Nürnberger Spielwarenmesse 2017 (2)

Weiter geht es heute mit meinen Eindrücken aus Nürnberg von der Spielwarenmesse. Bei Pegasus Spiele wurde ich auf das ein oder andere Spiel aufmerksam, welches mich von der Beschreibung eigentlich nicht angesprochen hatte. Okiya von Bruno Cathala mit Plättchen im japanischem Stil ist ein taktisches Spiel, das mich dennoch interessiert. Zwei Spieler versuchen durch geschicktes austauschen ihrer Spieler-Plättchen mit den Plättchen des ausliegenden Rasters eine Sieg-Anordnung zu erzielen. Taktische Spiele für 2 Spieler gab es noch weitere. Und auch wenn es optisch toll aussieht, befürchte ich dass ich mit Onitama nicht viel anfangen kann. Jeder Spieler hat fünf Figuren, die sich auf der Spielmatte gegenüberstehen. Mit Hilfe der fünf Bewegungskarten versuchen die Spieler auf die andere Seite zu gelangen oder den Meister des anderen Spielers zu schlagen. Die genutzte Bewegungskarte steht zukünftig dem Gegner zur Verfügung, was man bei seiner Auswahl beachten sollte. Dafür könnte mit 4 Seasons gefallen, obwohl es optisch Ähnlichkeiten zu Elements bietet. Es ist nämlich weniger mathematisch. Die Kontrahenten können Karten in die Mitte oder die eigene Auslage spielen, um Mehrheiten zu gewinnen und die Siegpunktausbeute für den Spieler mit der Mehrheit bei Spielende auszubauen.

Auf ein weiteres kleines Spiel könnt ihr euch ebenfalls freuen. Mit Santo Domigo kommt ein kleines Kartenspiel im Port Royal Setting. Ursprünglich erschien es beim Ostia Verlag und war ohne Erweiterungsset nur für 2 Spieler geeignet. Es wurde erst nur ein Prototyp vorgestellt, der mit kräftigeren Farben überzeugt.

Von der Umsetzung der Neuauflage von Sheep & Thief wurde ich leider enttäuscht. Dass die Wattebällchen gegen Holzschafe getauscht wurden, kann ich ja noch verschmerzen, aber wie sehen denn bitte die Tiere aus? Das Artwork hat mir im Original wesentlich besser gefallen. Lediglich die neuen Siegpunktkarten und die enthaltenen schwarzen Schafe als kleine Erweiterung lassen mein Interesse ein wenig am Leben. Das andere große Familienspiel Mein Traumhaus gefällt mir da wesentlich besser. Es kann nicht nur optisch überzeugen, sondern auch vom Spielablauf, bei dem man aus einer Kartenauslage Raumkarten für sein eigenes Eigenheim auswählt. Bei Axio, dem ersten Spiel der neuen Reihe basierend auf Einfach  Genial!, müssen rechteckige Plättchen mit den bekannten Symbolen aneinander gereiht werden, um möglichst viele Punkte zu holen. Aber bitte gleichmäßig, denn am Ende zählen nur die Punkte des Symbols mit den wenigsten Punkten. Die Holzklötzchen bieten eine neue Option Punkte zu generieren. Neue Möglichkeiten an Siegpunkte zu gelangen bietet auch die Love Letter Erweiterung mit 10 neuen Charakteren. Diese ermöglichen das Spiel mit 8 Personen und mit ihren Funktionen kann es mehrere Sieger in einer Runde geben.
Ich konnte bei Pegasus auch meine erste Munchkin Monster Box in den Händen halten und sie gefällt gut. Stabiler Karton, tolle Grafiken und jeweils Platz für 2.000 Karten. Alle drei enthalten dieselben Promo-Karten und -Lesezeichen, sodass niemand für diese Goodies dreifach in die Tasche greifen muss. Leider musste ich sie wieder zurück ins Regal stellen, aber ab Mai sollten es sie zu kaufen geben.

Bei Ravensburger gab es die alea-Neuauflagen leider nicht zu sehen, aber sie kommen im Frühjahr. Mit den bisherigen Nummern und allen bisher erschienen Mini-Erweiterungen. Zu sehen gab es unter anderem El Dorado, ein interessantes Deckbuilding- und Wettlaufspiel von Reiner Knizia. Das Kartenspiel zu Scotland Yard wird gerade bei uns schon rauf und runter gespielt, um bald Näheres zu berichten. Auch wurde bereits ein Ausblick auf Face Cards gezeigt, bei dem man Bildkarten zu Bildkarten zuweisen muss, um anschließend zu erraten welche Bilder die Spieler verknüpfen wollten. So kann ein Surfer-Boy Ähnlichkeit mit einem Wischmop haben oder eine Steinformation aussehen wie ein Affengesicht. Im September wird es erhältlich sein. Es klang ein wenig nach einem Krazy Wordz mit Bildkarten. Apropos Krazy Wordz, das gibt es bald auch als englische Version.

Iello hatte neben dem bereits erwähnten Prototypen für Mountain of Madness auch den überarbeiteten Prototypen von Bunny Kingdom dabei. Dieses niedliche Mehrheitenspiel soll dieses Jahr endlich fertig werden.

