Spielefamilie: Word Slam

Spielefamilie Logo

Spielefamilie Logo / Foto: Brettspielpoesie

Und schon wieder gibt es eine neue Rubrik auf Brettspielpoesie: Die Spielefamilie! Manches Mal bietet es sich einfach an, verschiedene Spiele bzw. Erweiterungen in einem Zug zu betrachten und nicht als einzelne Rezensionen zu veröffentlichen, daher werde ich nun ab und an Spielefamilien vorstellen. Es wird sicherlich keine regelmäßige Rubrik werden, sondern eher immer wenn es passt mal eingestreut und vielleicht auch eine bereits existierende Rezension verlinkt, wenn dazu bereits etwas veröffentlicht wurde. Den Beginn macht Word Slam, ein Kommunikationsspiel für zwei konkurrierende Gruppen von Inka und Markus Brand, erschienen beim Kosmos Verlag.

Word Slam

Zwei Teams spielen gegeneinander, ein Spieler jedes Teams schaut sich einen Begriff an und versucht diesen mit den 105 Wortkarten zu beschreiben ohne auch nur ein Wort zu sagen, dies geschieht parallel in beiden Teams. Die Spieler sehen nur die Worte ihres Erklärers, hören aber die Rateversuche des gegnerischen Teams. Welches Team zuerst den gesuchten Begriff nennt, bekommt die Begriffkarte. Man kann sich zuvor auf eine bestimmte Anzahl Karten einigen, es gewinnt wer bei Partieende die meisten Karten vorweisen kann. Allerdings ist Sieg oder Niederlage hier völlig nebensächlich, das Spielprinzip selbst macht einfach süchtig. Nie ist es bei einer Partie geblieben, immer wurde ein Nachschlag gefordert. Wirklich schade, dass dieses Spiel ein Jahr nach dem großen Erfolg von Codenames irgendwie unter dem Radar lief und auch die Empfehlung der Spiel des Jahres-Jury daran nicht viel ändern konnte. Bei uns ist Word Slam der perfekte Eisbrecher in neuen Spielgruppen, besonders für Gruppen ab sechs Spielern.

Word Slam Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Die Begriffkarten sind nach Schwierigkeit sortiert und auf jeder Karte ist ein Begriff farblich etwas anders hinterlegt. Damit werden Film- oder Literaturtitel sowie Namen realer oder fiktiver Personen gekennzeichnet und es wird empfohlen in den ersten Partien auf diese Begriffe zu verzichten.

Wertungsnote 5/6

Word Slam: DSP-Edition

Obwohl das Spiel nicht in der Top 10 der Abstimmung zum Deutschen Spielepreis landete, schaffte es eine kleine Mini-Erweiterung in die zweite Goodie-Box von Frosted Games im Jahr 2017. Das hat mich sehr gefreut und sie ist in einer solchen Box auch gut aufgehoben, denn spielen kann man sie nur als wahrer Brettspielgeek. Die Begriffskarten zeigen Namen von Autoren, Spielen oder Mechanismen und es macht in der passenden Runde richtig viel Spaß.

Word Slam DSP-Edition

Word Slam DSP-Edition / Foto: Brettspielpoesie

Wertungsnote 5/6

Word Slam Relaunch

2018 startet Kosmos ein Relaunch des Spiels. Es gibt nun zwei kleinere Boxen mit etwas abgespecktem Material, dafür aber auch zu geringeren Kosten. Es gibt keine Plastikständer mehr für die Karten, keinen Würfel und keine Sanduhr. Die Schachtel selbst soll als Trenner in der Tischmitte platziert werden und jede Karte hat eine Augenzahl auf der Rückseite. So gibt die Rückseite der folgenden Karte die Nummer auf der aktuellen Karte an. Mir gefällt die Ausstattung des Originalspiels, daher wäre meine Empfehlung sich ein solches zuzulegen, solange man es noch findet. Das Material trägt doch zum Spielvergnügen bei und wir nehmen noch immer die große Schachtel mit, auch wenn die Begriffe der neuen Versionen gespielt werden sollen.

Einige Wortkarten aus dem Grundspiel wurden überarbeitet und zeigen nun zwei gegenteilige Begriffe auf einer Karte, einige neue Begriffe sind hinzugekommen. Sich an die Karten mit zwei Begriffen zu gewöhnen, hat bei uns etwas gedauert, oft ist es passiert, dass die Karte im Eifer des Gefechts falsch ausgerichtet war. Zudem erfolgt nun eine Zweiteilung der gesuchten Begriffe in die beiden folgend aufgeführten Boxen.

Word Slam Eklärkarten

Eklärkarten / Foto: Brettspielpoesie

Word Slam Family

Bei Word Slam Family sind die Begriffe in Kategorien eingeordnet, das erleichtert den Zugang, vor allem wenn Kinder mitspielen. Die Kategorien sind:

  • Filme, Musik, Literatur
  • Tiere, Pflanzen, Kreaturen
  • Reisen, Outdoor, Geschichte
  • Essen & Trinken
  • Wissenschaft, Technik, Religion
  • WWW & Social Media
  • Gefühle & Diverses

Die Oberbegriffe sind also auch nicht eindeutig und bieten daher immer noch genug Anlass für Knobeleien, da sie teils doch recht große Bereiche abdecken. Die Begriffe sind zum Teil recht modern, einige Beispiele: Duckface, Snapchat, Gangnam Style, ROFL. Besonders in Gruppen mit Spielern verschiedener Generationen kann sich bei solchen Begriffen der eine oder andere etwas ausgeschlossen fühlen und ich bin mir auch unsicher, wie gut solche Begriffe „altern“.

Word Slam Family Begriffe

Begriffe / Foto: Brettspielpoesie

Wertungsnote 4/6

Word Slam Midnight

Word Slam Midnight besitzt dieselbe Ausstattung wie Word Slam Family, aber es gibt die bekannten Kategorien gelb, rot, schwarz. Enthalten sind nur „erwachsene“ Begriffe. Das ist nicht unbedingt alles Schweinkram, sondern können auch Begriffe sein, die Kindern und Jugendlichen vielleicht einfach nicht geläufig sind. So gibt es zum Beispiel Das Tagebuch der Anne Frank als Begriff oder Konjunktur. Die Einteilung der Begriffe zu den drei Schwierigkeitsstufen erscheint uns dabei allerdings recht willkürlich. Während in unseren Partien des Grundspiels eine regelrechte Steigerung der Komplexität und damit auch der Anzahl verwendeter Wortkarten und der längeren Ratezeit zu erkennen war, ist dies hier komplett durcheinander. An manch einem gelben Begriff hat man sich die Zähne ausgebissen, während schwarze Begriffe mit wenigen Wortkarten erfolgreich erklärt werden konnten. Aber das ist natürlich schon Jammern auf hohem Niveau.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Kosmos Verlag
Autor(en): Inka und Markus Brand
Erscheinungsjahr: 2016 / 2017 / 2018
Spieleranzahl: 4 – 8 Spieler
Dauer: 45 Minuten

Vielen Dank an Kosmos für die teilweise Bereitstellung der Rezensionsexemplare!

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