Munchkin Dungeon

Munchkin Dungeon Cover / Foto: Brettspielpoesie

Viele Türen eintreten,
Monster sind unerbeten,
Wollen doch Schätze einheimsen,
um Stufen aufzusteigen.
Jedem kommt sofort in den Sinn
das ist die Welt von Munchkin.
Während die Stufen werden mehr,
geht es weit hinunter.
Tief hinein in das Gemäuer,
mit so manchem Ungeheuer.
Viele bekannte Kreaturen,
gibt es nun als Miniaturen.

Spielmaterial:

Während in einem üblichen Munchkin-Spiel vor allem Karten enthalten sind, machen diese hier nur einen kleinen Teil des Spielmaterials aus. Sie zeigen Räume, Schätze oder Bedrohungen. Daneben ist ein großer Spielplan enthalten, Spielertableaus, diverse Pappmarker und sechs spezielle Würfel. Den meisten Platz im Karton nehmen die Plastikminiaturen in verschiedenen Größen ein. Es gibt welche für die Munchkins oder Super-Munchkins und einige Monster in verschiedenen Größen.

Munchkin Dungeon Karten / Foto: Brettspielpoesie

Spielmechanismus:

Auf typische Munchkin-Weise wählt jeder Spieler einen Charakter, beginnt mit diesem auf Stufe 1, kann ihn mit Waffen und Rüstungen ausstatten. Doch geht es in Munchkin Dungeon nicht mehr nur um die Stufe, für den Sieg sind Ruhmespunkte entscheidend. Die Stufe trägt nur dazu bei widerstandsfähiger zu sein, Ruhmespunkte zu erhalten oder in Kämpfen mehr Würfel bzw. einen Nachwurf zur Verfügung zu haben. Ganz genau, Kämpfe werden nicht mehr über die Stufe + Ausrüstungskarten entschieden, sondern über Würfelergebnisse. Ein Mitspieler würfelt für die Monster. Die Rüstungen dienen meist dazu, eigene Würfel zu beeinflussen. Manche bieten auch Spezialfähigkeiten, die mit bestimmten Würfelsymbolen zu aktivieren sind. Die Charaktere können Leben verlieren und sterben. Doch ist das lange nicht so nervig wie beim Munchkin Kartenspiel. Hier bedeutet es einfach nur mit einem Schande-Marker erneut am Eingang zu beginnen.

Munchkin Dungeon Spielertableau / Foto: Brettspielpoesie

Auf dem Dungeon-Spielplan führen mehrere Wege vom Eingang zu dem beim Spielaufbau gewählten Bossmonster. Entweder wartet der Plutoniumdrache oder der Bullrog dort auf die Spieler. Auf dem Weg dorthin liegen mehrere Räume, manche leer, andere mit kleineren Monstern, die den Spielern das Leben schwer machen. Wenn es zu einem Kampf kommt, dürfen die Mitspieler weitere Effekte oder gar zusätzliche Monster spielen, mit denen es der aktive Spieler aufzunehmen hat. Jeder Raum hat nämlich einen Bedrohungswert, für den Marker zentral gesammelt werden. Die Anzahl der Marker bestimmt dann die Höhe des Wertes, für welchen die Mitspieler Bedrohungsarten für den Kampf ausspielen dürfen.

Munchkin Dungeon Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Ein Spieler kann in jedem Raum entscheiden nicht weiter zu gehen, sobald er jedoch auf ein Monster oder einen anderen Munchkin trifft, endet die Bewegung sofort. Für besiegte Monster gibt es die Belohnungen der entsprechenden Räume, auch wenn diese sich beim Kampf nicht darin aufhielten. Wurden alle Monster des Raumes besiegt, ist dieser also gesäubert, erhält der aktive Spieler eine Belohnung dafür. Auch wenn er selbst dabei besiegt wurde. Mit ausreichend Münzen können nun Stufen gekauft werden. Am Ende eines jeden Zuges gibt es neue Bedrohungskarten. Die Bossmonster funktionieren etwas anders. Für den Sieg über sie gibt es viele Ruhmespunkte, sie werden jedoch zunächst nicht beseitigt, sondern nur immer stärker und wütender. Einen Kampf gegen sie zu gewinnen führt ebenfalls dazu, am Dungeon-Eingang neu zu starten. Bei einer Niederlage gibt es hingegen gleich zwei Schande-Marker.

Munchkin Dungeon Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Wie bereits erwähnt geht es nicht alleine um Stufen, diese helfen lediglich im Spielverlauf. Sobald ein Spieler 20 oder mehr Ruhm erreicht, endet die Partie sofort. Gleiches gilt auch, wenn das Bossmonster ein drittes Mal besiegt wurde. Zu den Ruhmespunkten auf dem Spielplan können durch Schätze und den eigenen Charakterbogen noch weitere hinzukommen, gesammelte Schande-Marker reduzieren den Wert. Es gewinnt der Spieler mit dem höchsten Wert.


