Munchkin – Quirlige Köche

Cover / Foto: Pegasus Spiele

Um Munchkin war es lange Zeit eher ruhig, heiß herbei gesehnt hatte ich längere Zeit die Veröffentlichung des Collectible Card Games, welches nun leider doch nicht in deutscher Sprache erscheinen wird. Mit dem letzten Standalone-Spiel Starfinder konnte ich thematisch schon wenig anfangen, daneben gab es in den letzten Jahren hauptsächlich die Familienspiel-Varianten mit weniger Karten. Doch nun veröffentlicht Pegasus-Spiele eine Munchkin-Version, auf die viele Spieler schon lange gewartet haben: Munchkin Warhammer 40K. Doch interessiert mich das nun mal gar nicht, sorry. Doch auch an solche Spieler hat Pegasus scheinbar gedacht und gleichzeitig Quirlige Köche veröffentlicht. Und das habe ich mir genauer angesehen.

Auch bei dieser Rezension werde ich ein wenig vom gewohnten Aufbau abweichen, da sich das Spiel in vielen Punkten nicht oder nur kaum vom Original unterscheidet, falls ihr nicht Bescheid wisst, lest am besten zunächst die Munchkin-Rezension. Wie bei jeder Munchkin-Adaption sind auch hier 168 Spielkarten und ein Würfel enthalten. Zusätzlich bietet diese Ausgabe auch noch Verpflegungsmarker in vier Ausprägungen: Fleisch, Gemüse, Dessert und Getränke. Diese sind leider auf viel zu dünner Pappe gedruckt.

Marker / Foto: Brettspielpoesie

Am Spielverlauf selbst ändert sich nur wenig, die Grundregeln bleiben erhalten und werden nur in einigen Aspekten erweitert oder abgeändert.

Monster: Die Anzahl und Verteilung der Monster entspricht genau der aus dem Grundspiel. 37 Monster mit verschiedenen Stufen von 1 und 2 in Zweierschritten hoch bis zur Stufe 20, einige davon haben den Zusatzstatus „untot“. Alle Monster haben hier eine weitere Besonderheit, neben der Anzahl Schätze geben sie auch einen oder zwei Verpflegungsmarker an, von denen man sich bei erfolgreichem Kampf einen aussuchen darf. Und natürlich können solche auch vom helfenden Spieler für Unterstützung im Kampf eingefordert werden. Getauscht werden dürfen die Marker jedoch nicht. Sobald ein Spieler einen Marker jeder Sorte besitzt, werden sie sofort in eine Stufe eingetauscht. Das kann auch die zehnte Stufe zum Sieg sein, was unbedingt beachtet werden sollte.

Monster / Foto: Brettspielpoesie

Rassen/Klassen: Die Rassen sind dieselben wie im Grundspiel, jeweils drei Karten für Zwerg, Elf und Halbling mit den bekannten Fähigkeiten. Klassen gibt es vier völlig neue, jede in dreifacher Ausführung. Der Molekular-Koch interessiert sich für Primzahlen, der Gourmet-Koch kann ohne sein Einverständnis nicht gegen mehr als zwei Monster antreten, der Grillmeister bekommt zusätzliche Fleischmarker und der Schnellimbiss-Koch darf auch Marker verkaufen, um eine Stufe zu erwerben.

Klassen und Rassen / Foto: Brettspielpoesie

Flüche: Besonders die Flüche finde ich sehr gelungen, die Texte der Karten spielen einfach mit typischen Klischees rund um die Küche und das Kochen :-D Hat nicht jeder eine Deckelschublade in welcher ein bestimmter Deckel immer fehlt!? Mit 19 Fluchkarten ist genau die gleiche Anzahl wie im bekannten Grundspiel enthalten. Ihre Auswirkungen orientieren sich an denen des Grundspiels, einige auch auf die neu hinzugekommenen Verpflegungsmarker.

Schatzkarten: Auch die Schatzkarten lassen einen gewissen Humor nicht vermissen.  Alleine die Verwendung eines Göffels finde ich großartig. Neun dieser Karten lassen die Spieler eine Stufe aufsteigen, zwei weitere erlauben es sich zwei Nachtisch-Marker nehmen. Ansonsten sind bekannte Karten enthalten wie gezinkte Würfel, Monster-Verstärker, Wunschringe, etc.

Schatzkarten / Foto: Brettspielpoesie

Die Karten lassen sich mit anderen Munchkin-Karten aus allen bisher erschienenen Erweiterungen und Standalones mischen. Allerdings gibt es die Verpflegungsmarker nur bei den Monstern aus diesem Kartenset, wodurch es schwieriger wird diese zu sammeln, umso mehr zusätzliche Karten hinzugemischt werden.

Fazit:

Munchkin ist und bleibt ein glückslastiges Spiel, dessen gesamter Spielverlauf sehr von der Reihenfolge der Karten abhängt. Mit dem Zusatz der Verpflegungsmarker ist der Glücksfaktor vielleicht sogar noch etwas höher. Daher wird es manches Mal nicht anders gehen, sich die Stufen weiterhin hart erkämpfen zu müssen.

Thematisch ist diese Munchkin-Ausgabe voll auf meiner Wellenlänge. Endlich wieder Karten, bei denen ich die meisten Anspielungen auch wirklich verstehe, das macht das Ganze gleich viel lustiger. Meine Erwartungen an die Verpflegunsmarker und die Möglichkeit mit ihnen zusätzlich Stufen zu erweben waren recht hoch, ist doch ein häufiger Kritikpunkt meiner Mitspieler, dass Munchkin-Partien einfach viel zu lange dauern würden. So gut das Konzept in der Theorie auch klingt, in der Praxis hatte es in unseren Partien leider nur wenig Auswirkung. Die wenigsten Stufen wurden tatsächlich darüber erworben. Dafür gibt es sicher gleich mehrere Gründe: Zum einen ist es komplett zufällig, welche Monster bekämpft werden können und welche Marker diese einbringen. Dann gibt es kaum Möglichkeiten Marker einzutauschen, aber Marker zu verlieren ist eine häufige Auswirkung der schlimmen Dinge. Gefühlt ist es noch am einfachsten Nachtischmarker zu erhalten, diese können auch schon mal knapp werden, dabei ist es überhaupt nicht sinnvoll sie zu bunkern. Aber was soll man da auch machen, los wird man sie nur schwer wieder.

Auch wenn das neue Element nicht die erhoffte Verkürzung der Spielzeit mitbringt, so haben mir die Partien wieder viel Spaß bereitet. Sie haben genau genommen auch gar nicht so ewig gedauert, möglicherweise hat sich das in der Erinnerung auch einfach falsch verankert. Denn obwohl wir den Mitspielern mächtig in den Rücken gefallen sind und so manchen frühzeitigen Sieg vereitelt haben, erreichten wir nicht diesen Punkt, an dem man nur noch irgend wen gewinnen lassen möchte, damit die Partie sofort endet. In meinen Augen ein gelungenes Standalone-Spiel, welches sich auch gut für Einsteiger eignet.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Pegasus Spiele
Autor(en): Steve Jackson
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 3 – 6 Spieler
Dauer: 60 – 90 Minuten

Vielen Dank an Pegasus Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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