Die Flucht geht weiter

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Auch in diesem Sommer musste nicht auf Escape Room-Abenteuer für zu Hause verzichtet werden. Zwei Erweiterungen zu Escape Room – Das Spiel von Noris Spiele und ein Exit Einsteiger-Szenario vom Kosmos Verlag erwarteten uns. Wie auch schon bei der letzten Brettgeschichte zu Escape Room-Spielen werde ich nur kurz auf das Spielgefühl dieser drei neuen Abenteuer eingehen. Informationen zu Material und Spielablauf findet ihr in den verlinkten Hauptrezensionen.

Escape Room – Secret Agent

Ihr wolltet schon immer mal als Geheimagent unterwegs sein? Dies ist eure Chance. Nachdem ihr beim Nuclear Countdown aus der Grundbox die Stadt Lockholm retten konntet, indem ihr die Bombe rechtzeitig entschärft habt, ist es nun wieder an euch dieser Stadt zu helfen. Dafür müsst ihr nach Zekestan, dem neu gegründeten Staat unter der Herrschaft von Sen. Rokohl, der eine ultimative Geheimwaffe besitzen soll, die es ermöglicht einen beliebigen Ort der Erde auf Knopfdruck auszulöschen.

Die Rätsel waren allesamt gut, es gab keine logischen Inkonsistenzen. Sie waren aus verschiedenen Kategorien, aber leider war ein Rätsel dabei, was in meinen Augen schon allgemein bekannt sein dürfte. So etwas ist natürlich schade, wenn man das Rätsel und dessen Lösungsweg bereits kennt. Grundsätzlich fehlten mir hier ein wenig die innovativen Ansätze bei den Rätseln. Manche Lösungen waren einfach ziemlich schnell offensichtlich. Wir waren 15 Minuten vor Ende der Zeit fertig und dass, obwohl wir beim dritten Rätsel unaufmerksam waren und dadurch wirklich Zeit vertrödelt haben. Ziemlich gut gemacht hat mir dabei die thematische Einbindung gefallen, bei Spielende gab es noch eine Entscheidung zu treffen, die den Ausgang der Geschichte beeinflusst.

Escape Room – The Dentist

Escape Room – Das Spiel hat uns schon immer in teils unangenehme Situationen gebracht: Aus einem Gefängnis zu fliehen, sich mutterseelenallein auf einer Raumstation wieder zu finden oder von einem Clown entführt zu werden. Aber mit dieser gruseligen Umgebung hätte ich nicht gerechnet, es geht zum Zahnarzt! Das Horrorszenario wird zur Realität: Der Zahnarzt muss seine Patienten für ihren Eingriff narkotisieren und als ihr alle aufwacht, befindet ihr euch gemeinsam im abgesperrten Wartezimmer. Über das Telefon informiert euch die Sekretärin noch kurz über eure aussichtslose Situation, dann ist es an euch einen Ausweg zu finden, bevor der Doktor zurück kommt.

Die Rätsel waren allesamt gut gemacht, auch hier gab es keine logischen Inkonsistenzen. Dabei kam uns auch noch kein Rätsel bereits bekannt vor. Es wurden teils ziemlich coole Ideen umgesetzt, die Rätsel folgten einem roten Faden. Es war keine zusammenhanglose Aneinanderreihung, die Rätsel erzählten eine kleine Geschichte. Ich würde wirklich gerne mehr verraten, aber da hilft nur selbst entdecken ;-) Leider waren die Rätsel trotz der Bewertung mit vier Sternen, insgesamt für unseren Geschmack etwas zu wenig fordernd, wir hatten noch gute 20 Minuten Zeit über. Aber die Richtung, in die sich Escape Room entwickelt, gefällt. Gerne dürfte jetzt eine Erweiterung mit fünf Sternen folgen, um uns so richtig zu fordern. Aber bitte auch dabei auf dem Boden bleiben und nicht wieder solche Patzer einbauen wie beim letzten Rätsel im Tempel der Azteken oder im Casino.

Escape Room Erweiterungen und Exit - Das mysteriöse Museum Spielmaterial

Spielmaterial / Foto: Brettspielpoesie

Exit – Das mysteriöse Museum

Die Brands entführten uns zuletzt, gemeinsam mit Redakteur Ralph Querfurth, der erneut als Autor aufgelistet wurde, in Das mysteriöse Museum. Dieser Exit-Teil ist für Einsteiger konzipiert, zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die Rätsel linear aufgebaut sind. Im Heft darf nicht wild herum geblättert werden und es stehen immer nur die Informationen zur Verfügung, die aktuell benötigt werden.

Entsprechend der Kategorisierung waren die Rätsel leicht, aber noch lange nicht trivial. In meinen Augen ist dies das anspruchsvollste der Einsteiger-Exits. Oft wird bei Exit die fehlende Geschichte bemängelt, doch diese zieht sich hier ebenfalls wie ein roter Faden durch das Abenteuer und ist interessant zu verfolgen. Die Rätsel sind auch passend zur Hintergrundgeschichte aufgebaut. Und wieder wurden wirklich coole Ideen umgesetzt, auf die man erstmal kommen muss. Obwohl sich manche Gedankenmuster mit jedem Escape Room, ob real oder als Brettspiel, mehr und mehr einprägen, schaffen es die Autoren immer wieder überraschende Kniffe einzubauen. Großer Respekt vor dieser Leistung!

Vielen Dank an Kosmos für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Alle drei vorgestellten Escape Room Spiele bewerte ich mit vier Punkten. Alle waren gut, für meinen persönlichen Geschmack jedoch etwas zu leicht. Dabei haben sich alle im Gegensatz zu einigen früheren Erscheinungen bei der Geschichte und der thematischen Einbindung verbessert. Ich habe jedenfalls noch nicht genug von den Escape Room Adaptionen für zu Hause.

Wertungsnote 4/6

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