen Auflagen von 100 – 1.000 Stück, bei denen noch einiges in Handarbeit produziert wird. Doch nun zum Spiel selbst: Man kann es sich grob wie ein umgekehrtes Pandemie vorstellen. Anstatt die Welt von einem tödlichen Virus zu befreien, sind wir selbst Virenstämme, die sich auf der ganzen Welt ausbreiten und die Menschheit vernichten möchten. Der Rundenablauf ist eingängig und schnell erlernt. Jeder Zug beginnt damit, eine Karte zu ziehen und die Auswirkungen abzuhandeln. Die Karten bringen DNS-Punkte ein, quasi die Währung in diesem Spiel. Zusätzlich bringen sie später im Spiel negative Effekte mit sich, Heilungen für bestimmte Orte oder Straßen- bzw. Hafensperren, während die Anzahl der DNS-Punkte über die Karten im weiteren Spielverlauf sinkt. Wird in einer Stadt der letzte Infizierte geheilt, ist dies ein Erfolg für die Pharma-Industrie und der Forschungsmarker bewegt sich auf den Heilmittelmarker zu.

Viroid Heilmittelmarker

Heilmittel-/ Forschungsmarker (Prototyp!) / Foto: Brettspielpoesie

Dann darf man entsprechend der Werte des eigenen Spielertableaus, seinen Erreger verbreiten, also Klötzchen in die Städte setzen. Diese Klötzchen zählen als infizierte Personen. Auf den Bildern des Prototypen sind noch Figuren zu sehen, was stimmiger wäre, aber wegen der besseren Übersichtlichkeit werden es Holzklötzchen werden. DNS-Punkte sind erforderlich, um den eigenen Erreger zu verbessern. Erreger können Resistenzen gegen Kälte, Hitze und Medikamente entwickeln, was in manchen Regionen erforderlich ist, um dorthin zu gelangen. Zudem können sie sich mittels verschiedene Überträger ausbreiten und Vögel, Boote und Flugzeuge dienen zur Überbrückung weiterer Strecken, da sich ein Erreger im Normalfall nur in angrenzende Gebiete ausbreiten kann. In der letzten Phase eines Zuges wird gewürfelt, um zu ermitteln, wie viele Infizierte durch den Erreger sterben. Eine Stadt, in der sich auf allen verfügbaren Plätzen Leichen befinden, gilt als ausgelöscht und wird nicht mehr von Ereigniskarten betroffen. Sie behindert aber auch die Ausbreitung, da dies nur über Orte geschehen kann, an denen ein eigener Erreger vertreten ist.

Viroid Spielsituation

Spielsituation (Prototyp!) / Foto: Brettspielpoesie

Und so versuchen die Spieler bis zum Ende der Partie an jedem Ort mit mindestens einem Erreger vertreten zu sein und alle erforderlichen Leichen in den vier Gebieten platziert zu haben, um die Partie zu gewinnen. Wird zuvor der Ereigniskartenstapel aufgebraucht, ist dies nicht gelungen. Ebenfalls sieglos endet die Partie, wenn der Forschungsmarker den Heilmittelmarker erreicht oder wenn ein oder zwei Spieler keine Infizierten mehr auf dem Spielfeld besitzen und sozusagen selbst ausgelöscht wurden. Das Spielmaterial bietet viel Abwechslung, verschiedene Erreger können vor der Partie gewählt werden, über den Ereigniskartenstapel kann der Schwierigkeitsgrad angepasst werden. Durch Ortsplättchen können die Städte und deren erforderliche Anzahl an Infizierten an die Spielerzahl angepasst werden. Nach der ersten Partie hatte ich das Gefühl, das die Mechanismen gut ineinander greifen. Ein Spieler kann sich nicht um alles alleine kümmern, die Spieler sollten sich gemeinsam überlegen wer, zu welchem Zeitpunkt, worin investiert, um eine Partie zu gewinnen.

Viroid Detailansicht

Detailansicht (Prototyp!) / Foto: Brettspielpoesie

Auf der Facebook-Seite des Verlags gibt es erste Einblicke in die finale Grafik. Das Spiel wird für 100€ angeboten und kann bereits vorbestellt werden. Aufgrund der aufwändigen Eigenproduktion kann nur eine kleine Menge mit nach Essen gebracht werden, maximal wird es nur 200 Exemplare geben. Spielplan und Spielertableaus werden auch im Endprodukt nicht aus Pappe gefertigt, sondern sind bedruckte Spielmatten, wodurch das Spiel in einer Rolle ausgeliefert werden kann. Wer jetzt Lust darauf bekommen hat, kann das Spiel hier im Shop direkt vorbestellen.

—–

Eine Sache über die mich gleichzeitig ärgere und auch ein wenig freue, ist die Verkündung der mittlerweile zwölften (!) Erweiterung zum Spiel des Jahres aus dem Jahr 2009, Dominion. Die neunte Erweiterung Abenteuer fühlte sich bereits nach einem Ende der Serie an, sie konnte nicht mehr so wirklich überzeugen, doch dann wurde mit Empires eine der besten Dominion-Erweiterungen nachgelegt. Auf Nocturne warte ich schon sehr gespannt, was ich davon bereits bei der BerlinCon erhaschen konnte, klang interessant. Und kaum ist die elfte Erweiterung in den ersten Läden zu finden, legt Rio Grande bereits nach. Dominion Renaissance soll die neueste Erweiterung im Original heißen und auf englisch zur Spiel erscheinen. Das wäre ja alles gar nicht so schlimm, wenn ich nicht seit Ewigkeiten auf die Neuauflagen der seit langer Zeit vergriffenen Erweiterungen Dark Ages und Hinterlands warten würde :-( So ist nun davon auszugehen mit Dominion Renaissance bereits eine ASS-Veröffentlichung für 2019 zu kennen, wodurch die Neuauflagen der beiden vergriffenen Erweiterungen sicherlich wieder in die Ferne rücken. Genauso wie es auch in den vergangenen Jahren gekommen ist, weil dem Autor immer wieder neue Ideen kommen. Es ist eben Fluch und Segen zugleich…

—–

Vor zwei Jahren erschien beim italienischen Verlag dV Giochi das Spiel 13 Clues. Es trägt zwar den Namen Sherlock Holmes weder im Titel, noch ist auf der Verpackung etwas davon zu lesen, doch es erinnert unweigerlich an den berühmten Meisterdetektiv. Und diesen Herbst erscheint endlich eine deutsche Version mit dem Titel 13 Indizien bei Games Factory. Dafür gab es ein komplett neues Cover-Bild vom gleichen Illustrator, vielleicht um eine andere Zielgruppe anzusprechen. Das vorherige Cover fand ich nicht schlecht, wirkte auf den ersten Blick aber vielleicht nicht ganz so erwachsen, wie die neue Grafik. Es handelt sich dabei um ein logisches Deduktionsspiel. So etwas hatten wir im vergangenen Jahrgang erst mit Black Stories Investigation oder Schnurrlock Holmes, aber vielleicht macht dieses Spiel ja etwas anders und kann sich daher besser durchsetzen. Ich freue mich jedenfalls auf das Erkunden dieser deutschen Lokalisation.

—–

Das soll es für heute erst einmal gewesen sein. Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig Appetit auf die aufgeführten Neuheiten machen. Gerne dürft ihr mir in den Kommentaren verraten, welche Neuheit ihr kaum erwarten könnt.

Ähnliche Artikel:

Ein Gedanke zu “Was gibt’s zu Essen? – No.1

  1. Pingback: Spiel’18 – Tag 4 | Brettspielpoesie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.