Escape the Room – Das Geheimnis des Refugiums von Dr. Gravely

Escape the Room - Das Geheomnis des Refugiums von Dr. Gravely Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Die Exit-/Escape-Spiele haben uns bisher alle begeistert, nicht nur in realen Räumen, sondern auch zu Hause am Spieltisch. Daher können wir es kaum erwarten die neuen „Räume“ in den Händen zu halten. Das erste neue Abenteuer kommt dieses Jahr von Thinkfun, auf deutsch erschienen bei HCM Kinzel. Sehr schnell fanden wir einen Termin mit den gleichen Personen, mit denen wir bereits das Geheimnis der Sternwarte entschlüsselt haben und trafen uns gemütlich am Wochenende. Auf Verkleidung und passende Musik wurde dabei allerdings wieder verzichtet, der Spaß am Rätseln steht für uns im Vordergrund.

Spielmaterial:

Dieses Mal starten die Spieler mit vier verschlossenen Umschlägen, einem Lösungsrad und der Anleitung. Das Lösungsrad erinnert an das aus dem ersten Teil, nur die äußeren Rätselsymbole unterscheiden sich. Auch hierbei empfiehlt sich die Verwendung eines Times sowie bereit gelegten Zetteln und Stiften. Wieder bietet der Verlag auf der Webseite Vorschläge zur musikalischen Untermalung und passenden Verkleidungen. Nach einer Partie kann mit der Zusammenbau-Anleitung wieder der Ausgangszustand hergestellt werden, um das Spiel weitergeben zu können.

Spielmechanismus:

Es ist das Jahr 1913 und ihr habt bei einem Preisausschreiben einen Urlaub in Dr. Gravelys Refugium gewonnen. Dort, wo sonst nur die Reichen der Reichen residieren, sollt ihr nun optimale Erholung finden. So viel wurde euch zumindest versprochen, doch kurz nach eurer Ankunft wird die Tür hinter euch fest verschlossen und ihr müsst versuchen, das Geheimnis dieses Ortes zu entschlüsseln und zu entkommen. Dafür habt ihr 90 bzw. 120 Minuten Zeit, je nachdem wie viele ihr seid. Auch dieses Mal wird die Geschichte nach und nach offenbart und ihr erhaltet neue Informationen und Gegenstände durch das Öffnen der Briefumschläge, welche wiederum andere Umschläge und weiteres Material enthalten können. Um einen Code zu entschlüsseln, benötigt man vier Symbole, die man den Farben rot, gelb, grün und blau zuordnen kann. Erscheint dann in der Mitte zwei Mal das passende Rätselsymbol, darf man den zugehörigen Umschlag öffnen.

Escape the room Das Refugium des Dr.Gravely Spielmaterial

Spielmaterial / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Läuft die Zeit ab, bevor alle erforderlichen Rätsel gelöst wurden, haben die Spieler verloren. Schaffen sie hingegen alle Rätsel zu lösen, erfahren sie die Geschichte hinter dem Geheimnis des Refugiums von Dr. Gravely.

Spieleranzahl:

Hier gilt das Gleiche wie für den ersten Teil: 3-4 Spieler sind optimal, mehr wären sicherlich zu viel. Je nach Spielerzahl werden 90 oder 120 Minuten vorgegeben. Es ist uns allerdings noch einschränkender vorgekommen, was die Relation von Material zu Spielern angeht, es existieren viele Dinge, die nur ein Einzelner zu einem Zeitpunkt betrachten bzw. lösen kann.

Glücksfaktor?

Die Rätsel müssen gelöst werden, da hilft kein Glück. Es sei denn man probiert alle möglichen Lösungen durch, aber das wäre nicht im Sinne des Spiels. Wieder wird man von Rätsel zu Rätsel geführt, kann sich also kaum „verrennen“. Es sei denn, man versucht unbedingt schon Rätsel zu lösen, für die man noch gar nicht alle Materialien bzw. Informationen hat, weil man nicht abwarten kann 😛 Man kann das Spiel auch ohne das letzte Rätsel beenden, was eine Option für Familien mit Kindern sein kann, die unter Zeitdruck stehen. So kann Escape the Room frühzeitig enden und dabei dennoch das Gefühl einer siegreichen Mission vermitteln. Rätselliebhaber werden sich jedoch sicher immer für alle Rätsel bis zum bitteren Ende entscheiden.

Fazit:

Der zweite „Raum“ ist etwas kniffeliger, das Lösen der Rätsel erfordert mehr Zeit. Wieder wurde tolles Material verarbeitet und man muss viel damit machen. Diesmal ist es leider umso ärgerlicher, dass eigentlich immer nur eine Person bei einem Rätsel wirklich etwas tun kann und die anderen höchstens Ideen für weitere Aufgaben sammeln können. Das hilft wiederum bei folgenden Rätseln, da man ja ausreichend Zeit hatte, sich damit zu beschäftigen. Teilweise empfanden wir die Codes dann aber doch zu offensichtlich. Auch wenn wir mehr Zeit verbraucht haben, wurde es bei uns nicht knapp und es kam kein Zeitdruck auf.

Wieder ist der Aufbau der Rätsel sehr ähnlich. Alles spitzt sich zu, bis man an einem Punkt die Zeit ggf. anpassen und sich entscheiden muss, das große Rätsel zu lösen oder sich direkt in die Freiheit zu retten. Das Abschlussrätsel forderte uns dieses Mal allerdings weniger, vermutlich weil wir vorher viel Zeit hatten über noch kommende Aufgaben nachzudenken. während die Anderen sich der Lösungen aktueller Rätsel näherten. Dieses Mal ist mir besonders aufgefallen, dass die Geschichte dahinter zwar interessant ist und Atmosphäre aufbauen soll, wir aber allesamt zu ambitioniert waren, die Rätsel schnell zu lösen. Während einer die Geschichte vorliest, machen sich alle anderen schon ans Rätseln und hören kaum noch zu. Das finde ich sehr schade, denn oft wird bei dieser Art Spiele ja gerade bemängelt, dass es keine ordentliche Geschichte dahinter gäbe. Doch die passt hier sehr gut zum Spielablauf und die Rätsel werden thematisch schön eingebettet. Als Tipp würde ich vorschlagen, wenn man nicht gerade unter Zeitdruck steht, erst nur die Geschichte aus dem Umschlag zu nehmen und vorzulesen und das weitere Material erst hinterher hervor zu holen. Alles in allem können wir einfach nicht genug von den Escape-/Exit-Spielen bekommen und hoffen, dass sich Escape the Room weiter entwickelt und vielleicht noch etwas kniffeliger wird.

Wertungsnote 5/6

Verlag: ThinkFun / HCM Kinzel
Autor(en): Rebecca Bleau, Nicholas Cravotta
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 3 – 8 Spieler
Dauer: 90 – 120 Minuten

Vielen Dank an HCM Kinzel für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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