Der 12. Juli oder „Der Tag der Kuh“

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Logo / Foto: Brettspielpoesie

Es gibt so Dinge, die kann man sich nicht ausdenken. Ich stolpere immer wieder beim Radio hören oder in den sozialen Medien darüber, was für ein „besonderer“ Tag doch heute sei. Ob nun der internationale „Tag der Jogginghose“ am 21. Januar, der „Tag des Kusses“ am 06. Juli, der „Tag des Rock’n’Roll“ drei Tage später oder der „Tag des Bieres“ am 23. April – Gefühlt steht mittlerweile jeder Tag für irgend etwas. Und so verwundert es dann auch nicht mehr so sehr, wie viele Tier-Feiertage es gibt. Darunter auch den Umarme-ein-Schaf-Tag am 26. Oktober diesen Jahres oder National Hug-a-sheep-day, wie er in den USA genannt wird. Dies ist ein nationaler Tag, von dem ich bis vor kurzem gar nichts wusste, doch nun würde ich zu diesem Tag gerne in die USA reisen und dem Namen des Tages alle Ehre machen ;-)

Schachtel / Foto: Brettspielpoesie

Da müsste ich jedoch aufpassen, denn dieser Tag ist jedes Jahr an einem anderen Tag. Im Gegensatz zu den zuvor genannten Jahrestagen sind solche Tier-Feiertage scheinbar nicht (immer) an feste Tage gebunden. So auch der morgige Tier-Feiertag zu Ehren der Kuh. Der Verlag Game Factory nimmt diesen „Tag der Kuh“ zum Anlass sein neuestes Kartenspiel mit dem passenden Titel Kuhle Kühe zu veröffentlichen. Schon die Verpackung erweckt Aufmerksamkeit, denn sie sieht auf den ersten Blick aus wie eine Milchverpackung. Für was sie auch von so manchem Mitspieler gehalten wurde, als ich das Spiel zum ersten Mal dabei hatte :-D So interessant das auch aussieht, so hinderlich wird es beim anfassen. Hält man nämlich nur an der äußeren Verpackung fest, zieht man lediglich die Hülle von der Verpackung ab und beim öffnen purzelt einem alles entgegen.

Schachtel offen / Foto: Brettspielpoesie



Das Spiel selbst ist recht einfach, von der Hand wollen Kühe ausgespielt werden, um Punkte zu generieren. Die gibt es für alle ausliegenden Kühe, reinrassige zählen dabei doppelt so viel. Doch mit jeder Kuh, die ich vor mir liegen habe, erhöhe ich auch die Gefahr, das Mitspieler mir diese mit fiesen Aktionskarten einfach wieder wegnehmen. Um eine Kuh auszuspielen wird mindestens ein Kopf und ein Hinterteil einer Rasse benötigt, für Kälber muss zuvor mindestens eine Kuh vorhanden sein. Irgendwo muss das Kleine ja herkommen ;-) Kühe dürfen ohne spezielle Aktionskarte nur reinrassig ausgelegt werden, das erschwert es überhaupt Kühe auslegen zu können, Jokerkarten helfen dabei, sorgen aber für weniger Punkte. Wer niemals ein Vorder- oder Hinterteil zieht, hat schnell das Nachsehen, wenn erst spät solche Karten abgelegt werden. Man kann mit einem Kuhhandel zwar alle Spieler zwingen zwei Karten weiterzugeben, muss dies aber auch selbst tun, was man bei den Aktionskarten nicht so gerne macht. Und so kann es passieren über mehrere Züge nicht handlungsfähig zu sein und immer weitere Handkarten zu ziehen, von denen man aufgrund des Handkartenlimits früher oder später welche ablegen muss. Ein solcher Kuhhandel soll mit der „Muh-Box“ eingeleitet werden, eine kleine Plastik-Box, die ein langes Muh-Geräusch von sich gibt, wenn man sie über Kopf dreht.

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Zusätzliche Punkte gibt es für drei Auszeichnungen. Die erste ausliegende Kuh wird belohnt, diese Auszeichnung kann auch nicht mehr weggenommen werden, während die Auszeichnungen für die längste Kuh und die größte Herde den Besitzer durchaus wechseln können.

Karte / Foto: Brettspielpoesie

Die Grafiken sind zuckersüß, der Spielablauf konnte uns jedoch nicht überzeugen. Möchte ich ein witziges Kartenspiel haben, bei dem immer auf den führenden eingedroschen wird, greife ich lieber zum bewährten Munchkin, aber vielleicht bin ich in dieser Hinsicht auch einfach zu wenig offen für einen frischen Wind. Das Spiel wirkt zudem sehr kindlich, doch wird es erst ab neun Jahren empfohlen, vermutlichen durch den Text auf den Karten, da die Karten auch nicht im Detail in der Anleitung aufgeführt sind und die Kartentexte beim Ausspielen verstanden werden müssen. Die Muh-Box ist ein nettes Gimmick, aber eben auch nicht mehr. Während die von mir so geliebte Mäh-Box aus der französischen Erweiterung zu Meine Schafe, Deine Schafe von Lui-Même einen vielleicht fragwürdigen, aber immerhin einen richtigen Zweck im Spiel hat, den man natürlich auch mittels Marker umsetzen könnte, kann man Kuhle Kühe auch komplett ohne die Box spielen und den Kuhhandel einfach so verkünden.

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Das einzige was nach einer Partie so richtig in Erinnerung geblieben ist, ist die Regel seinen Zug mit dem Ausruf „Muuhhh“ zu beenden, damit der nächste Spieler weiß, dass er an der Reihe ist. Was man auch ganz wunderbar in anderen Spielen verwenden kann :-D „Muuhhh!“

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