Kosmos Presseevent 2018

Brettgeschichte Logo

Logo / Foto: Brettspielpoesie

Im Moment geht es Schlag auf Schlag, man merkt wie die Spiel in Essen näher rückt. Auch am vergangenen Wochenende stand wieder ein Presseevent an, dieses Mal war der Kosmos Verlag der Ausrichter. Wie bereits im vergangenen Jahr wurden diverse Pressevertreter in das Hotel Kloster Haydau in Morschen eingeladen. Darüber habe ich mich sehr gefreut, ist dieser Ort doch nur zwei Stunden Fahrzeit von meinem zu Hause entfernt. Im letzten Jahr sollte das Kloster den passenden Rahmen für die Präsentation von Das Fundament der Ewigkeit dienen, für dieses Jahr ertönte von einem der Anwesenden der mit einem Augenzwinkern versehne Vorschlag wieder ein passendes Spielthema zu finden, um dort bleiben zu können. Ein weiteres Spiel mit religiösem Thema erscheint dieses Jahr bei Kosmos zwar nicht, dennoch bildete der Ort eine passende Kulisse.

Roll For Adventure Feuer

Feuer / Foto: Brettspielpoesie

Das Presseevent begann mit einer Show-Einlage des Kasseler Feuertänzers, der gleich zu Beginn einen Würfel und später den Schriftzug Roll for Adventure in Brand setzte. Nun dämmerte alle Anwesenden auch, womit der Abend beginnen sollte: Einer Partie des kooperativen Abenteuerspiels von Brett J. Gilbert und Matthew Dunstan. Dieses Mal ging es nicht in das Kloster selbst, sondern in die Klosterscheune, in der mehrere Tische mit Handmustern dieser Neuheit bestückt waren.

Roll for Adventure Spielsituation

Spielsituation (Handmuster) / Foto: Brettspielpoesie

Nach ein paar einleitenden Worten von Kosmos Geschäftsführer für Spielwaren Heiko Windfelder und Presse-Leiterin Silke Ruoff, begann der Redakteur Wolfgang Lüdtke allen diese Neuheit vorzustellen, bevor sie sich an ihre erste Partie machten. Jeder Spieler bekommt einen Charakter mit einer Sonderfähigkeit und fünf Würfel zu Beginn. Gespielt werden kann auf verschiedenen Schwierigkeitsstufen, Ziel ist es eine bestimmte Anzahl an Machtkristallen zu bekommen. Für diese können die Würfel in den vier Bereichen des Spielplans eingesetzt werden, jeder Bereich hat seine eigene Vorgabe an die Würfel. Nach jedem Zug wird ein Feind aufgedeckt, der zu einem der vier Orte gehört und dort Würfel zerstört oder Schaden anrichtet. Dadurch verloren gegangene Würfel kommen in den Strudel des Vergessens, sie gelangen erst zurück wenn Würfel mit Wert von mindestens zehn eingesetzt wurden. Das haben wir in unserer Partie leider außer acht gelassen und gnadenlos verloren. Denn irgendwo im Feindesstapel versteckt sich der Meister der Schatten der alle ausliegenden Feinde aktiviert und immer wieder zurück in den Stapel gemischt wird. Das Spiel war dabei durchaus interessant und vor allem wirklich schnell gespielt. Nicht nur durch die verschiedenen Ziele, sondern auch die unterschiedlichen Charaktere und ihre Fähigkeiten erhoffe ich mir langanhaltenden Spielspaß.

Roll for Adventure Totenkopf

Totenkopf / Foto: Brettspielpoesie

Als nächstes machte sich unsere Gruppe an den neuen Titel im Lost Cities Universum mit dem Untertitel Unter Rivalen. Dieses kann mit bis zu vier Spielern gespielt werden, wie beim Original werden aufsteigende Kartenreihen gebildet. Mit sogenannten Wettkarten können die Punkte vervielfacht werden. Neu ist dabei, der Auktionsmechanismus, über den die Spieler an die Karten gelangen. Alle beginnen mit der gleichen Anzahl Münzen, welche sie für den Kauf der Karten verwenden können. Zweimal im Spiel  werden alle ausgegebenen Münzen unter allen Spielern gleichmäßig neu verteilt. Das Spielgefühl ähnelte tatsächlich dem des Originals, ich würde jedoch immer lieber letzteres spielen. Der Bietmechanismus funktioniert gut, aber irgendwie ist es nicht so recht mein Fall.

Nur auf persönliche Bitte zweier Blogger hatte das Kosmos-Team ein Exemplar von Deutschland: Finden sie Minden? im Gepäck, doch da ich und auch die Brettspielgeeks dieses Spiel noch nie gespielt hatten, starteten wir stattdessen eine Partie. Ich hatte zwar etwas Sorge um meine Geografiekenntnisse, doch es lief besser als gedacht. Was zum Teil daran gelegen haben mag, dass viele mir bekannte Orte auslagen ;-) Doch die richtigen Positionen selbst bekannter Orte herauszufinden, war ohne Kennzeichnung der Autobahnen gar nicht so einfach.

Nun ging es schon auf Mitternacht zu, was könnte da Passenderes gespielt werden als Word Slam Midnight, eine der beiden neuen Standalone Varianten von Word Slam. Während es bei der Family-Version nun vorgegebene Kategorien für die zu erratenden Begriffe gibt, geht es bei Midnight um Begriffe für Erwachsene, manche davon recht schlüpfrig, andere eher weniger. Das Spielprinzip bleibt erhalten: Die Begriffe dürfen nur mit den Wortkarten erklärt werden, diese wurden zum Vorgänger allerdings etwas aktualisiert. Wie immer ein großer Spaß in größerer Runde und heute mit einem sehr versöhnlichen Gleichstand als Endergebnis.

