Wo geht’s hier zum Ausgang!? – No. 5

Ausgang Logo

Foto: Brettspielpoesie

Ich habe auf diesem Blog nun schon einige Escape Room-Adaptionen für den Spieltisch vorgestellt, allen liegt die gleiche Idee zu Grunde: Das Erlebnis eines Escape Rooms mit all seinen Rätseln und Aufgaben, die gelöst werden müssen, um zu entkommen, einzufangen und in eine Box zu packen. 2016 fingen die ersten Verlage damit an, doch dieser Trend ist noch lange nicht vorüber. Immer wieder tauchen hier und da neue Anbieter auf und alle finden einen etwas anderen Weg der Umsetzung. Viele dieser Titel bleiben durch Erweiterungen dauerhaft am Markt. Für mich als Rezensent bleibt es schwer, darüber zu berichten. Solche Spiele sind für eine Gruppe nur ein einziges Mal spielbar, danach ist die Lösung schließlich bekannt, daher kann auch nur der grobe Spielablauf mit seinen Mechanismen beschrieben werden. Ich habe nun beschlossen keine einzelnen Rezensionen mehr zu den vielen Escape Room-Adaptionen und dessen Erweiterungen zu verfassen, sondern über mehrere gemeinsam berichten, wenn wieder ein paar durchgespielt wurden.

Das Versteck des Goldgräbers

Foto: iDventure

Der erste Fall aus dieser Serie handelte von einem unvollendeten Fall des Meisterdetektivs Sherlock Holmes, zumindest oberflächlich. Im Spielverlauf gab es keine Berührungspunkte mit ihm. Im Versteck des Goldgräbers ist das anders, da ist der Titel auch gleich Programm: Wir suchen nämlich eben solches, nachdem zwei Goldgräber tot aufgefunden wurden. Derjenige, der das Gold vorsorglich versteckte, war bereits um seine Sicherheit besorgt und hat daher Vorkehrungen getroffen. Unsere Aufgabe ist es nun, den Täter zu identifizieren und das Gold aufzuspüren. Dafür bekommen wir einen Haufen bedrucktes Papier und diverse Umschläge in die Hand.

Wieder war zunächst nicht ganz eindeutig, wann wir die Umschläge öffnen dürfen. Es ergab sich dann schon irgendwie aus dem Kontext, aber direkte Anweisungen hätte unsere leichten Bedenken beseitigt. Die Rätsel waren alle ganz cool, teilweise kniffelig, doch allesamt lösbar. Wir haben uns zu viert an dieses Abenteuer gewagt und es nicht bereut. Es gibt ausreichend Material und auch wenn eigentlich immer nur ein Rätsel gerade gelöst werden kann, so kann das weitere Material bereits vorbereitet werden, sodass alle die ganze Zeit involviert sind. Mir hat dieser Fall noch besser gefallen, als der Vorgänger. Die Rätsel waren eindeutiger, es war nicht zu leicht, aber ohne Hilfe lösbar. Die Hilfe gibt es wieder nur in der App, die für dieses Spiel notwendig ist, da dort auch die Lösungen und weitere Anweisungen enthalten sind.

Wertungsnote 5/6

Verlag: iDventure / Vertrieb: Asmodee
Autor(en): Alexander Krys, Darius Fischer
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 1 – 5 Spieler
Dauer: 90 – 120 Minuten

Vielen Dank an Asmodee für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


EXIT – Das Spiel – Die Känguru-Eskapaden

Foto: Kosmos

Ich mag die EXIT-Spiele und ich mag das Känguru, beste Voraussetzungen also für das neueste EXIT-Abenteuer. Wer jetzt noch nicht weiß, von wem hier eigentlich die Rede ist, der sollte sich zunächst die Känguru-Chroniken des Buchautors Marc-Uwe Kling zu Gemüte führen. Am besten als Hörbuch, das strapaziert die Lachmuskeln so richtig. Jedenfalls bei mir :-D Auch für dieses EXIT ein kleiner Tipp: In der Kosmos Erklär-App lassen sich alle enthaltenen Texte im Spiel von den Protagonisten vorlesen, was die Atmosphäre einfach noch verbessert. Das kostet allerdings auch Zeit, über 10 Minuten vergehen alleine durch die gesprochenen Texte.

In diesem EXIT versuchen wir eigentlich gar nicht zu entkommen, wir wollen hinein, nämlich in das „asoziale Netzwerk“ des Beuteltiers. Doch müssen wir dafür die Rätsel in diesem Spiel lösen, um uns als würdig zu erweisen. Wer sich nun fragt, was das asoziale Netzwerk sein soll, den verweise ich auf den ersten Absatz. ;-) Aber auch ohne Kenntnis der Inhalte dieser Bücher, wäre das EXIT sicher zu schaffen, es wird kein spezielles Vorwissen verlangt. Ich bin allerdings überzeugt, dass es ein tolleres Erlebnis wird, wenn man sich in der Materie etwas auskennt und alle Anspielungen versteht. In diesem EXIT steckt wirklich eine Menge Humor.

