Marco Bohno

Marco Bohno Cover

Cover / Foto: Amigo Spiele

Nach Ladybohn im Herbst 2017, erschien bereits zu Beginn diesen Jahres wieder was Neues für die Bohnanza-Reihe: Die Erweiterung Marco Bohno. Doch wirklich neu ist sie nicht, genau genommen handelt es sich um eine Neuauflage von Bohnröschen aus dem Jahr 2007. Damals sollte man das schlafende Bohnröschen wach küssen, musste aber zuvor diverse Aufgaben erledigen, um zu ihrem Schlafgemach zu gelangen. Dieses Thema gefiel dem Autor nicht mehr, er wollte etwas moderneres daraus machen. Und so ziehen die Spieler nun u.a. als Indiana Bohns, Neil Armbohn, Galileo Galibohn, Alexander von Humbohn oder eben Marco Bohno los und stürzen sich in Abenteuer entlang der chinesischen Mauer. Diese Erweiterung kann mit dem Grundspiel, sogar bei Einsatz des Erweiterungs-Sets, und mit Ladybohn kombiniert werden.

Spielmaterial:

Enthalten sind 31 Aufgabenkarten, davon jeweils zwei nur für die Kombination mit Ladybohn und für das Grundspiel mit dem Erweiterungs-Set. Zusätzlich eine Start- und Zielkarte und acht Bohnenfiguren mit Standfüßen, die bekannte Persönlichkeiten repräsentieren.

Spielmechanismus:

In einer Partie ab drei Spielern werden 20 zufällige Aufgabenkarten verwendet. Die ersten vier liegen zu Beginn offen, die Spieler starten mit den gewählten Spielfiguren auf der Startkarte. Dann wird Bohnanza oder Ladybohn nach den bekannten Regeln gespielt. Neben dem ernten der Bohnenfelder versuchen die Spieler vor allem die Aufgaben auf den Karten zu erfüllen und mit ihrer Spielfigur die Zielkarte zu erreichen. Die Aufgaben beziehen sich auf bestimmte Ereignisse im Spiel, manche auf vorgegebene Bohnensorten bei den Spielern, manche können nur in den angegebenen Phasen erreicht werden.

Marco Bohno Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Sobald eine Aufgabenkarte erfüllt wurde, muss man dieses den Mitspielern mitteilen und darf auf die folgende Karte ziehen. Das muss nicht zwangsläufig im eigenen Zug passieren. Schreitet der Spieler an vorderster Position voran, wird eine neue Karte aufgedeckt, sodass er immer die folgenden einsehen kann. Als aktiver Spieler hat man jederzeit im eigenen Zug die Möglichkeit Bohnentaler auszugeben, um Karten zu überspringen und ggf. folgende Aufgaben zu erfüllen. Es gibt eine neue Phase nachdem ein Spieler neue Karten aufgenommen hat, in der alle Spieler solche Tribute zahlen dürfen, um Aufgaben zu überspringen. In dieser Phase darf jedoch nicht geerntet werden.

Spielende:

Das Spielende wird mit dieser Erweiterung nicht mehr durch einen leeren Nachziehstapel ausgelöst, sondern durch das Erreichen der Zielkarte. Alle Spieler ernten noch ihre aktuellen Felder. Wer die Zielkarte noch nicht erreicht hat, zahlt nun solange Tribute bis er ebenfalls auf der Zielkarte steht. Sieger wird, wer am meisten Geld besitzt.

Spieleranzahl:

Die Aufgaben führen dazu, dass sich sowohl Bohnanza als auch Ladybohn mit dieser Erweiterung sogar alleine oder zu zweit spielen lassen. Um das Spiel mit mehr als fünf Spielern anzugehen, wird das Grundspiel mit dem Erweiterungs-Set benötigt. Bei mehr als vier Spielern kommt eine Sonderregel hinzu, dass alle Spieler mit mehr als 7 Bohnentalern überzählige abgeben müssen, wenn der Nachziehstapel aufgebraucht wird.

Solo ist es recht reizvoll, durch zwei mit dem Spieler konkurrierende Figuren wird der Wettlauf gut simuliert. Eine Figur startet auf der Startkarte und wird jede Runde vorwärts gezogen. Befindet sie sich nach dieser Bewegung vor der Figur des Spielers, bewegt sich auch die zweite Figur, die nur acht Karten von der Zielkarte entfernt startet. Dafür werden alle 27 allgemeinen Aufgabenkarten verwendet. Zu zweit konnte es hingegen nur wenig überzeugen. Sonderregeln wie das Entsorgen von Handkarten und Anpassungen der Handelsphase machen das Spiel sehr viel leichter, das Bohnanza-Feeling geht dabei leider etwas verloren. Tribut zu zahlen ist dann nur noch im eigenen Zug erlaubt, das reicht aber nicht als Zwang, um mit dem normalen Spiel mitzuhalten.

Glücksfaktor?

Die unterschiedlichen Aufgabenkarten werden zufällig ausgelegt. Die Reihenfolge ihres Auftauchens ist Glückssache und passt dem einen Spieler gerade besser in den Kram als einem anderen. Dadurch dass aber immer die folgenden Karten einsehbar sind, kann man diese Informationen in seine Taktik einbeziehen und gezielt darauf spielen. Man darf schließlich auch Tribut bezahlen, um Aufgaben auszulassen.

Fazit:

Ich finde die Idee hinter dieser Erweiterung richtig gut. Sie ändert nicht viel am eigentlichen Spielablauf, setzt damit aber einen völlig anderen Schwerpunkt. Man versucht nicht mehr unbedingt für viele Taler möglichst große Felder einer Bohnensorte anzubauen, sondern versucht in erster Linie die Aufgaben zu erfüllen. Über das aktualisierte Material kann man sicherlich streiten. Statt Plastikfiguren sind zusammen steckbare Stanzteile enthalten, die falsch angefasst auseinander rutschen können. Dafür machen sie optisch mehr her, als die einfarbigen Plastikfiguren des Vorgängers. Ich kann mit dieser Anpassung gut leben.

Was mich ein wenig stört, sind die Tribute. Es geht doch darum, die Aufgaben zu erfüllen, da finde ich es unpassend sich beliebige Schritte einfach kaufen zu können. Klar, man muss das Geld dafür auch erst einmal einnehmen, aber dann kann man sich schnell einen Vorsprung verschaffen. Vielleicht missfällt es mir so, weil ich nicht diese taktische Veranlagung habe, einzuschätzen wann das Geld gut investiert ist. Mir ist nämlich auch klar, dass es nicht ohne funktionieren würde. Es gibt eine Aufgabe, bei der alle anderen Figuren vor der eigenen Figur stehen müssen. Könnte man dies nicht überspringen, würde das Spiel ebenso wenig funktionieren, weil es den Führenden zu stark ausbremsen würde.

Soweit mir bekannt gibt es nicht viele Bohnanza-Erweiterungen die ein Solo-Spiel ermöglichen. Al Cabohne konnte mich solo nicht überzeugen, weil man einen Dummy-Player spielen muss und mir das zu viel Verwaltungsaufwand ist. Das ist hierbei nicht erforderlich, diese Erweiterung macht solo richtig Spaß. Aber auch gegen andere Spieler lohnt sich der Wettlauf und bringt Abwechslung ins „Bohniversum“. Hach, ich liebe diese Wortspiele einfach, wie sie in dieser Erweiterung auch bei den Charakteren zu finden sind.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Amigo Spiele
Autor(en): Uwe Rosenberg
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 1 – 7 Spieler
Dauer: 45 Minuten

Vielen Dank an Amigo Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

Ähnliche Artikel:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.