Verleihung Spiel des Jahres 2016

Oh man, was waren das für zwei Wochen, die hinter mir liegen?! Jetzt sitze ich schon wieder in einem Hotelzimmer, bereits dem vierten in den letzten 11 Tagen. Nach Paris und Berlin sitze ich heute in Erkrath, einem kleinen Örtchen nahe Düsseldorf und habe viel Zeit die vergangenen Tage Revue passieren zu lassen. Doch statt vorne zu beginnen, starte ich heute mit dem Abschluss vom vergangenen Montag, der Pressekonferenz zur Verleihung der Kritikerpreise Spiel / Kennerspiel des Jahres 2016.

Dieses Jahr habe ich vorgesorgt. Damit mein morgendlicher Zug nicht wieder verspätet kommt, bin ich einfach schon am Samstag angereist. Wieso, weshalb, warum und was ich am Wochenende erlebt habe, erfahrt ihr in den kommenden Brettgeschichten noch ausführlich. Entspannt wurde es dennoch nicht, denn ich musste nach der Veranstaltung zügig verschwinden, um meinen Zug zum Schulungsort ab Braunschweig am Nachmittag zu bekommen, wo ich mich derzeit noch befinde.

Das Aufstehen viel mir an diesem Tag nicht sehr leicht, Schlaf konnte ich in der Nacht zuvor nur wenig finden. Die Wände im Hostel waren dünn und mein Zimmer nicht sehr weit von Lobby und Bar entfernt. Und #sheepsleep, wie von meiner Herberge angekündigt, habe ich leider nicht viel abbekommen. Ich musste aber bis 9 Uhr meinen Parkplatz vor der Tür räumen, sonst wäre es teuer geworden. Also machte ich mich recht früh auf den Weg zum Hotel, indem die Pressekonferenz statt finden sollte. Ein Parkhaus hatte ich im Vorfeld bereits recherchiert, das Auto abgestellt und auf die Blogger-Kollegen gewartet. Dieses Jahr waren es noch mehr als 2015, die Pressekonferenz bis auf den letzten Platz gefüllt. Selbst bekannte Fernsehsender waren in diesem Jahr dabei.

Die Veranstaltung begann sehr ähnlich zu der letzten. Nach ein paar einführenden Worten von Bernhard Löhlein kam Tom Felber zu Wort. Auch in diesem Jahr wurde nichts künstlich in die Länge gezogen, sondern fix zur Vorstellung der Nominierten übergegangen und im Anschluss die Pöppel mit den jeweiligen Spielen enthüllt. Die Spannung ist dennoch immer wieder gestiegen 😀 Das Ergebnis sollten alle bereits kennen, zur Vervollständigung hier kurz erwähnt: Kennerspiel des Jahres ist Isle of Skye und der rote Pöppel ging an Codenames.

SdJ 16 Sieger

SdJ 16 Sieger / Foto: Brettspielpoesie

Strike! Da hatte ich den richtigen Riecher 🙂 Die Begründung der Jury deckt sich in etwa mit meinen Aussagen in der Prognose. Codenames begeistert viele unterschiedliche Spieler und führt zwangsläufig zu weiteren Partien. Es ist ein Spiel für Familien im weitesten Sinne und funktioniert nicht zwangsläufig mit Kindern, aber für diese gibt es das Kinderspiel des Jahres. Spiel des Jahres ist nicht zwangsläufig mit Familienspiel gleichzusetzen, es soll ein Spiel sein, dass dabei hilft Gesellschaftsspiele in unserer Gesellschaft noch mehr zu verbreiten und zu etablieren. Auch Karuba und Imhotep sind empfehlenswert, aber Codenames hat das gewisse Etwas. Und der Nachfolger Codenames Pictures war auch bereits erhältlich, ich bin sehr gespannt auf diese Partien und euch davon zu berichten. Der Autor Vladaa Chvatil hat nach vielen großartigen Spielen endlich die Jury überzeugen können, auch wenn es sich dabei um kein typisches Spiel dieses Autors handelt.

SdJ16 Nominierte

SdJ16 Nominierte / Foto: Brettspielpoesie

Das Kennerspiel ging wieder an das österreichische Autoren-Duo, die erste Titelverteidigung beim Kennerspiel des Jahres. [UPDATE: 20.07.2016]Tom Felber Bernhard Löhlein [UPDATE ENDE] machte es sich einfach und stellte einfach die gleichen Fragen wie letztes Jahr, was Alexander Pfister aber nicht entgangen ist. Die Zusammenarbeit der beiden wird weiter gehen, kommendes Jahr können wir uns auf eine Erweiterung zu Isle of Skye freuen. Ein weiteres Kennerspiel steht noch nicht in den Startlöchern, die beiden Autoren wollen den anderen auch noch Chancen lassen 😀 Besonders erfreulich ist dieser Sieg auch für den Verlag Lookout Spiele, der neben dem Sonderpreis für Agricola nun endlich einen Hauptpreis gewinnen konnte. Für die Pressekonferenz wurden keine Kosten und Mühen gescheut: Es gab viele Schottenröcke zu sehen, eine tolle Dekoration, einen Dudelsack-Spieler und Promo-Plättchen. Zur Sicherheit in zwei Versionen 😉

SdJ '16 Deko

SdJ ’16 Deko/ Foto: Brettspielpoesie

T.I.M.E Stories und Pandemic Legacy sind innovativ und überzeugen so manchen Vielspieler, bei dem gewöhnlichen Kennerspieler bin ich mir jedoch nicht sicher. Ich habe in meinem Bekanntenkreis bereits viel Kritik gehört, sollte eines dieser Spiele den Titel bekommen, da sie eben nicht unbegrenzt oft spielbar sind und eine Gruppe Spieler mehrfach zusammen kommen muss. Am besten in kurzen Zeitabständen. Zur Verleihung waren fast alle Autoren anwesend, nur Rüdiger Dorn war leider beruflich verhindert. Dafür waren zum Teil die Grafiker dabei oder bei Codenames sogar der Übersetzer, alle Beteiligten wurden geehrt. Imhotep-Autor Phil Walker-Harding ist sogar extra aus Australien angereist.

Für Kosmos war es die zweite Nominierung in Folge, auch wenn es beide Male leider nicht zum Sieg gereicht hat, eine, tolle Leistung. Dafür konnten sie mit Kerala immerhin den Preis für das österreichische Spiel der Spiele entgegen nehmen. Und die Space Cowboys waren nun das dritte Mal in Folge nominiert, was sie zu einer festen Größe in der Brettspielszene macht. Hoffentlich machen sie weiter so, irgendwann wird es sich sicherlich auszahlen. Wieder war es eine rundum gelungene Veranstaltung, der ich wegen weiterer Termine leider viel zu kurz beiwohnen konnte, aber immerhin das ein oder andere kurze Gespräch geführt habe.

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3 Gedanken zu “Verleihung Spiel des Jahres 2016

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  2. Eine Anmerkung: „Tom Felber machte es sich einfach und stellte einfach die gleichen Fragen wie letztes Jahr, was Alexander Pfister aber nicht entgangen ist.“ Nein, es war nicht Tom Felber der die gleiche Frage wie letztes Jahr gestellt hat, sondern Bernhard Löhlein

    Lg,
    Alex

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