Qwantum

Qwantum Cover

Cover / Foto: NSV

Der Nürnberger Spielkartenverlag steht für kleine, knackige Karten- oder Würfelspiele. Vor sechs Jahren schaffte es mit Qwixx zum ersten Mal ein Würfelspiel auf die Nominierungsliste zum Spiel des Jahres. Es musste sich in diesem Jahr aber gegen Hanabi geschlagen geben, einem ebenso auf dieser Liste ungewöhnlichem, kleinen Kartenspiel. Drei Jahre später wurde die Serie mit Qwinto fortgeführt, nun soll die Trilogie enden. Qwantum heißt der letzte Titel in dieser Qw-Serie. Hinter diesen drei Spielen stehen jeweils andere Autoren, es begann mit Steffen Benndorf, wurde von Uwe Rapp und Bernhard Lach weiter geführt und nun folgt der dritte Streich von Reinhard Staupe, Anna Oppolzer und Stefan Kloß. Und als Teil dieser Riehe muss sich Qwantum auch seinen Vorgängern stellen. Wie es sich in die Serie einreiht, könnt ihr in dieser Rezension lesen.

Spielmaterial:

Typisch für den NSV sind ein ordentlich dicker Wertungsblock, kleine Bleistifte mit Radiergummi und natürlich Würfel enthalten. Von letzteren gibt es sieben Stück, einer zeigt nur die Werte von eins bis sechs, die anderen unterschiedliche Zahlenwerte in verschiedenen Farben.

Spielmechanismus:

Wer am Zug ist würfelt mit allen Würfeln. Es gibt die Möglichkeit eines Nachwurfs mit beliebig vielen Würfeln. Dann muss eine Zahl eingetragen werden. Dazu werden immer alle Zahlenwerte einer Farbe zum Wert des farblosen Würfels addiert, das Ergebnis muss in der gleichfarbigen Zeile eingetragen werden. Die Zahlen bis zum senkrechten Strich müssen dabei aufsteigend (aber nicht unbedingt direkt aufeinander folgend) eingetragen werden, nach dem Strich wieder absteigend. Sobald eine Spalte vier Werte enthält, zähl der zweit- niedrigste Wert für die Endwertung. Kann oder möchte der aktive Spieler keinen Wert eintragen, muss er einen Fehlwurf markieren, deren Minuspunkte sich mit der Anzahl erhöhen. Anschließend dürfen alle Spieler, auch der aktive Spieler, eine andere Farbe wählen und deren Gesamtwert eintragen, was aber niemand tun muss.

Qwantum Spielmaterial

Spielmaterial / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Das ganze wird so lange gemacht, bis entweder ein Spieler alle Felder seines Wertungsblatts gefüllt hat oder den fünften Fehlwurf markieren musste. Die Punkte der komplett gefüllten Spalten werden addiert und ggf. die Minuspunkte für Fehlwürfe davon abgezogen. Der Spieler mit dem höchsten Gesamtwert gewinnt die Partie.

Spieleranzahl:

Dieses Spiel ist für 2-4 Spieler geeignet. Bereits in Partien zu zweit wurde bei uns meist doppelt so lange gespielt, wie auf der Schachtel angegeben, die 15 Minuten halte ich für utopisch. Die Spielerzahl ist für das Spielgefühl eigentlich unerheblich, da man die Züge der Mitspieler ebenfalls verwenden kann, um Zahlen einzutragen.

Glücksfaktor?

Der Glücksfaktor ist hier in meinen Augen von allen drei Spielen der Qw-Serie am höchsten. Es gibt zwar die Möglichkeit beliebig viele Würfel einmalig erneut zu würfeln, es kann aber nicht beeinflusst werden, welche Farbwerte dabei heraus kommen können. Zwar kann man die Würfel anhand ihrer Werte und Farben zum erneuten Würfeln wählen oder eben nicht, aber ich ich habe keinen dedizierten Farbwürfel, der mir eine bestimmte Farbe garantiert.

Fazit:

Leider ist Qwantum für mich das schwächste Spiel der Serie, ich persönlich würde immer eine Partie Qwixx oder Qwinto vorziehen. Bei Qwantum habe ich kaum Entscheidungsspielraum, ich bin den Würfelergebnissen völlig ausgeliefert. Da bringt mir auch die Entscheidung welche Würfel neu geworfen werden sollen wenig. Wenn die gewünschte Farbe partout nicht erscheint, hat man schlicht und einfach Pech. Man kann ein wenig taktieren, wenn man zwei Farbwerte eintragen könnte, welche man für sich alleine beansprucht und welchen man allen zur Verfügung stellt, häufig erübrigt sich diese Entscheidung jedoch, da nur ein Wert zu gebrauchen ist. Auch die Entscheidung, mit welchem Wert eine Zeile begonnen wird, liegt zum Teil in der Hand der Spieler. Wer hoch einsteigt kann zwar in den vorderen Reihen höhere Werte erzielen, hat es aber schwerer den Strich zu erreichen. Kann ein Mitspieler regelmäßiger Werte eintragen, wird er vermutlich gewinnen, da er bei Spielende mehr Werte in die Endabrechnung einbringen kann. Das klingt von der Idee gar nicht verkehrt, aber es spielt sich einfach zu beliebig. Und dauert dafür auch häufig viel zu lange. Ich habe schon Stimmen gehört, denen es zusagt sein Glück auf diese Weise heraus zu fordern. Für mich und meine Spielgruppen gilt das leider nicht.

Wertungsnote 3/6

Verlag: Nürnberger Spielkartenverlag
Autor(en): Anna Oppolzer, Stefan Kloß, Reinhard Staupe
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 15 Minuten

Vielen Dank an den Nürnberger Spielkartenverlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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