Ungewöhnlich für ein EXIT auf der Stufe „Fortgeschrittene“, ist der gesamte Aufbau. Denn auch hierbei darf erst weiter geblättert werden, wenn das vorherige Rätsel korrekt gelöst wurde, das kennt man sonst nur aus den Einsteiger-EXITs. Ich finde das an dieser Stelle sehr passend, da es sicherlich auch Einsteiger gibt, die sich vom Känguru angezogen fühlen und dadurch besser abgeholt werden. Die Rätsel selbst sind dennoch recht knackig, passen also zum gewählten Schwierigkeitsgrad. Dieses EXIT gehört für mich zu den besten aus der Serie, vor allem durch die thematische Einbindung. Aber auch die Rätsel wussten zu gefallen und uns herauszufordern.

Ausblick: Für Herbst sind bereits zwei weitere Spiele auf fortgeschrittenem Niveau angekündigt, Der Flug ins Ungewisse und Der Raub auf dem Mississippi – Ich freue mich darauf.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Kosmos
Autor(en): Marc-Uwe Kling, Inka und Markus Brand
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 1 – 4 Spieler
Dauer: 60+ Minuten

Vielen Dank an den Kosmos Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Unlock! – Heroic Adventures

Foto: von mir

Gefühlt habe ich gerade erst von Unlock! 4 berichtet, da hat uns auch schon die nächste Unlock!-Schachtel erreicht. Die Heroic Adventures enthalten wieder drei Kartenstapel für drei unterschiedliche Fälle in den drei Schwierigkeitsgraden leicht, mittel und schwer. Eine Besonderheit dieser Box: Es wird Augmented Reality (AR) verwendet, also die Erweiterung der Realität um virtuelle Elemente. Das kommt zum Beispiel bei Pokémon Go zum Einsatz, wenn auf dem Smartphone plötzlich Pokémons auf der Wiese vor einem zu sehen sind. Im Folgenden werde ich kurz auf die einzelnen Kartenstapel der drei Fälle eingehen.

Der erste Fall, Insert Coin, entführt die Spieler in ein 8-Bit-Videospiel, bei dem sie die Prinzessin retten müssen. Das ist nostalgisch schön gemacht, bietet eine Stunde lang gute Unterhaltung. Die ersten AR-Elemente kommen hierbei sinnvoll zum Einsatz, genau wie die gesamte App, die einfach immer sinnvoller eingebunden wird. Die Rätsel sind alle lösbar, aber dennoch nicht trivial. Uns hat es einfach lockeren Spaß bereitet, vor allem durch die liebevolle Umsetzung.

Wertungsnote 5/6

Weiter geht es mit Sherlock Holmes – Der Scharlachote Faden, für mich als Sherlock Holmes-Fan war dies natürlich ein Muss. Bei diesem Fall kommen keine AR-Elemente zum Einsatz, was thematisch auch nicht zu der Zeit passen würde, in der die Geschehnisse spielen sollen. Es handelt sich hierbei um kein klassisches Escape Room-Szenario, bei dem die Spieler entkommen wollen. Stattdessen geht es in die Krimi-Richtung, wir müssen einen Mord aufklären und dafür zunächst die Verdächtigen finden, bevor wir sie verhören können, um den wahren Täter zu ermitteln. Dafür steht neben den Karten weiteres Zusatzmaterial bereit, um das Spielerlebnis aufzuwerten.

Wertungsnote 5/6

Der dritte Fall Hinunter in den Kaninchenbau ist wieder auf 90 Minuten Spielzeit ausgelegt und orientiert sich an der Geschichte zu Alice im Wunderland. So verrückt, wie die Geschichte selbst, ist auch dieses Unlock!-Szenario angelegt. Hierbei werden die Grenzen der Spielanleitung teilweise recht weit gedehnt, was aber keineswegs stört, es passt einfach zu der Welt in die wir hineingezogen werden. Und ich denke nur so schafft es dieses System überraschend und unvorhersehrbar zu bleiben. Auch hierbei ist Zusatzmaterial enthalten und die App interessant eingebunden. Doch verlasst euch nicht zu sehr auf die Technik, hier wird auch euer Köpfchen ordentlich gefordert.

Wertungsnote 6/6

Mit diesem Unlock! ist es erstmals gelungen uns vollends zu überzeugen. Sonst gab es immer mindestens einen schwächeren Fall, der uns nicht gefiel. Den Inhalt dieser Box können wir bedenkenlos empfehlen.

