Wo geht’s hier zum Ausgang!? – No. 4

Ausgang Logo

Foto: Brettspielpoesie

Ich habe auf diesem Blog nun schon einige Escape Room-Adaptionen für den Spieltisch vorgestellt, allen liegt die gleiche Idee zu Grunde: Das Erlebnis eines Escape Rooms mit all seinen Rätseln und Aufgaben, die gelöst werden müssen, um zu entkommen, einzufangen und in eine Box zu packen. 2016 fingen die ersten Verlage damit an, doch dieser Trend ist noch lange nicht vorüber. Immer wieder tauchen hier und da neue Anbieter auf und alle finden einen etwas anderen Weg der Umsetzung. Viele dieser Titel bleiben durch Erweiterungen dauerhaft am Markt. Für mich als Rezensent bleibt es schwer, darüber zu berichten. Solche Spiele sind für eine Gruppe nur ein einziges Mal spielbar, danach ist die Lösung schließlich bekannt, daher kann auch nur der grobe Spielablauf mit seinen Mechanismen beschrieben werden. Ich habe nun beschlossen keine einzelnen Rezensionen mehr zu den vielen Escape Room-Adaptionen und dessen Erweiterungen zu verfassen, sondern über mehrere gemeinsam berichten, wenn wieder ein paar durchgespielt wurden.

Exit – Das Spiel: Die Geisterbahn des Schreckens

Exit Spiel Geisterbahn des Schreckens Cover

Foto: Kosmos

Das erste neue Exit-Spiel in diesem Jahr ist die Geisterbahn des Schreckens auf Einsteiger-Niveau. Angeteasert wurde dieses Abenteuer ja bereits im letzten Einstieger-Exit Das mysteriöse Museum. Thematisch ist es ähnlich ausgerichtet, wie das aktuelle Jugendbuch, welches ich weiter unten beschreibe. Es ist thematisch wirklich schön umgesetzt, aber ebenso wenig zum Fürchten wie das Buch, eher etwas gruselig angehaucht. Wir waren über 50 Minuten mit dem Fall beschäftigt, was nicht unbedingt an der Schwierigkeit des Rätsel lag, sondern zu einem Teil einfach an der Schnelligkeit der Abarbeitung. Hier ist man sicher mit mehr Spielern etwas fixer dabei, wir haben es mal wieder nur zu zweit gespielt. Dabei fanden wir keines der Rätsel völlig absurd und hatten einfach angenehmen, lockeren Rätselspaß. Wie von Exit gewohnt, bekommt man so manche Überraschung geboten. Dafür muss auch wieder Material zerstört werden, es lohnt sich jedoch!

Aus persönlicher Sicht kann ich leider nur vier Punkte vergeben, ich möchte gerne stärker heraus gefordert werden. Als Einsteigerfall ist er jedoch sehr gelungen und reiht sich damit perfekt bei seinen Vorgängern ein.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Kosmos
Autor(en): Inka und Markus Brand
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 1 – 4 Spieler
Dauer: 45 – 90 Minuten

Vielen Dank an den Kosmos Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Detective Stories Fall 2 – Antarktis Fatale

Detective Stories Cover

Foto: Brettspielpoesie

Der erste Fall dieser Serie hat die Latte für folgende Fälle recht hoch gesetzt, wie ihr hier nachlesen könnt. Die Begeisterung, die der erste Fall dieser Serie in uns auslöste, konnte der zweite Fall leider nicht ganz erreichen. Wieder bekommen die Spieler nur einen kurzen Brief zur Einführung und einen ganzen Stapel an Papier und Beweisstücken, aus denen sie alle Informationen herausziehen müssen, um den wahren Täter zu ermitteln. Dieses Mal ist ein Mord auf einer Forschungsstation in der Antarktis geschehen und nur die anwesenden Wissenschaftler kommen in Frage, den Mord verübt zu haben. Während wir beim ersten Fall richtig in die Geschichte hinein gesogen wurden und uns die Charaktere fast schon ans Herz gewachsen sind, blieben die Charaktere hier doch recht oberflächlich. Gleiches gilt für die gesamte Geschichte, die hier sehr konstruiert wirkt. Und das obwohl erneut Elemente verwendet werden, welche die vierte Wand durchbrechen lassen. Dafür und auch für Hinweise und die Lösung ist wieder eine Internetverbindung im Spiel notwendig, allerdings muss man sich nirgends registrieren. Wir haben den Fall letztendlich korrekt gelöst, waren damit aber dennoch nicht ganz zufrieden. Es gab nicht so eindeutige Hinweise wie im ersten Fall, es musste viel mehr mit Vermutungen gearbeitet werden. Eigentlich hatten wir am Ende nur alle anderen Personen wegen ihres Alibis ausgeschlossen, einen richtigen Beweis gegen den Täter konnten wir nicht finden.

