Speed Colors

Speed Colors Cover

Cover / Foto: Game Factory

Wer von euch regelmäßig auf diesem Blog unterwegs ist, weiß dass hier nur selten Kinderspiele rezensiert werden. Und wenn doch, sind meist Schafe enthalten, da ich um solche Spiele nur schwer einen Bogen machen kann. Doch auf der Spiel’17 in Essen habe ich alle Game Factory-Neuheiten kurz anspielen können und Speed Colors hat mir auf Anhieb sehr gefallen. In einer Gruppe mit Erwachsenen, also dachte ich mir dieses Spiel mal genauer unter die Lupe zu nehmen und mit meinen Spielgruppen zu testen. Das Ergebnis aus diesen Partien, möchte ich euch nun vorstellen.

Spielmaterial:

Mit den sechs Filzstiften in den Farben blau, gelb, grün, lila, orange und rot können die 55 Bildkarten mit jeweils sechs Flächen ausgemalt werden. Auf fünf Punktekarten werden mit den Stiften die Punkte festgehalten. Jeder Stift hat am anderen Ende einen kleinen Putzschwamm, mit dem die Farbe vollständig von den Karten entfernt werden kann.

Spielmechanismus:

Auf Kommando darf sich jeder die Positionen der Farben auf seiner Bildkarte ansehen. Sobald man meint sich alles eingeprägt zu haben, wird die Karte umgedreht, ein Stift genommen und die erste Fläche ausgemalt. Dann der nächste Stift, für die nächste Fläche und so weiter. Bis einer „Stopp!“ ruft und alle anderen nur noch die bereits begonnene Fläche beenden.

Speed Colors Bildkarten

Bildkarten / Foto: Brettspielpoesie

Für saubere Arbeiten in vorgegebener Farbe gibt es zwei Punkte, einen immerhin wenn die falsche Farbe verwendet wurde. Wobei jede Farbe nur einmalig gewertet wird. Entsprechend der erreichten Punktzahl werden Felder der Schlange auf der Punktekarte ausgemalt. Mit der Rückseite der Punktekarten kann die Wertung etwas verschärft werden. Bei einer korrekt eingefärbten Fläche darf eine Blüte ausgemalt werden, für Flächen falscher Farbe nur ein einzelnes Blütenblatt, von denen drei zusammen wieder eine Blüte ergeben. Wer es noch schwieriger möchte, kann selbst darauf verzichten und nur Punkte für korrekte Farben gewähren. Die Vor- und Rückseiten der Punktekarten können auch kombiniert werden, wenn Kinder zum Beispiel mit Erwachsenen spielen.

Speed Colors Punktekarten

Punktekarten / Foto: Brettspielpoesie

Bevor die nächste Runde beginnt, darf der Spieler mit den wenigsten Punkten die Kappe zweier Stifte vertauschen, doch nur bei denen, die noch nicht getauscht wurden, sodass in der letzten Runde keine Kappe mehr die korrekte Farbe zeigt. Diese Zusatzregel kann in Partien mit jüngeren Kindern auch weggelassen werden.

Spielende:

Nach der vierten Runde endet die Partie. Der Spieler mit den meisten ausgemalten Flächer auf seiner Punktekarte gewinnt.

Spieleranzahl:

Die Anzahl Spieler kat kaum einen Einfluss auf das Spielgefühl. Es ist bei weniger Spielern nur leichter, eine bestimmte Farbe zu erhalten, da weniger Personen gleichzeitig Zugriff auf die Farbstifte haben.

Glücksfaktor?

Zumindest gefühlt zeigen manche Bildkarten weniger auszufüllende Fläche, als andere. Das kann einem besser oder schlechter liegen, von daher kann man schon von Glück sprechen, welche Karte man zieht. Davon abgesehen ist eine Kombination aus Schnelligkeit und Merkfähigkeit erforderlich.

Fazit:

Die Faszination der ersten Partie auf der Spiel konnte leider nie wieder erreicht werden. Ich weiß nicht, ob es mit dem Messetrubel zusammen hängt, der die Sinne trübt, aber zu Hause kam kaum Spielspaß auf. Die Filzstifte eignen sich nur bedingt dazu, die Flächen komplett einzufärben, da sie durch ihre Beschaffenheit auch wieder Farbe entfernen. Die Spitzen der Farben rot und orange sehen sich zudem sehr ähnlich, was häufig erst beim malen auf der Bildkarte entdeckt wird. Besonders für Kinder, für die dieses Spiel gedacht ist, kann beides schnell frustrierend sein. Da kann man die Regeln mit den sauber ausgefüllten Flächen sicherlich ein wenig aufweichen, auch wenn es dann nicht mehr ganz im Sinne des Erfinders ist. Und es Streit provozieren kann, ob eine Fläche nicht vollständig ausgemalt oder durch den Stift wieder Farbe entfernt wurde.

Die Bildkarten zeigen unterschiedliche Motive mit unterschiedlich großen Flächen, was unausgewogen erscheint. Das Vertauschen der Kappen ist ein schöner Mechanismus, um Spielern die hinten liegen einen kleinen Vorteil zu geben. Die anderen Spieler müssen in der kommenden Runde erst heraus finden, welche dies sind. Wer zu schnell beginnt seine Flächen auszumalen, kann trotz korrekter Erinnerung mit der Farbe daneben liegen. Und das wegwischen der Farbe ist erst nach der Wertung erlaubt.

Es bleibt für Erwachsene leider nur wenig Spielspaß, genau wie für Kinder, wenn man sich exakt an die Anleitung hält. Kinder können aber auch einfach so Spaß daran haben, die wirklich kindergerechten Motive mit den beiliegenden Stiften farbig auszumalen. Das hat dann vielleicht nicht mehr viel mit einem Brettspiel zu tun, ist aber dennoch ein schöner Zeitvertreib. Der Verlag rät übrigens die Spieleschachtel waagerecht zu lagern, um möglicht langanhaltenden Spielspaß mit dem Material erleben zu können. Der Sinn dahinter ergibt sich mir leider nicht, gerne dürft ihr mich in den Kommentaren aufklären.

Wertungsnote 2/6

Verlag: Game Factory
Autor(en): Erwan Morin
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 2 – 5  Spieler
Dauer: 15 – 20 Minuten

Vielen Dank an Game Factory für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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