P.S.: Kann ein Gleichstand nicht aufgelöst werden, kommt es auf die bessere Performance an, einen sterbenden Plutoniumdrachen zu verkörpern…

Spieleranzahl:

Auch wenn die Spielerzahl bereits ab zwei Spielern angegeben ist, so würde ich Munchkin Dungeon erst ab vier Spielern empfehlen, besser noch sind fünf Spieler. In bekannter Munchkin-Manier machen sich die Spieler das Leben schwer, das funktioniert in größerer Runde einfach besser.

Glücksfaktor?

Karten ziehen, Würfel werfen, vieles wird in Munchkin Dungeon vom Glück beeinflusst. Doch auch dabei gibt es Möglichkeiten unpassende Würfe auszugleichen und seine Werte dauerhaft zu verbessern. Aber ein strategisch planbares Spiel ist Munchkin Dungeon sicherlich nicht.

Meinung:

Optisch machen die Miniaturen schon einiges her. Auch wenn man dem Spiel sicherlich vorwerfen kann, sie wären im Gegensatz zu denen anderer Spiele nicht detailliert genug ausgearbeitet. Ich mag sie, obwohl ich grundsätzlich kein großer Fan von Plastikminiaturen bin. Vielleicht gerade deswegen. Eine laufende Nase als Monster in 3D ist eben schon was Besonderes. Da fühle ich mich fast schon dazu motiviert zu lernen, solche Figuren ordentlich zu bemalen. Aber auch nur fast, denn das Spiel selbst reizt mich weit weniger. Es ist gegenüber dem “normalen” Munchkin viel aufwändiger eine Partie zu starten, doch bietet es keinen wirklichen Mehrwert gegenüber dem altbekannten Kartenspiel, welches sich mittlerweile einfach flott von der Hand spielt. Das Meiste ist auch hier bekannt: Viele der Karten, ob Monster oder Rüstung, sind aus dem Original übernommen, es gibt wenig Neues zu entdecken.

Munchkin Dungeon / Foto: Brettspielpoesie

Die Kämpfe werden mit Würfeln ausgetragen, von denen viel zu wenige enthalten sind. Es ist nämlich meist nicht möglich beide Seiten würfeln zu lassen und dann zu vergleichen, meist wird nacheinander gewürfelt und dann überlegt, wer doch gleich was gewürfelt hat, um den Kampf aufzulösen. Auch die Anleitung ist nicht gut gelungen. Sie versucht krampfhaft witzig zu sein, lässt dabei leider viele Fragen offen. Den Humor hätte ich lieber im Spielverlauf gesehen. Im Kartenspiel passierten meist noch aberwitzige Dinge, wenn ein Kampf verloren wurde.

Bei Munchkin erwarte ich Türen einzutreten und mich überraschen zu lassen, was dahinter auf einen wartet. Hier weiß ich aber schon vorher, was es in den Räumen zu Entdecken gibt. Und einen Kampf nicht zu überstehen fühlt sich grundsätzlich blöd an, auch wenn es trotzdem Belohnungen gibt, wurden zuvor auch alle Monster besiegt. Die Charaktere sterben hier echt häufig und müssen sich dann wieder von oben beginnen sich nach unten durchzuschlagen, also exakt dieselben Räume erneut betreten. Lediglich manche Monster können sich später in anderen Räumen aufhalten. Mir fehlt tatsächlich dieser überraschende Effekt Unbekanntes zu erforschen. Wobei hier natürlich immer noch der Unsicherheitsfaktor hinzukommt, welche Bedrohungskarten die Mitspieler einsetzen.

Selbst zu sterben bringt hier nicht einmal einen wirklichen Nachteil mit sich. Man spielt mit einem Schandemarker mehr in der Tasche einfach weiter, behält aber all sein Zeug und seine Stufen. Das Spielgefühl passt für mich einfach nicht ganz zu Munchkin, wie ich es kenne und liebe.

Fazit:

So wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, machen hier witzige Plastikminiaturen für mich noch kein gutes Spiel. Es gelingt in meinem Augen leider nicht die Zugänglichkeit des Originals zu übertragen. Vielleicht wäre meine Meinung anders gelagert, wenn ich Miniaturen offener gegenüberstehen würde, aber so sehe ich absolut keinen Mehrwert dieses Spiel dem Kartenspiel vorzuziehen. Dabei ist es per se kein schlechtes Spiel, es trifft nur nicht meinen Geschmack und hätte redaktionell besser ausgestaltet werden können.

Wertungsnote 3/6

Verlag: CMON / Vertrieb: Asmodee
Autor(en): Eric M. Lang, Andrea Chiarvesio
Erscheinungsjahr: 2020
Spieleranzahl: 2 – 5 Spieler
Dauer: 60 – 90 Minuten

Vielen Dank an Asmodee für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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