Sebastian Fitzek Killercruise

Der erfolgreiche Krimi-Autor Sebastian Fitzek scheint gefallen daran gefunden haben, seine Krimi-Ideen in Brettspielen umzusetzen. Zu diesem Zweck arbeitete er bereits mit Marco Teubner zusammen, um Sebastian Fitzek Safehouse und später das gleichnamige Würfelspiel zu veröffentlichen. Dabei mussten sich die Spieler gemeinsam vor dem Verfolger in ein Safehouse retten. Nun befinden sie sich auf hoher See, zusammen mit einem Psychopathen. Dieser muss dingfest gemacht werden, bevor er zu viele Passagiere auf dem Gewissen hat.

Bei Safehouse gab es ein auffälliges Gebäude als 3D-Popup, welches aus dem als Buch gestalteten Spielplan heraus ploppte. Bei Killercruise kommt ebenfalls auffälliges Spielmaterial zum Einsatz: Der Spielkarton wird in wenigen Schritten zum Kreuzfahrtschiff mit drei Ebenen. Das sieht spannend aus, zieht Interessierte an. Auf der untersten Ebene befinden sich Hinweise zum Aufenthaltsort des Psychopathen, den wollen wir nämlich ausfindig machen, um die Partie zu gewinnen. Dazu bewegen wir die Charaktere und können mit passenden Schlüsselkombinationen die vielen Räume auf den drei Ebenen öffnen.

Killercruise: Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Um dies zu tun setzen die Spieler ihre Handkarten ein, entscheiden bei jeder Karte zu welchem Zweck sie verwendet wird. Jede gespielte Karte wird durch eine Neue ersetzt. Allerdings befinden sich in diesem Stapel ebenfalls Killerkarten. Diese werden ähnlich verteilt, wie die Epidemie-Karten bei Pandemie. Durch sie bewegt sich der Killer ein bis zwei Felder im Uhrzeigersinn vorwärts und schafft dabei alle Passagiere aus dem Weg, denen er begegnet. Unsere Charaktere nehmen zunächst nur Schaden bei einer solchen Begegnung.

Killercruise Karten / Foto: Brettspielpoesie

Wir verlieren die Partie, sobald zu viele Passagiere oder alle Charaktere sterben. Mit jeder Killerkarte begeben sich auch weitere Passagiere auf die Decks und somit in Gefahr. Wir versuchen diese in Sicherheit zu bringen, was uns jedoch von unserer eigentlichen Aufgabe ablenkt: Nämlich herauszufinden in welchem Raum des Unterdecks der Killer zu finden ist. Zusätzlich können wir ein eingesperrtes Crewmitglied versuchen zu befreien, um mehr Optionen zu haben. Dies ist für den Spielsieg jedoch nicht zwingend erforderlich.

Killercruise Charaktere / Foto: Brettspielpoesie

Jetzt könnte man natürlich denken, nach einer Partie ist der Aufenthaltsort bekannt und der Spielspaß vorüber – dem ist nicht so. Es gibt insgesamt 24 Auflösungen, zumal ja auch immer nur zwölf der enthaltenen Hinweise verwendet weren.

Meinung:

Von den drei bei .moses veröffentlichten Sebastian Fitzek Spielen, gefällt mir Killercruise am besten. Das Material fordert zum Spielen auf und unterstützt die Spielidee hervorragend. Das ganze hätte auch viel abstrakter umgesetzt werden können, dann wäre der Eindruck sicher weniger positiv. Ein kleiner Wermutstropfen: Auf einer Passagierkarte passt die aufgedruckte Farbe nicht zur Raumbezeichnung, was zu falschen Planungen führen kann, wenn nicht genau hingeschaut wird.

Manche Hinweise sind redundant. Da die Spieler alle Räume in beliebiger Reihenfolge öffnen können, ist dies sicherlich notwendig. Dadurch kann es aber passieren, mehrere Hinweise hintereinander zu erhalten, deren Informationen bereits bekannt sind. Auch das Aufdecken der Passagierkarten kann blöd laufen. Landen die meisten Passagiere hinter dem Psychopathen, sind sie lange Zeit außer Gefahr, tauchen sie jedoch direkt vor ihm auf, sind ihre Überlebenschancen gering. An diesem beiden Zufallselementen störe ich mich ein wenig, da sie den Spielverlauf enorm beeinflussen und den Spieler oft kaum eine Chance lassen ohne dass sie etwas dafür können. Es stört aber nicht genug, um die Finger gänzlich von dem Spiel zu lassen. Dafür passt das Gesamtbild einfach. Vor allem bekommen wir damit auch Fitzek-Fans an den Spieltisch, die sonst eher schwer zum Spielen zu begeistern sind.

Sebastian Fitzek Killercruise spielt sich übrigens nicht grundsätzlich „aus“, da nach 24 Partien die Hinweise der ersten Partien sicher nicht mehr im Gedächtnis vorhanden sind.

Verlag: .moses Spiele
Autor(en): Marco Teubner
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: ca. 30 Minuten

Vielen Dank an .moses Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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2 Antworten auf „Sebastian Fitzek Killercruise“

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