Im Spielmaterial sind zudem sehr viele Rechtschreibfehler enthalten, die uns irritiert haben, da wir nicht wussten ob dies nun eine verschlüsselte Nachricht sein soll oder es sich schlicht um Fehler handelt. Auch wenn ich sonst eher darüber hinweg sehen könnte, hat es hier unser Rätselerlebnis geschmälert, da viel Ungewissheit erzeugt wurde. Abseits dieser Mängel wurden wir erneut fast zwei Stunden gut unterhalten, ich kann es also durchaus empfehlen. Wer Spaß an solchen Kriminalspielen hat, bei denen man nicht an die Hand genommen wird, sondern einfach den ganzen Batzen Informationen vorgesetzt bekommt, um diesen zu strukturieren und auszuwerten, der macht auch bei diesem Spiel wenig falsch. Sollte sich der Verlag an einen dritten Fall wagen, was ich durchaus begrüßen würde, da das Grundkonzept zu überzeugen vermag, würde ich mir etwas genauere Arbeit bzw. Qualitätskontrolle und wieder mehr Liebe zum Detail wünschen.

Wertungsnote 4/6

Verlag: iDventure
Autor(en): Alexander Krys
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 1 – 6 Spieler
Dauer: 90 – 120 Minuten

Vielen lieben Dank an Kaddy von der Spielfritte, die uns dieses Wanderbrettspiel zugesandt hat. Es kam den weiten Weg von den Gaming Wolves über Brett und Pad und sollte als nächstes bei Brettagoge Nico Wagner eingetrudelt sein!


Exit – Das Buch: Logbuch 1907

Exit Buch Logbuch 1907 Cover

Foto: Kosmos

Nach dem Tagebuch 29 ist dies das zweite Exit-Buch, welches vom Kosmos-Verlag für diese Serie „eingekauft“ wurde. Die Rätsel stammen nicht von Inka und Markus Brand und auch nicht von den Kosmos-Redakteuren. Das Buch weist einige Parallelen zum Tagebuch 29 auf, macht einiges aber auch anders. Wieder ist es notwendig, die Lösungen online einzutragen. Dieses Mal wird jedoch eine Anmeldung erfordert, was einige bereits von diesem Erlebnis abhalten könnte. Die Geschichte ist sehr viel umfangreicher. Während es sich beim Tagebuch 29 um eine lose Rätselsammlung handelte, sind die Rätsel hierbei in eine Geschichte eingebunden. Diese steht allerdings nur zu einem Teil im Buch, zum Teil aber auch nur in der App, nachdem ein Rätsel gelöst wurde. Das irritierte uns total, wozu gibt es denn das Buch, wenn doch jede Menge Text nur in der App verfügbar ist? Die Geschichte selbst ist recht mystisch und dabei nicht unbedingt logisch nachvollziehbar, sie driftet ein wenig ab.

Die Rätselqualität variiert wieder sehr stark. Manche Rätsel sind auf einen Blick gelöst, bei anderen steht man völlig auf dem Schlauch und kommt einfach nicht weiter. Eine Hilfe existiert, wenn sie genutzt wird, verliert man „geistige Gesundheit“. Diese gewinnt man durch korrektes Lösen wieder hinzu. Es gibt zunächst zwei Hinweise, die einen immer mehr in Richtung der Lösung schubsen sollen und zur Not kann man sich auch die Lösung besorgen. An dieser Stelle ist das Exit-Programm gut zu erkennen, im Original gab es nur ein Forum zum Fragen stellen.

