Spookies

Spookies Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

HABA expandiert. Der Verlag, der von den Nominierungs- und Empfehlungslisten zum Kinderspiel des Jahres kaum noch wegzudenken ist, möchte nun auch ein älteres Publikum ansprechen. Dafür gibt es seit diesem Jahr eine neue Serie, mit dem Aufdruck „Spieleabend approved“. Diese Spiele wurden vom Verlag an Spieleabenden getestet und für gut befunden. Sie haben eine angenehme Dauer, wodurch mehrere Spiele oder mehrere Partien an einem Abend Platz haben. Den Start macht hier bei den Rezensionen der Titel Spookies vom Autor Stefan Kloß, bei dem die Spieler ihre Freunde in ein gruseliges Spukhaus schicken.

Spielmaterial:

Ein großer Spielplan zeigt ein dunkles Spukhaus mit vielen Etagen bis hoch zum geheimnisvollen Dachboden. Jedem Stockwerk wird eine Zahl zugeordnet. Vor dem Gartentor werden die Freunde Kracko, Duffy, Hanja, Poppy und ihr Hund Schnuffer aufgestellt. Die stabilen Figuren sind aus Holz, beidseitig niedlich bedruckt. Dazu gibt es 75 sogenannte Spookies, kleine Papp-Chips mit einem Gespenst auf der Rückseite und den Werten 1, 2, 3 und 5 in unterschiedlicher Anzahl. Es fehlen nun nur noch vier große Zahlenwürfel von 1-6 und der sechsseitige Freundewürfel, mit den Umrissen der Protagonisten sowie einem Fragezeichen für eine Partie. Die Würfelaugen glitzern auf jedem Würfel in einer anderen Farbe.

Die Anleitung ist zweisprachig (englisch, deutsch), leicht verständlich und gut gegliedert. Am Ende werden die wichtigsten Punkte noch in einer Kurzanleitung zusammengefasst, für den schnellen Wiedereinstieg. Besonders auffällig ist der Erfassungsbogen in der Mitte, wo man Spiele mit Spielernamen und Punkten notieren kann.

Spielmechanismus:

Die Spieler sind reihum an Zug. Der Freundewürfel gibt vor, welche Spielfigur der aktive Spieler ziehen muss. Dann nimmt er sich zwei, drei oder vier Zahlenwürfel. Damit versucht er mindestens die Zahl des nächsthöheren Stockwerkes zu erzielen. Dafür werden aber jeweils nur die beiden höchsten Augenzahlen gezählt, unabhängig davon, wie viele Würfel eingesetzt wurden. Gelingt ihm dies, bekommt er Spookies, die er ohne nachzusehen verdeckt vor sich ablegt. Die Anzahl variiert anhand der erreichten Stufe und der Würfel, die eingesetzt wurden (abzulesen direkt auf dem Spielplan). Im ersten Zug lohnt es sich zum Beispiel nicht, mehr als zwei Würfel zu nutzen, da man dann keine Spookies bekommt. Auf den höheren Etagen, kann man mit drei oder vier Würfeln, die Chance erhöhen, ein hohes Ergebnis zu erzielen, bekommt dann aber weniger Spookies. Nun darf der aktive Spieler entscheiden, ob er sich an die nächste Stufe heran traut und erneut würfelt oder lieber aufhört. Ist das Ergebnis gleich dem Wert, auf dem sich die Spielfigur gerade befindet, ist der Zug vorbei. Würfelt man eine kleinere Zahl, als die der Etage auf der sich die Spielfigur befindet, muss man die Differenz an Stufen zurück gehen und für jede Stufe auf dem Ausgangsfeld einen Spookie aus dem eigenen Vorrat fallen lassen. Andere Spieler können sich diese Spookies nun aneignen, aber nur, wenn sie die Etage mit genau zwei Würfeln erreichen.

Spookies Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Als Variante schlägt die Anleitung vor, auf den Freundewürfel zu verzichten, sodass jeder Spieler selbst entscheidet, welchen Freund er bewegt.

Spielende:

Das Spiel endet, sobald der letzte Spookie aus dem allgemeinen Vorrat genommen wurde. Die Spieler drehen nun ihre Spookies um und zählen die Werte zusammen. Sieger ist, wer die meisten Punkte erzielt hat.

Spieleranzahl:

Das Spiel kann mit 2-5 Spielern gespielt werden. Bei 2 oder 3 Spielern werden einige Spookies zufällig aussortiert. Daher funktioniert es mit jeder Spieleranzahl.

Der Spielreiz verfliegt bei Erwachsenen recht schnell, bei Kindern bleibt dieser länger.

Glücksfaktor?

Spookies ist verdammt glückslastig. Wer oft hintereinander nur niedrige Zahlen würfelt, verliert schnell den Anschluss. Man hat zwar die Wahl ob man weiter macht oder aussteigt, aber das frühzeitige Aussteigen ist bei diesem „Push-your-Luck-Mechanismus“ meist nicht empfehlenswert, da die Verluste sich zu gering auswirken.

Die Variante macht das Spiel ein wenig taktischer, weil man sich den Freund nun auswählen kann. Eine große Verbesserung des Spielgefühls wird dadurch jedoch nicht erreicht.

Fazit:

Spookies bringt nicht ganz das mit, was ich mir von der neuen Haba-Serie gewünscht habe. Es ist sehr glückslastig und für Kinder wesentlich besser geeignet, als für Erwachsene. Für (Familien mit) Kinder(n) kann es ein angenehmer Spielspaß sein, wenn die Kinder gerne zocken. Besonders die niedlich gestalteten Spielfiguren kamen bei den Kids sehr gut an. Wer will nicht liebend gerne mit dem niedlichen Hund Schnuffer das Haus erkunden? Allerdings schade, wenn der Freundewürfel dann eine andere Person zeigt. Für ältere Familienspieler wird es schnell seinen Reiz verlieren. Ein erster (kleiner) Schritt vom reinen Kinderspiel zum familientauglichen Spiel.

Wertungsnote 3/6

Die Bewertung ist aus meiner Sicht als Vielspieler, in Relation zu den anderen Rezensionen zu sehen. Daher gebe ich hier zwei Bewertungen ab, eine weitere allein auf Kinderspiele bezogen.

Kinderspiel-Wertung:

Wertungsnote 5/6

Verlag: Haba
Autor(en): Stefan Kloß
Erscheinungsjahr: 2015
Spieleranzahl: 2 – 5 Spieler
Dauer: 30 Minuten

Vielen Dank an HABA für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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