Scrabble Türme

Scrabble Türme Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Scrabble gehört wohl zu den ewigen Brettspielklassikern-Klassikern, die man in vielen Haushalten findet. Dieses Jahr feiert der Verlag Mattel ein großes Jubiläum, denn das Spiel wird 70 Jahre alt. Und zu diesem Anlass hat der Verlag großes Aufsehen erregt, als die Pressemitteilung herausgegeben wurde, den Titel an die Jugend anzupassen und statt Scrabble zukünftig „Buchstaben YOLO“ zu verkaufen. Das wurde von Rapper MC Fitti in einem Video in Szene gesetzt. Auch als die Bild-Zeitung sich darüber amüsierte, kam zunächst keine Reaktion. Erst nach wenigen Tagen wurde das ganze als Marketing-Aktion aufgelöst und auf das Jubiläum hingewiesen. Eines wurde damit erreicht: Das Spiel war in aller Munde, auch außerhalb der Brettspiel-Blase. Ob dadurch nun wirklich der Verkauf angekurbelt wurde, wage ich jedoch zu bezweifeln. Neben der Jubiläumsausgabe hat Mattel in Essen auch ein neues Spiel im Scrabble-Universum vorgestellt: Scrabble Türme. Ich mag Wortspiele und kam daher um dieses nicht herum.

Spielmaterial:

Das kleine Spielbrett ist aus Plastik und bietet neun Plätze für die 44 Buchstabensteine, die aufeinander gestapelt darauf abgelegt werden. Zusätzlich werden die 15 Bonussteine in drei Kategorien sortiert bereit gelegt.  Die Plastiksteine sind im Vergleich zum Originalspiel sehr groß, eine kleine Ausbuchtung hilft sie in der korrekten Ausrichtung aufeinander zu stapel. Leider ist das Material nicht gut verarbeitet, einige Steine sind von der Seite zu erkennen, weil kleine Plastikecken fehlen.

Scrabble Türme Material

Material / Foto: Brettspielpoesie

Spielmechanismus:

Reihum versuchen die Spieler aus den sichtbaren Buchstaben gültige Wörter zu bilden. Die verwendeten Buchstaben müssen dabei waagerecht, senkrecht oder diagonal aneinander angrenzen. Wurde ein gültiges Wort gefunden, nimmt sich der Spieler die Buchstabensteine stapelt sie vor sich auf und prüft ob er einen oder mehrere Bonussteine für das Wort bekommen kann. Diese beziehen sich auf die Länge des Wortes, bestimmte Vokale oder farblich hinterlegte Buchstaben. Bonussteine sind doppelt so hoch wie Buchstabensteine. Wer aus den ausliegenden Buchstaben partout kein Wort bilden kann, muss passen.

Scrabble Türme Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Das Spiel endet, wenn alle Spieler hintereinander gepasst haben, weil sie kein regelkonformes Wort mehr bilden konnten. Dann werden einfach die Türme der Spieler verglichen, es gewinnt der Spieler mit dem höchsten.

Spieleranzahl:

Bei weniger Spielern ist jeder Spieler häufiger am Zug, kann in einer Partie also wahrscheinlich mehr Wörter bilden als bei mehr Mitspielern. Zu viert kann der einzelne Spieler meist nur wenige Worte bilden, obwohl man vielleicht gerne noch weiter machen würde. Zudem kann es besonders ärgerlich werden, wenn die ganze Zeit gute Buchstabenkombinationen ausliegen, bis man selbst zum Zug kommt und dann kaum noch Auswahl hat. In meinen Augen ist bei diesem Spiel weniger, mehr.

Glücksfaktor?

Dieses Spiel ist sehr glückslastig. Es kann im Extremfall bei exakter Regelauslegung enden, bevor auch nur ein Spieler ein gültiges Wort finden konnte, wenn nur unpassende Konsonanten ausliegen. Dazu können die Vorgaben der Bonussteine manches Mal gar nicht alle erfüllt werden, wenn z.B. der geforderte Vokal aktuell gar nicht ausliegt. Sobald der Vokal sichtbar ist, hat der nächste Spieler am Zug natürlich einen großen Vorteil gegenüber den vorherigen Spielern.

Fazit:

Ich wollte dieses Spiel so gerne mögen, aber leider weist es zu viele Schwächen auf. Ich mag Wortspiele gerne, doch finde nur selten willige Mitspieler. Hierbei hatte ich die Hoffnung die kurze Spielzeit bietet genügend Anreiz. Doch manchem Mitspieler war es tatsächlich zu kurz, er hätte gerne mehr Chancen auf punkteträchtige Wörter gehabt. Die meisten Mitspieler wollten hingegen keine weitere Partie spielen, ihnen war es zu zufällig. Liegen die Buchstaben gut, kann ein Spieler manches mal alle drei Bonusanforderungen mit einem Zug erfüllen, anderen bietet sich dazu keine Möglichkeit, da die erforderlichen Buchstaben oder Farben gerade gar nicht ausliegen. Das ist einfach ärgerlich und trübt das Spielgefühl. Ebenso wie wenn eine Partie früh endet, weil die Buchstaben unglücklich verteilt sind und trotz vieler Buchstabensteine keine Wörter mehr gebildet werden können. Hier könnte nur eine Hausregel Abhilfe schaffen. Der Umstand, dass es so regelmäßig eintreten kann, bleibt aber auf schlechtes Spieldesign zurück zu führen. Die Anleitung beschreibt solche Situationen überhaupt nicht, scheinbar hat man sich darüber keine Gedanken gemacht. Das Plasik-Material lädt auch nicht gerade zu weiteren Partien ein, besonders durch die unförmigen Buchstabensteine. Leider konnte diese Scrabble-Variante meine Erwartungen nicht erfüllen. Für Scrabble-Liebhaber sicher eine schnelle Variante zur Abwechslung, aber wer dem Original schon nichts abgewinnen kann, wird hier sicher auch nicht glücklich.

Wertungsnote 2/6

Verlag: Mattel
Autor(en): keine Angabe
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 15 Minuten

Vielen Dank an Mattel für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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