Manche Rätsel schienen zunächst unlösbar, waren hinterher betrachtet aber doch eigentlich ziemlich cool. Man muss halt manches Mal ein wenig mehr um die Ecke denken. Manch andere Rätsel waren für unseren Geschmack einfach nicht eindeutig genug gestellt, sodass wir niemals auf die Lösung gekommen wären, obwohl wir prinzipiell genau auf der richtigen Spur waren. Oft fehlt es doch einfach daran eine konkrete Fragestellung zu haben. Man kommt vielleicht auf die Einordnung, in welcher Richtung gesucht werden muss, aber hat einfach keinen Anhaltspunkt für die konkrete Lösung. Es gibt ja auch kaum Vorgaben, sodass man oft nicht einmal weiß ob ein Wort oder eine Zahl gesucht wird. Zwischenzeitlich haben wir eine längere Pause eingelegt, weil uns die Rätselqualität ein wenig nervte und demotivierte. Als das Ende in Sicht war, wollten wir es nur noch „hinter uns bringen“.

Wertungsnote 3/6

Verlag: Kosmos
Autor(en): Giorgos Kiafas
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 1 Spieler
Dauer: keine Angabe

Vielen Dank an den Kosmos Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Exit – Das Buch: Jahrmarkt der Angst

Exit Buch Jahrmarkt der Angst Cover

Foto: Kosmos

Dieses ist wieder ein Jugendbuch aus der Feder von Anna Maybach und den kreativen Ideen der beiden Brands. Die Geschichte steht hier ganz klar im Vordergrund, es ist ein typischer Teenie-Roman rund um das Erwachsen werden mit allem drum und dran. Sogar mit etwas Gruselfaktor, aber nicht in dem Maß, dass schlaflose Nächte zu befürchten wären. Innerhalb der Geschichte sind zehn Rätsel eingebaut, das sind zwar viel weniger als in den Büchern für Erwachsene, dafür sind die Rätsel wieder sehr kreativ und gar nicht so einfach zu lösen. Sie werden einem auch nicht einfach vor die Füße geworfen, sondern reihen sich wunderbar in den Kontext der Rahmenhandlung ein, sodass man sich fast ein wenig in der Rolle des Hauptcharakters wieder finden kann. Zwei der Rätsel fanden wir nicht ganz so gelungen, da uns Kleinigkeiten störten.

Das Hinweissystem wurde im Vergleich zum ersten Exit-Jugendbuch überarbeitet. Damals wurde eine Internetseite verwendet, die auf dem Smartphone nur schwer zu bedienen war. Nun wird kein solches Gerät mehr benötigt, dafür eine Münze oder ähnliches. Die Tipps stehen nämlich auf einer Doppelseite im Beiheft, vor dem versehentlichen Entdecken durch eine Rubbelfolie geschützt (die leider sehr viel Dreck macht…). Wieder gibt es für jedes Rätsel zwei aufeinander aufbauende Hinweise und  zuletzt die Lösung, um nicht komplett stecken zu bleiben, falls man ein Rätsel nicht lösen kann. Wer mit einem Jugendbuch inhaltlich nicht viel anfangen kann, der kann sich an dem Textanteil schon etwas stören. Ich finde es in Ordnung, schließlich ist das Hauptprodukt das Buch. Mir, bzw. uns, hat dieses Buch wieder mehrere Stunden Knobel- und Lesespaß bereitet und ich freue mich bereits auf den für Herbst bereits angekündigten dritten Jugendroman mit dem Titel Die verborgene Stadt.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Kosmos
Autor(en): Anna Maybach, Inka und Markus Brand
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 1 Spieler
Dauer: keine Angabe

Vielen Dank an den Kosmos Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

Ähnliche Artikel:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.