Ladybohn

Ladybohn Cover

Cover / Foto: Amigo Spiele

Erstmalig erschien 2002 eine Bohnanza-Erweiterung  unter diesem Titel bei Lookout Spiele, die ja bekanntlich mehrere limitierte Bohnanza-Erweiterungen veröffentlichten. In dieser Erweiterung wurde zwischen weiblichen und männlichen Bohnen unterschieden und es gab besondere Schminkbohnen. Fünf Jahre später griff Amigo Spiele diese Idee mit dem eigenständigen Spiel Ladybohn auf. Die Schminkbohnen wurden durch Babybohnen ersetzt. Im Zuge der neuen, durchnummerierten Bohnanza-Serie brachte Amigo Spiele im vergangenen Herbst erneut das eigenständige Bohnanza-Spiel Ladybohn mit aktualisierter Cover-Grafik heraus. In dieser Rezension stelle ich euch diese aktuelle Variante vor.

Spielmaterial:

Die 110 Spielkarten zeigen acht verschiedene Bohnensorten. Aber in diesem Falle sind bei jeder Sorte einige weibliche Bohnen und einige Babies dabei. Zudem sind, wie aus der neuen Serie bekannt, fünf Bohnenfeld-Ablagen enthalten. Diese zeigen zwei Felder auf der einen und drei auf der anderen Seite. Eine Ablage wurde mit einem Startspieler-Symbol markiert, das erspart die separate Startspielerkarte.

Spielmechanismus:

Die Grundregeln aus Bohnanza gelten weiterhin: Karten werden in der gezogenen Reihenfolge auf die Hand genommen und von vorne ausgespielt. Ein Zug besteht aus folgenden Phasen: Vorderste Bohne(n) anpflanzen – Karten aufdecken und handeln – gehandelte Karten anbauen – Karten nachziehen. Jederzeit darf sich ein Spieler entscheiden die Bohnen zu verkaufen, es zählt der Preis auf dem Bohnometer der obersten Karte. Bei dieser Version kommen zwei Besonderheiten hinzu: Babybohnen haben keinen Bohnometer, der Spieler geht beim Ernten also leer aus, wenn ein Baby oben auf liegt – unabhängig von der Anzahl Bohnenkarten auf diesem Feld. Erhält man ein Baby durch Handel, darf man das Feld nicht zuvor ernten, sondern muss das Baby auf die bestehende Kartenreihe legen. Weibliche Bohnen haben ein etwas lukrativeres Bohnometer als die Herren der Schöpfung. Immer wenn ein Baby angepflanzt wird, ruft es nach seiner Mama und holt eine weibliche Bohne, wenn vorhanden, um bis zu zwei Karten nach vorne. Beim Handel wird nur über Bohnensorten gesprochen, zu männlich, weiblich oder Baby darf keine Aussage getroffen werden.

Ladybohn Spielkarten

Spielkarten / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Sobald der Nachziehstapel zum dritten Mal aufgebraucht wurde, endet das Spiel. Passiert dies in der Handelsphase wird diese inklusive dem anschließenden Anbau noch zu Ende gespielt. Alle Spieler dürfen dann noch bestehende Felder ernten. Es gewinnt, wer mit seinen Bohnen das meiste Geld einnehmen konnte.

Spieleranzahl:

Diese eigenständige Bohnanza-Variante ist für 3 bis 5 Spieler geeignet. Nur im Spiel zu dritt wird die Seite mit drei Bohnenfeldern der Bohnenfeld-Ablagen verwendet, sonst hat jeder Spieler genau zwei Bohnenfelder zur Verfügung. Es ist nicht mehr möglich ein drittes Bohnenfeld hinzu zu bekommen. Umso mehr Spieler, desto interessanter wird die Handlungsphase.

Glücksfaktor?

Ähnlich wie beim Original ist für dieses taktische Kartenspiel eine gute Mischung aus Glück und Handelsgeschick erforderlich. Was aber neu ist, ist die Risikoabschätzung beim Handel. Eine Babybohne vorgesetzt zu bekommen, kann ärgerlich sein. Besonders wenn man keine Dame in der Nähe hat und demnächst ernten muss. Wem kann man denn nun noch beim Handeln trauen? Doch kann dies auch als taktisches Element angesehen werden. Wer darauf achtet, wie viele Damen und Babys bereits gespielt wurden, kann die Wahrscheinlichkeiten besser abschätzen.

Fazit:

Wie auch schon beim Original finde ich das grundsätzliche Spielprinzip toll. Die Damen- und Babybohnen bringen etwas Abwechslung hinein, machen es aber nicht zwangsläufig besser. Zu unkalkulierbar fühlt sich das Handeln nun manches Mal an. Durch die neuen Bohnen spielt sich Ladybohn nur ein wenig anders, mit kleinen Änderungen, die schnell ins Blut übergehen. Es passt sowohl „thematisch“ mit der kleinen Bohnen-Familie als auch mechanisch. Ein Baby nutzt dem Spieler alleine nichts, es ermöglicht aber eine Dame mit dem besseren Bohnometer für höheren Ertrag nach vorne zu bekommen. Solche Überlegungen sollten auch in die Abwägungen beim Handel einbezogen werden.

Für Bohnanza-Liebhaber als Abwechslung durchaus zu empfehlen, sollte Neulingen zunächst das Grundspiel ausreichen. Das wäre dann auch besser mit den meisten existierenden Erweiterungen kombinierbar.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Amigo Spiele
Autor(en): Uwe Rosenberg
Erscheinungsjahr: 2017 (2007)
Spieleranzahl: 3 – 5 Spieler
Dauer: 45 Minuten

Vielen Dank an Amigo Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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