Spät ging es für mich ins Bett, doch früh wieder raus, ab 9 Uhr wurde weiter gespielt. Heute sollte Tribes, eine weitere Neuheit in großer Spieleschachtel kennen gelernt werden. Dieses ehemalige Kickstarterspiel wurde ebenfalls von Wolfgang Lüdtke redaktionell betreut, der Autor ist auch kein Unbekannter, ihm haben wir Nations und Nations das Würfelspiel zu verdanken. Auch bei Tribes geht es thematisch darum, ein Volk durch mehrere Zeitalter zu begleiten. Dies jedoch als leicht zu erlernendes Familienspiel mit interessantem Aktionsmechanismus. Im Grunde gibt es nur vier verschiedene Aktionen auf sechs Aktionsplättchen, die in einer Reihe ausliegen. Später kommen auch Ereignisse hinzu, die sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben können. Wer nicht das vorderste Plättchen ausführen möchte, muss dafür bezahlen. Bei jedem Spieler ensteht im Laufe der Partie eine Landschaft, auf der eigene Figuren platziert und vermehrt werden, um bestimmte Vorgaben zu erreichen, die zu Siegpunkten führen. Ich hatte zeitweise das Gefühl, keine sinnvollen Aktionsmöglichkeiten wählen zu können und etwas gespielt zu werden. Ich möchte aber nicht ausschließen, dass ich unvorteilhaft gespielt habe, daher bin ich interessiert, es weiter auszuloten.

Tribes Spielsituation

Spielsituation (Handmuster) / Foto: Brettspielpoesie

Gerne hätten wir gleich eine zweite Partie nachgeschoben, doch das geplante Programm war noch nicht zu Ende, was wäre auch ein Kosmos Presseevent ohne ein neues Exit? Da die Katakomben des Grauens noch nicht fertig waren und als fortgeschrittenes Spiel in zwei Teilen auch nicht zu einem solchen Event passen würden, bekamen wir die Möglichkeit Exit Kids Code Breaker auszuprobieren. In vier Schwierigkeitsstufen müssen die Kinder bei dieser Exit-Version anhand von kleinen Aufgaben eine Farbe, ein Gericht und einen Gegenstand aus über vierzig Plättchen finden. Diese können entweder nur im Schwarzlicht, unter einer roten Folie oder mit einem Spiegel entziffert werden. Um es für uns Erwachsene noch etwas interessanter zu machen, hingen diese Plättchen im gesamten Raum verteilt. In meinem Augen eine interessante Variante, die Kindern sicher Spaß machen wird. Es ist nicht auszuschließen, dass ich als großes Kind, dieser Aufgabe ebenfalls nicht widerstehen kann ;-)

Exit Kids

Exit Kids / Foto: Brettspielpoesie

Bevor ich den Heimweg antrat, duellierte ich mich noch mit der neuen Imhotep-Variante für zwei Spieler. Die Holzsteine wurden durch Plättchen ersetzt, statt Schiffe zu beladen müssen wir selbige nun entladen. Dafür setzen wir in einem 3×3-Raster unsere Figuren ein, alternativ kann das Entladen ausgelöst werden, sobald mindestens zwei Figuren in einer Reihe oder Spalte stehen. Statt gemeinsam an Gebäuden zu arbeiten, haben beide Spieler ihre eigene Auslage mit den Orten, an denen die Plättchen für Siegpunkte platziert werden. Wieder haben diese Orte zwei Seiten mit unterschiedlichen Wertungen. Eine wirklich schöne und interessante Variante für zwei Spieler, die ich noch näher unter die Lupe nehmen und euch davon berichten werde.

Es wurde von mir zwar nicht angespielt, aber ebenfalls zu sehen gab es mit Die verschollenen Legenden die neueste Erweiterung zu Die Legenden von Andor, die allerdings nicht von Michael Menzel stammt. Stattdessen haben sich die Andor-Fans  der ersten Stunde Dorothea Michels und Michael Miller neue Legenden überlegt und diese werden nun von Kosmos veröffentlicht. Dazu erzählten die beiden Autoren ein wenig wie sie zu Andor und zum Autorendasein gekommen sind. Die neuen Legenden knüpfen an Legende 5 an und erzählen einen neuen Geschichtenstrang, der parallel zu den bisherigen Geschehnissen verläuft. Einen weiteren neuen Erzählstrang wird die bald erscheinende App liefern, die im Solo-Modus auf Smartphone oder Tablet gespielt werden kann.

Ebenfalls als App, aber auch als Brettspiel gab es die neue Catan-Version Der Aufstieg der Inka zu sehen. Leider bin ich auch hier nicht dazu gekommen es anzuspielen, habe aber einige positive Stimmen dazu gehört. Vor allem darüber dass es keine Siegpunkte gibt, sondern der Spieler gewinnt, der als erster mit seinem dritten Stamm den Aufstieg der Inka einleitet. Hierbei sind gebaute Siedlungen nicht für die Ewigkeit, Straßen werden beim Untergang eines Stammes wieder abgebaut und Siedlungen verschwinden im Dickicht. Klingt nach einer erfischenden Variante.

Kloster Haydau

Kloster Haydau / Foto: Brettspielpoesie

Es war erneut eine sehr schöne Veranstaltung in gemütlicher Atmosphäre, vielen lieben Dank an das gesamte Kosmos-Team für die Einladung und die klasse Betreuung vor Ort.

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