Kneipenquiz: Das Original

Kneipenquiz Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Quizspiele – Es gibt viele verschiedene von ihnen. Manche lieben sie, andere hassen sie. Einige davon konzentrieren sich auf bestimmte Kategorien, andere verlangen ein umfangreiches Allgemeinwissen. Doch meist haben sie eine Sache gemein: Haben die Spieler einen unterschiedlichen Wissenshorizont, haben die einen einen Vorteil und die anderen das Nachsehen. Daher wird der einen Gruppe solch ein Spiel auch wesentlich besser gefallen, als der anderen Gruppe. Denn ein Quizspiel, bei dem man kaum Antworten auf die Fragen kennt, hinterlässt meist kaum Spielspaß für die Unwissenden. Das führt oft dazu, dass keiner mehr mit den Allwissenden spielen möchte, obwohl diese besonders viel Spaß daran haben. Aus dieser Zwickmühle entkommt das Kneipen-Quiz hervorragend, weil es einfach etwas anders macht. Was genau das ist, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.

Spielmaterial:

Die Spielschachtel bietet schon Einiges. Sie ist aus festem Material und wird in das Spiel eingebunden. Die zwei ausziehbaren Schubladen bieten Platz für die 13 zusammen gesetzten Spielfiguren, die 150 Fragenkarten, die 90 Wertungsplättchen,  den Wertungsblock und die Sanduhr. Um an die Schubladen zu gelangen wird der Deckel aufgeklappt, dort erscheint die Punkteleiste. Die Schachtel weist einen Schlitz auf, in den die Karten für das Spiel gesteckt werden, daneben Ablageflächen für die Wertungsplättchen und die Sanduhr.

Kneipenquiz Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielmechanismus:

In England weit verbreitet, werden Kneipen-Quiz-Abende auch in Deutschland immer beliebter. Dabei treten die Kneipenbesucher meist tischweise gegeneinander an und versuchen mehr Fragen korrekt zu beantworten als die anderen. Das Grundprinzip gilt auch für dieses Kneipen-Quiz. Nur das hierbei die Spieler einen Tisch, also eine Rategruppe, bilden und die anderen Tische von Bierflaschen repräsentiert werden. Die Spielfigur der Eule steht für das Rateteam und die Spieler versuchen mit ihren Antworten mehr Schritte auf der Punkteleiste vorzurücken als die anderen. Dafür kommen pro Partie 25 der 30 Wertungsplättchen einer der drei Schwierigkeitsstufen „Easy Peasy“, „Showtime“ und „In your dreams“ zum Einsatz. Jeweils sechs sind dabei einem Team zugeordnet. Die Plättchen für die Flaschen zeigen jeweils eine rote und eine grüne Zahl. Bei einer richtigen Antwort gehen die Flaschen so viele Schritte vor, wie der grüne Wert angibt, den Wert der roten Zahl bei einer falschen Antwort. Die Eule, als Repräsentant der Spieler, darf zusätzlich für jede korrekte Antwort ein Feld vorschreiten. Wurde die Frage einem Eulenplättchen zugeordnet, werden diese Schritte auf der Punkteleiste zusätzlich abgetragen.

Kneipenquiz Spielmaterial

Spielmaterial / Foto: Brettspielpoesie

Eine Partie besteht aus fünf Runden, in denen jeweils fünf Fragen beantwortet werden müssen. Dafür haben die Spieler jeweils 5 Minuten Zeit. Die Antworten werden diskutiert und nach Einigung auf dem Wertungsblatt notiert. Dann müssen noch die Wertungsplättchen den Fragen zugeordnet werden. Nach Ablauf der Sanduhr werden die Antworten verglichen und anhand der Wertungsplättchen Punkte vergeben.

Spielende:

Das Spiel endet, nachdem die Punkte für die letzte der fünf Fragenkarten vergeben und die Spielfiguren entsprechend gesetzt wurden. Steht die Eule anschließend vor allen Flaschen auf der Punkteleiste, haben die Spieler den Sieg errungen. Sie müssen sich jedoch geschlagen geben, wenn auch nur eine Flasche mit ihnen gleichauf steht oder mehr Punkte einfahren konnte.

Spieleranzahl:

Als das Spiel bei uns eintraf, waren wir so erpicht darauf loszulegen, dass wir, entgegen der Spielerzahlangabe des Verlages von 3-6, direkt eine Partie zu zweit starteten. Leider war unser gemeinsames Wissen nicht ausreichend und wir haben recht hoch verloren, trotz leichtestem Schwierigkeitsgrad. Umso mehr Spieler, auf desto mehr Wissen kann in der Regel zurück gegriffen werden. Dadurch haben die Spieler bessere Siegchancen. Von daher ist die Empfehlung des Verlages schon gut getroffen. Mehr Spieler können aber auch zu unterschiedlichen Antwortmöglichkeiten führen, dann muss diskutiert werden, auf welche Antwort man sich einigt. Mit mehr als sechs Spielern kann auch kompetitiv gespielt werden, dann benötigt man jedoch einen neutralen Quizmaster und es werden keine Wertungsplättchen benötigt, da einfach beide Teams jeweils einen Punkt für jede richtige Antwort erhalten.

