Safehouse – Das Würfelspiel

Cover / Foto: moses.

Der Verfolger ist euch auf der Spur,
wie erreicht ihr das Safehouse nur?
Tragt dafür ein die Zahlen,
bei den passenden Farben.
Nur für komplette Reihen,
dürft ich euch beeilen.
Der Verfolger dicht auf den Fersen bleibt,
bis ihr alle das Safehouse erreicht.

Spielmaterial:

Das Safehouse Brettspiel war speziell ausgestattet, wie in einem Buch wurde zu jedem neuen Ort umgeblättert, mit dem Safehouse als 3D-Popup auf der letzten Seite. Das Würfelspiel ist handlicher, muss sich aber in Bezug auf das Material keineswegs verstecken. Es sind gleich zwei Blöcke mit jeweils 100 Blatt enthalten, die alle doppelseitig bedruckt sind. Sie können wie ein Buch aufgeklappt werden:

Safehouse – Das Würfelspiel: Blöcke / Foto: Brettspielpoesie

Da mit unterschiedlichen Vorgaben gespielt wird, folgen immer vier verschiedene Zettel aufeinander. Anstelle von A,B,C,D sind diese passenderweise mit S,A,F,E gekennzeichnet. 8 große, farbige und zwei weiße Würfel zeigen die Zahlen 1-5 und den Verfolger anstelle der 6. Die kleine Spieleschachtel dient im Spiel zur Ablage bereits eingesetzter Würfel.

Safehouse Würfelspiel: Spielkarton / Foto: Brettspielpoesie

Spielmechanismus:

Das Szenario ist bekannt: Ein Verfolger ist uns auf den Spuren, Zuflucht finden wir im Safehouse, welches erreicht werden muss, bevor auch nur ein Spieler eingeholt wird. Wir spielen gemeinsam, doch dieses mal muss jeder für sich das Safehouse erreichen, um gemeinsam zu gewinnen. Das Spiel verläuft nicht mehr in Echtzeit, der Verfolger kommt nicht nach einer gewissen Zeit automatisch voran, sondern durch die Würfel. Einen Schritt darf er sich für jeden Wurf eines Spielers bewegen, zudem einen Schritt für jeden Verfolger, der nach einem Wurf auf den Würfeln zu sehen ist. Durch diese Schritte entstehen aus den Querstrichen der Spieler Kreuze. Genutzte Würfel werden zur Seite gelegt, bis die Spieler entscheiden alle Würfel zurück zu holen. Dabei bewegt sich zudem der Verfolger. Es wird gezählt wer die meisten offenen Reihen auf seinem Zettel hat und so viele Schritte nähert er sich.

Safehouse – Das Würfelspiel: Wertungszettel / Foto: Brettspielpoesie

Reihum würfelt immer ein Spieler, das Ergebnis können alle bei sich eintragen. Ist ein weißer Würfel darunter, können die Spieler diesen beliebig mit einer anderen Farbe kombinieren. Die Reihen geben vor, wie Würfel eingetragen werden dürfen. Jedes Feld hat eine bestimmte Farbe, es dürfen dort nur Zahlen entsprechender Würfel eingetragen werden. In den meisten Reihen müssen die Eintragungen gleich bleiben oder höher werden. Die drei längsten Reihen werden von einer sechs geteilt, sodass Werte die rechts davon eingetragen werden mindestens einer sechs entsprechen müssen. Das ist mit nur einem Würfel nicht möglich. Entweder werden beide Würfel einer Farbe verwendet, um deren Summe einzutragen oder es muss mindestens ein weißer Würfel hinzu addiert werden.

Safehouse Würfelspiel: Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Sollte der Verfolger auch nur einen Spieler erreichen, haben alle gemeinsam verloren. Um zu gewinnen, muss jeder Spieler das Safehouse auf seinem Zettel erreichen, also abkreuzen, bevor der Verfolger zu nahe kommt.

Spieleranzahl:

Jeder Spieler rennt für sich auf seinem Zettel, von daher kann es solo genauso gut gespielt werden wie mit bis zu vier Spielern. Der Schwierigkeitsgrad steigt mit der Spielerzahl, da alle Spieler die gleichen Würfelergebnisse möglichst gut verwenden sollten. Im Gegenzug erhalten die Spieler mehr Joker mit denen sie Würfel in Feldern anderer Farbe eintragen dürfen, wenn mehr Spieler beteiligt sind.