Amigo Spiele geht wieder mit einigen handlichen, schnell gespielten Spielen an den Start. Um Schnelligkeit und Aufmerksamkeit geht es sowohl bei Lecker Mammut! als auch bei Caramba. Wer dreimal dasselbe Tier oder die gleiche Hintergrundfarbe sieht, kann mit einem Schlag auf die Keule die Karten beim Steinzeit-Kartenspiel für sich beanspruchen. Beim Würfelspiel Caramba nimmt man sich den passenden Pöppel wenn alle eigenen Würfel die gleiche Farbe zeigen. Bei beiden gilt, dass nichts gesichert ist und die Mitspieler alles wieder wegnehmen können. Ebenfalls auf Schnelligkeit kommt es bei Schwarz Rot Gelb Extreme an. Wie beim Original müssen sich die Karten der eigenen Kartenreihe unterscheiden – dieses Mal in Anzahl, Form und Farbe. Denn statt Schriftzügen von Farben sieht man nun unterschiedliche Symbole auf den Karten.
So manches Deja-Vu gibt es beim gleichnamigen Spiel zu erleben. In drei aufeinander folgenden Runden werden Karten aufgedeckt, auf denen jedes Symbol genau zwei Mal vorkommt. Wer meint, ein Symbol zum zweiten Mal zu entdecken, nimmt sich das zugehörige Plättchen. Doch war es wirklich in dieser Runde und nicht vielleicht doch der Kompass, anstelle der Uhr?
Etwas mehr Zeit sollte man für Saboteur – Das Duell einplanen, der Zwei-Spieler-Variante des Klassikers. Dabei versuchen beide Spieler die meisten Goldklumpen zu finden und dem Gegner die Wege zu verbauen. Zu guter letzt gab es noch die Jubiläumsedition von Bohnanza zu sehen, die Fortführung fer neuen Bohnanza-Serie mit der Nummer 4. Die 20 Jahre spiegeln sich hierbei in allen Karten wieder, alle haben eine neue Grafik bekommen, bei der die 20 eingebaut wurde. Zudem gibt es nun die Springbohne mit einem besonderen Bohnometer. Ab zwei geernteten Bohnen dieser Sorte erhalten alle Spieler eine Bohnenkarte, die sofort ausgespielt oder abgelegt werden muss und der Ausspielende bekommt einen Bohnentaler. Es scheint das Jahr der Jubiläumseditionen zu werden 😀

Auf Die Gärten von Versailles vom Schmidt-Verlag konnte ich leider keinen Blick werfen, das ist mir irgendwie nicht untergekommen. Dafür aber die neue Carcassonne Erweiterung Manege frei! mit Artisten, Zirkusdirektoren, Zirkusplättchen und einem Zirkuszelt – leider ausschließlich mit neuer Grafik. Daneben stand Carcassonne Junior, eine reine Neuauflage der Kinder von Carcassonne.

Bei Kosmos kommt neben den drei neuen Exit-Abenteuern eine Jubiläumsedition der Catan-Erweiterung Seefahrer heraus, welche einen Kampagnenmodus enthält. Dieser wird auch einzeln verfügbar sein. Dabei erfährt man in vier spannenden Abenteuern die Geschichte, wie die Seeräuber nach Catan kamen.
Der 5-Minute-Dungeon verspricht mit vielen Spielkarten ein kooperatives Echtzeit-Abenteuer, indem die Spieler in 5 Minuten versuchen gemeinsam dem Dungeon zu entkommen. Es spricht mich jedenfalls mehr an als Lucky Lachs, bei dem mich bloß die Verpackung im Fisch-Format begeistert. Die Karten zeigen High 5, Checker-Faust oder Ähnliches und es muss immer ein anderer gefunden werden, der die gleiche Aufgabe hat. Es gewinnt, wer seine Karten als Erster los ist.
Spannend waren für mich die Veränderungen beim 2-Personen-Spiel Holmes, über die ihr hier bald ausführlicher erfahren werdet.

Kurz vor dem Ende der Veranstaltung an diesem Tag war ich noch beim Nürnberger Spielkartenverlag, um mir deren Neuheiten zeigen zu lassen. Darüber möchte ich aber an dieser Stelle gar nicht so viele Worte verlieren, denn euch erwarten hier bald vollständige Rezensionen von Twenty One, Qwinto – Das Kartenspiel und Tembo.

Einmal bin ich auf dem Weg zu einem Termin beim Stand von Oink Games vorbei gekommen. Gerne hätte ich mir das neue Spiel The Pyramid’s Deadline näher angesehen, aber ich musste weiter und später habe ich den Stand leider nicht wieder gefunden. Und Zeit ernsthaft danach zu suchen, war auch nicht mehr verfügbar. Aber so bleibt Potential mich im nächsten Jahr zu verbessern. Optimierung der Laufwege sowie mehr Fotos auch während oder direkt im Anschluss an Regelerklärungen 😉 Auch bei den 3 Hasen in der Abendsonne bin ich immer wieder vorbei gelaufen, zum stehen bleiben blieb jedoch leider keine Zeit. So richtig viel habe ich neben Brettspielen auch gar nicht gesehen, war ja nur in den Hallen 10 aufwärts unterwegs. Und selbst dort hab ich bei weitem nicht alles gesehen und sicherlich in diesem Berichht auch irgendwas vergessen. Erst im Nachhinein wurde mir bewusst, was noch für interessante Fotos möglich gewesen wären. Ich hoffe ihr habt trotzdem einen kleinen Einblick in meinen Besuch der Spielwarenmesse 2017 bekommen. Weitere Messeberichte findet ihr bei

Bretterwisser
Brettspielbox
Spielfreu(n)de
Spiel doch mal…!
Spielevater
Spieleleiter

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3 Gedanken zu “Nürnberger Spielwarenmesse 2017 (2)

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  2. Zu The Pyramid’s Deadline schreibe ich eine Rezension, sobald ich wieder ein bisschen Luft habe. Oink Games war einer der ersten Stände, den ich angesteuert habe. 🙂

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