Glücksfaktor?

Die Fragen kommen aus sehr unterschiedlichen Kategorien und sind teilweise recht speziell. Das hat man entweder zufällig irgendwo gehört oder man muss raten. Dabei ist es natürlich ein wenig zufällig und daher glücksabhängig, ob man Fragen bekommt, bei denen man sich auskennt oder nicht. Ohne ein solides Grundwissen wird man allerdings nicht weit kommen. Außerdem ist es dem Zufall geschuldet, welche Wertungsplättchen nicht zum Einsatz kommen. Idealerweise werden alle Eulen gewertet und nicht alle Flaschen. Die Eulen lohnen sich vor allem dann, wenn die Spieler die Antworten wirklich wissen.

Fazit:

Quiz-Spiele mag ich eigentlich nicht sonderlich. Wir haben natürlich auch ein paar obligatorische Vertreter davon in der Spielesammlung, diese werden jedoch so gut wie nie hervor geholt. Denn Quiz-Spiele haben eben diesen großen Nachteil: Der Spielspaß steigt und fällt mit dem vorhandenen Wissen der Spieler. Das ist hier etwas anders, denn man muss gar nicht besser sein als die anderen Spieler. Stattdessen sucht man gemeinsam nach den richtigen Lösungen. Diese setzen sich manchmal erst aus den Ideen mehrerer Spieler zusammen. Einer erinnert sich an ein Bruchstück, durch das ein anderer vielleicht auf die Lösung kommt. Sind alle ahnungslos, muss geraten werden. Dabei kann es sehr kontroverse Diskussionen geben. Vor allem, wenn man sich für genau die falsche Antwort entschieden hat und die andere korrekt gewesen wäre. 🙄 Doch sind eben dies die Momente, die einem noch lange in Erinnerung bleiben.

Das Material überzeugt auf ganzer Linie. Der Karton mit der Wertungsleiste ist sehr umfangreich gestaltet, enthält viele Details wie Erdnüsse oder Wasserränder von Flaschen. Ich mag es ja immer sehr, wenn die Spielschachtel in das Spiel eingebunden wird, hier wird damit das richtige Ambiente erzeugt. Die Namen der Flaschen sind originell: Zum Beispiel „Kill Benny“, „Astral“ oder „Guinell“ weiß sicher jeder einzuordnen. Nur das Spielmaterial in den kleinen Schubladen unterzubringen ist ein wenig knapp bemessen. Der stabile Karton wird sicher länger halten, als die Fragekarten. 😉 Doch von diesen wird es bereits im Juni 217 ein Ergänzungsset mit 250 Fragen beim moses Verlag geben. Die Fragen sind teilweise sehr speziell. Entweder hat einer davon schon mal gehört oder eben nicht und es bleibt nur Raten. Bei manchen Fragen stehen vier Antwortmöglichkeiten zur Verfügung, dann kann man durch Ausschluss zur Lösung gelangen. Mir ist nicht so recht klar, nach welchen Kriterien diese Antwortmöglichkeiten angeboten werden. Die Fragen beziehen sich teilweise auf mediale Ereignisse aus der längeren Vergangenheit, daher werden es Gruppen aus allzu jungen Spielern wirklich schwer haben.

Kleiner Tipp von mir am Rande: Mischt die Karten vor der ersten Partie gut durch. Sonst kann es passieren, dass mehrere Fragekarten hintereinander Fragen zu einem bestimmten Themengebiet aufweisen. Und wenn dieses bei manchem Spieler nicht ankommt, kann das den gesamten Spielspaß trüben. Ansonsten hatten wir viel Spaß bei unseren Partien, auch wenn wir längst nicht alle gewinnen konnten. Vor allem nicht, wenn der Schwierigkeitsfaktor steigt und die Plättchen für die Flaschen höhere und für die Eule niedrigere Werte zeigen. Aber es wäre ja auch langweilig, immer locker zu gewinnen. So bleibt der Reiz erhalten, es in lockeren Runden noch häufiger hervor zu holen.

Wertungsnote 5/6

Verlag: moses Verlag
Autor(en): Heinrich Glumpler, Marco Teubner
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 3 – 6 Spieler
Dauer: 30 – 40 Minuten

Vielen Dank an den moses Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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