Wenn ihr bei irgendeinem Unlock! mal komplett fest steckt und alleine nicht weiter kommt, dann könnt ihr nun endlich auf der Asmodee-Webseite die Komplettlösungen zu allen Unlock!-Szenarien einsehen.

Ausblick Das nächste Unlock! mit dem Untertitel Timeless Adventures steht bereits in den Startlöchern, in Frankreich wird es schon bald erscheinen. Ich denke mal spätestens zu Essen können wir dann auch endlich weiter rätseln. Es gibt ein Wiedertreffen mit Noside im Zirkus, es geht zur Weltausstellung nach Paris und eine Zeitmaschine spielt verrückt.

Verlag: Space Cowboys / Vertrieb: Asmodee
Autor(en): Cyril Demaegd, Dave Neale
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 2 – 6 Spieler
Dauer: 60+ Minuten

Vielen Dank an Asmodee für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Escape Room (in a box) – Das Werwolf-Experiment

Foto: Brettspielpoesie

Lange haben wir in Deutschland auf dieses Escape Room-Spiel warten müssen. Bereits 2016 wurde das ursprünglich auf Kickstarter unterstützte Spiel auf englisch ausgeliefert. Ein Jahr später folgte die gleich sprachige Mattel-Version und ein weiteres Jahr musste bis zur deutschen Umsetzung gewartet werden. Leider ist dabei der Zusatz „in a box“ im Titel verloren gegangen, was ich schade finde. Denn dadurch lässt es sich besser von anderen Spielen mit Escape Room im Titel abgrenzen. Dieses Spiel hebt sich nicht nur in der Entstehungsgeschichte, sondern auch in der Umsetzung ein wenig von den bekannten Systemen ab. Es bringt einiges an Material mit, sogar kleine Boxen, die tatsächlich verschlossen sind und nur mit einem passenden Schlüssel oder Zahlencode zu öffnen sind. Wie für den Verlag Mattel typisch, ist auch in diesem Spiel vieles aus Plastik, doch das tut dem Spielspaß keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil, ich finde gelungen wirklich mal mit angeschlossenen Boxen zu arbeiten.

Es sind insgesamt neun Rätsel zu lösen, jedes liefert ein Lösungswort, welches auch für spätere Rätsel notwendig sein kann. Dafür soll ein Spielleiter diese auf den Spielmaterialien notieren. Die Rätsel selbst sind abwechslungsreich, bedienen unterschiedliche Fähigkeiten, sind allesamt logisch nachvollziehbar und daher auch gut lösbar. Der Schwierigkeitsgrad ist einfach, wir hatten keinen Zeitdruck, obwohl wir das eine oder andere Mal zunächst auf der Leitung standen. Wir konnten alle Rätsel ohne Hilfe lösen. Die Lösungshinweise sind in zwei Briefumschlägen verstaut, nach 15 Minuten darf der erste geöffnet werden, nach 30 Minuten der zweite. Für jedes enthaltene Rätsel gibt es darin zunächst einen kleinen, später einen größeren Wink mit dem Zaunpfahl.

Das Thema ist sehr dünn, einem Wissenschaftler ist es gelungen sich selbst in einen Werwolf zu verwandeln, was auch mit uns passieren wird, wenn wir nicht in 60 Minuten das Gegenmittel finden und einnehmen. Die Rätsel selbst sind weitestgehend losgelöst davon. Dieses System kann vor allem dadurch punkten, das an vielen Rätseln gleichzeitig gerätselt werden kann. Für die komplette Lösung wird oft noch ein letztes Teil benötigt, aber die Spieler können sich schon in die Aufgabe hinein denken, um sie später schneller zu lösen. Daher eignet sich dieses Spiel wirklich gut auch für vier Personen. Angegeben ist es für bis zu acht Spieler, was mir dann aber doch etwas zu viel erscheint. Das Spiel ist komplett rücksetzbar, beschriebene Teile können neu ausgedruckt werden und es gibt eine Anleitung für den korrekten Zusammenbau.

Ausblick: Auf englisch ist seit Kurzem Escape Room in a Box – Flashback verfügbar, bei dem es wohl darum geht vor dem verrückten Werwolf-Wissenschaftler aus der ersten Box zu fliehen. Ich hoffe die Lokalisierung wird dieses Mal schneller gelingen, ich hätte direkt Lust auf ein weiteres Abenteuer.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Mattel
Autor(en): Juliana Patel, Ariel Rubin
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 2 – 8 Spieler
Dauer: 30 – 90 Minuten

Vielen Dank an Mattel für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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