Glücksfaktor?

Die Würfel bringen viel Glück ins Spiel, es ist durch sie einfach nicht vorhersehbar wie weit der Verfolger voranschreitet. Mir ist das leider viel zu zufällig, besonders da es sich um ein kooperatives Spiel handelt. In einem kompetitiven Spiel entsteht eher noch so etwas wie Schadenfreude bei schlechten Würfen der Mitspieler, hier zieht es alle Spieler runter und kann den Spielspaß ordentlich trüben.

Meinung:

Nach erster Sichtung des Materials und der Spielregeln fühlte ich mich direkt an das Brettspiel erinnert. Die Gemeinsamkeiten der beiden sind klar zu erkennen, das Spielgefühl ist für mich jedoch ein anderes. Auch wenn Echtzeit nicht gerade zu meinen Lieblingselementen in Brettspielen gehört, fand ich es atmosphärisch einfach passend. Dieser Ansatz fehlt hier. Es bleibt doch ein recht abstraktes Abkreuzen von Feldern. Ertönt beim Brettspiel der Ton für den Verfolger setzt das die Spieler unter Druck, das baut Spannung auf. Hier ist einfach die Verärgerung über den Würfelwurf groß, wenn mehrere Verfolger auf den Würfeln erscheinen, die Spieler sind den Würfeln ausgeliefert.

Es gibt zwar einige, wenige Möglichkeiten, die Würfel zu beeinflussen, doch reicht mir das nicht aus. Die Partien sind schwer zu gewinnen ist, was ich an sich durchaus reizvoll in kooperativen Spielen finde. Doch entsteht die Schwierigkeit hierbei in erster Linie durch die Verfolger auf den Würfeln. Der einzige Einfluss auf das Geschehen entsteht durch die Wahl weitere Zahlenreihen zu öffnen und welche Zahlen wo eingetragen werden. Eine hohe Zahl mittig einzutragen ist vielleicht nicht sonderlich empfehlenswert, da es die Notwendigkeit hoher Würfelergebnisse erhöht. Dennoch müssen alle Spieler mindestens zwei der langen Reihen ausfüllen, um auf die erforderlichen Schritte bis zum Safehouse zu kommen. Dadurch sind die Möglichkeiten der Spieler auch gar nicht mehr so variabel wie sie zu Beginn vielleicht erscheinen.

Selbst die Wahl der Würfel stellt sich schnell als wenig interessant heraus. Oft lohnen sich die Würfel aller Farben, da jeder etwas gebrauchen kann. Mehrere Würfel einer Farbe gemeinsam zu verwenden, erscheint nur in wenigen Situationen sinnvoll. Meist werden die Würfel nach zwei, spätestens drei Zügen zurück geholt. Mit der gemeinsamen Verwendung der Würfel kommen wir zu einem weiteren Problem: Alle Spieler verwenden die gleichen Würfel, jeder kann den weißen beliebig kombinieren. Das fällt vielen im Kopf nicht so leicht, sie würden die Würfel gerne sortieren, nach bereits verwendet und noch verfügbar. Immerhin sind bis zu vier Eintragungen pro Wurf möglich. Das können die Spieler schlecht parallel machen, zudem prägen sich andere Spieler diese Attribute anhand der aktuellen Lage ein.

Fazit:

Beim Würfelspiel wurde wieder hochwertiges Material verwendet, die thematische Vorlage ist klar erkennbar. Doch leider schafft es das Würfelspiel nicht so sehr die Spieler mit sich zu reißen, es überträgt einfach nicht dieselbe Stimmung. Die Würfel versprechen zunächst Spannung, sind meist aber nur ein großes Ärgernis.

Wertungsnote 3/6

Verlag: moses.
Autor(en): Marco Teubner, Sebastian Fitzek, Jörn Stollmann
Erscheinungsjahr: 2020
Spieleranzahl: 1 – 4 Spieler
Dauer: ca. 20 Minuten

Vielen Dank an moses. für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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