Spiel des Jahres 2019 – Nominierungen

Seit Montag stehen sie fest, die Nominierten in den drei Kategorien Spiel des Jahres, Kennerspiel des Jahres und Kinderspiel des Jahres.

Spiel des Jahres (roter Pöppel)

Empfehlungsliste: Belratti, Dizzle, Imhotep – Das Duell, Krasse Kacke, Reef, Sherlock

Kennerspiel des Jahres (grauer Pöppel)

  • Flügelschlag (Feuerlandspiele)
  • Carpe Diem (alea, Ravensburger)
  • Detective (Portal Games, Pegasus Spiele)

Empfehlungsliste: Architekten des Westfrankenreichs, Das tiefe Land, Newton, Paper Tales

Kinderspiel des Jahres (blauer Pöppel)

  • Fabulantica (Pegasus Spiele)
  • Go Gecko Go (Zoch Verlag)
  • Tal der Wikinger (HABA)

Empfehlungsliste: Bauernhof-Bande, Concept Kids – Tiere, Magic Maze Kids, Monster Match, Monster-Bande, Octopus, Voll verwackelt

Ich habe die Nominierungen nun ein wenig sacken lassen und möchte jetzt auch gerne meinen Senf dazu geben. In komprimierter Form und gespickt mit weiteren Meinungen könnt ihr euch dies gerne ab Freitag bei den Bretterwissern anhören.

Zu den Kinderspielen kann ich auch in diesem Jahr nichts sagen, dafür kenne ich mich in diesem Bereich zu wenig aus. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren fällt nur auf, dass dieses Jahr wieder „richtige“ Kinderspiele nominiert sind und keine, die ebenso als Partyspiel durchgehen würden, wie z.B. Emojito vergangenes Jahr.

Die Nominierungen zum Kennerspiel des Jahres finde ich ziemlich gelungen. Besonders freut es mich für Detective, da dieses Spiel unser bestes Spielerlebnis in diesem Jahrgang war. Ich war mir zum Schluss nicht mehr sicher, ob es wirklich noch als Kennerspiel durchgeht, da der zeitliche Aufwand, der dafür benötigt wird schon eine Herausforderung sein kann. Dicht dahinter folgt Carpe Diem, welches mir spielerisch außerordentlich gut gefällt, es jedoch einige Mängel bei der grafischen Umsetzung hat. Scheinbar hat der Verlag mi der zweiten Auflage genau rechtzeitig gegen gesteuert und es somit nominierfähig gemacht. Und Flügelschlag war ja auch irgendwie zu erwarten, ist mit seinem Engine Building Mechanismus und dem wunderschön umgesetzten Thema sicherlich der heißeste Kandidat für die Auszeichnung, auch wenn ich persönlich die beiden anderen Titel lieber habe. Dennoch ist dies mein Tipp für den Titel Kennerspiel des Jahres 2019. Auch wenn ich Das Tiefe Land bevorzugt hätte, aber das wurde ja zumindest empfohlen.

Beim Spiel des Jahres gehe ich davon aus, dass der einzige der nominierten Titel, den ich auf der Liste hatte, auch den Sieg einfahren wird: Just One. Kaum ein anderes Spiel kommt so konstant in jedweder Gruppe gut an. Dass neben diesem Titel auch noch Werwörter nominiert wird, hätte ich nicht erwartet, da beides Wortspiele sind, aber das geht für mich in Ordnung. Beides gute Spiele, mit denen unsere Runden viel Spaß hatten. Lediglich L.A.M.A. hätte ich nur auf der Empfehlungsliste gesehen. Oft hört man, das wäre kein „richtiges“ Spiel, was auch immer das heißen mag. Es ist eben ein schneller Absacker, aber wenn dieser die Spieler am meisten begeistert hat, warum denn nicht? Auch ich würde mir wünschen, dass ein Spiel des Jahres dem Otto Normalverbraucher aufzeigt, was Brettspiele heutzutage alles drauf haben und seinen Horizont erweitern. Aber das Hauptziel ist doch Spaß am Spielen und wenn dieses kleine Kartenspiel das eben besonders gut transportiert, dann sollte solch ein Spiel doch ruhig Spiel des Jahres werden. Spielerunden, in denen Uno und SkipBo an der Tagesordnung sind, könnten sich nach genau solch einem Spiel sehnen. Und wenn sie durch dieses Spiel das Interesse an Spielen des Jahres gewinnen und auch andere Titel ausprobieren wollen, dann wäre es gelungen eine weitere Zielgruppe zu erschließen. Vor allem, da solch ein kleines Kartenspiel nicht viel kostet, stehen die Chancen gut, dass gleich ein weiteres Spiel mitgenommen wird. Denn wie ich gerade erst hörte, nehmen viele Käufer, die das Spiel des Jahres verschenken wollen ein Spiel für unter 10€ nicht als vollwertiges Geschenk war und kaufen noch ein weiteres.

Belratti hätte ich lieber auf der Liste gesehen, aber immerhin wurde es empfohlen. Genau wie die Sherlock-Reihe. Und das Roll’n’Write-Spiel Dizzle, bei dem ich mich besonders auf die anstehenden Erweiterungsblöcke freue, mit denen sich das Spiel hoffentlich ein wenig weiter vom reinen Familienspiel entfernt. Auch ein „Kackspiel“ hat es auf die Liste geschafft, mit Krasse Kacke hatten wir schon diverse lustige Runden. Das die Duell-Variante von Imhotep, einem Nominierten aus dem Jahre 2016, es auf diese Liste geschafft hat, zeigt wie gut es das bekannte Spielprinzip für zwei Spieler optimiert. Das einzige Spiel in großer Verpackung von dieser Liste ist Reef. Das hat in meinen Augen leider Materialschwächen, am Spieltisch fühlt es sich dabei eher an wie im Sandkasten mit den vielen bunten, nahezu billig wirkenden Plastikfigürchen.

Insgesamt fehlt mir noch etwas mehr Diversität auf dieser Liste. Vor zwei Jahren gab es mit Klask die Empfehlung für ein Geschicklichkeitsspiel, letztes Jahr wurde bereits Menara übergangen und in diesem Jahr gib es keine Erwähnung von Men at Work, Meeple Circus oder Tokyo Highway. Dabei wäre es doch noch schöner, wenn wirklich jeder Geschmack sich mit mindestens einem Spiel auf dieser Liste wiederfinden würde. Aber nun gut, alles in allem bin ich recht zufrieden, viel mehr gab der diesjährige Jahrgang eben nicht her, wie man auch an den vielen vagen Prognosen aus der Bloggerszene erkennen kann.

Was haltet ihr von den Nominierungen und Empfehlungen, seid ihr auch zufrieden oder fehlt euch etwas? Schreibt mir gerne Kommentare dazu.

Ähnliche Artikel:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.