Bronze

Bronze Cover
Bronze – Cover / Foto: Hobbyworld

In der Bronzezeit, von Mammuts umgeben,
zieht euer Volk umher, um zu überleben.
Dabei stoßt ihr auf manche Entdeckung,
Wie Rad, Mauerwerk oder Bewässerung.
Auf dem Weg nach Babylon,
findet mancher zur Religion.
Die Reise nach Athen,
führt zum Staatswesen.
Teotihuacán könnt ihr besuchen,
es mal mit Töpferei versuchen.
Welchen Weg ihr auch bestreitet,
euch Sieg oder Niederlage bereitet.

Spielmaterial:

Bei Bronze gibt es keinen großen Spielplan, stattdessen ergeben mehrere aneinander gereihte, längliche Landplättchen das zu erkundende Gelände, ergänzt durch Handelsrouten- und Provinzplättchen. Jeder Landstreifen zeigt die sechs farblich unterschiedlich hinterlegten Landschaftsarten Gebirge, Wald, Ebene, Savanne, Würste, Dschungel und Küste. Jeder Spieler erhält 30 hölzerne Siedlungsmarker einer Farbe. 120 kleinformatige Karten, unterteilt in Stadt- und Technologiekarten, vervollständigen das Spielmaterial.

Die Abbildungen in der Anleitung finde ich etwas unglücklich. Dort werden die Technologiekarten in vier Stapel direkt unter der Landplättchen platziert. Später steht dann, das den hinteren Landplättchen im Laufe der Partie jeweils Karten anhand der Spielerzahl + 1 zugewiesen werden. Die Abbildungen spiegeln diese Anordnung leider nicht wider. Liegen die Karten zu Beginn wie abgebildet aus, wird es später schwer möglich die Stadtkarten den vorderen Landplättchen zuzuweisen.

Spielmechanismus:

Bronze versetzt die Spieler zurück in das gleichnamige Zeitalter, in der die Spieler mit ihrem Volk umherziehen, um sich auf neu entdecktem Gelände sesshaft zu machen. Jeder Spielerzug beginnt damit eine neue Technologiekarte von einem der vier zu Beginn gleich großen Stapel aufzunehmen und in der eigenen Auslage zu platzieren. Maximal vier Spalten darf jeder Spieler dafür vor sich anlegen. Jede neue Karte erlaubt es eine Siedlung zu platzieren. Zusätzlich werden links und rechts angrenzende Karten sowie gleiche Technologien in derselben Spalte ebenfalls aktiviert und führen zu weiteren Siedlungen.

Bronze Kartenauslage
Bronze Kartenauslage / Foto: Brettspielpoesie

Die Karten selbst geben mögliche Landschaftsarten und Behausungen vor, auf denen eine Siedlung platzierbar ist. Jede Karte bietet die Option die universelle Rückseite zu verwenden, mit dem Nachteil das diese Bronzeguss-Karten später nicht durch andere Karten aktivierbar sind. Es gibt keine Vorgabe angrenzend zu bauen, doch wer ein neues Landplättchen betritt, darf spät nicht mehr links davon bauen, auf keiner Landschaftsart. Erstmaliges Betreten eines Landplättchens erlaubt es eine der darunter ausliegenden Stadtkarten zu wählen. Dort liegt immer eine mehr als Spieler dabei sind, sie geben Bedingungen für zusätzliche Punkte bei Spielende an.

Bronze Spielsituation
Bronze Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Weitere Punkte bringen Handelsrouten und Provinzen. Eine Handelsroute entsteht pro Landschaftsart, wenn dort mindestens drei eigene Behausungen ununterbrochen aneinander angrenzen. Es dürfen durchaus leere Baufelder dazwischen sein, jedoch keine gegnerischen Siedlungen. Verlängert sich diese Reihe später auf 5 oder 7 Behausungen, wird das Handelsroutenplättchen gegen ein höherwertiges eingetauscht. Diese Plättchen behält man, auch wenn sich später noch jemand dazwischen drängt. Pro Landplättchen kommt es zudem zu einer Mehrheitenwertung wenn niemand mehr darauf eine Behausung platzieren kann. Nur ein alleiniger Mehrheitseigner ergattert das ausliegende Provinzplättchen.

Bronze Stadtkarten
Bronze Stadtkarten / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Es gibt drei Möglichkeiten, die zum Spielende führen können. Gelingt es einem Spieler auch den letzten der eigenen Siedlungswürfel zu platzieren, wurde der letzte Siedlungsstreifen vollständig bebaut oder leert sich ein zweiter Stapel der Technologiekarten, läutet dies die letzte Runde ein. Die Siegpunkte ergeben sich danach aus den Punkten für erfüllte Bedingungen der Stadtkarten und denen für im Besitz befindlichen Provinz- und Handelsroutenplättchen.

Spieleranzahl:

Bronze lässt sich durch gekennzeichnete Karten für Partien zu dritt/viert und Limitierung der Landplättchen ohne größere Anpassungen zu zweit spielen, doch so richtig entfaltet sich das Spielprinzip erst bei mehr Spielern. Es geht um Mehrheiten auf den Landplättchen und zugleich um zusammenhängende Gebiete der einzelnen Landschaftsarten. Wer schnell vorprescht, hat freie Auswahl bei den Stadtkarten, wer später kommt muss nehmen, was noch da ist. Auch bei den Technologiekarten können sich die Spieler gegenseitig in die Quere kommen. Das wird umso spannender, desto mehr Spieler zueinander in Konkurrenz stehen.

Glücksfaktor?

Bei Bronze ergibt sich im Laufe des Spiels ein immer klareres Bild von der gesamten Auslage. Zunächst sind die hinteren Streifen und Stadtkarten verdeckt, es ist schon zufällig welche Symbole auf den Landschaftsarten auftauchen und ob die Bedingungen der Stadtkarten zur eigenen Kartenauslage passen. Sobald die Informationen offen liegen, haben alle Spieler denselben Wissenstand und können sich auf die Umstände einstellen. Wer voraus läuft, weiß also noch nicht was ihn genau erwartet und eröffnet zugleich den Mitspielern diese Information, die ihre weiteren Züge durchaus beeinflussen kann.

Meinung:

In Bronze steckt mehr drin, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Das Spiel ist einfach zu erklären, die Handlungsoptionen sind überschaubar. Der Teufel steckt dann jedoch im Detail. Das beginnt mit der Platzierung einer neuen Karte in der eigenen Auslage. Was in den ersten Runden noch wenige Auswirkungen hat, kann schnell knifflig werden. Man möchte sowohl gleiche Technologien in derselben Spalte haben, wie auch weitere Karten links und rechts davon. Das schließt sich gewissermaßen aus. Wenn dann auch noch Stadtkarten eine spezielle Anordnung verlangen, wird das Chaos perfekt. Und dann müssen die Behausungen und Landschaftsarten auch noch passen, um sinnvoll Siedlungen platzieren zu können. Diese eingeschränkten Möglichkeiten bieten dennoch eine Menge Grübelpotential, wodurch sich eine Partie mit ambitionierten Optimierern etwas ziehen kann.

Es ist eine Möglichkeit, langsam voran zu schreiten, um die Mehrheiten bestimmen zu können. Dabei hat man dann meist das Nachsehen bei den Stadtkarten. Wer früh voraus läuft, kann die besten Stadtkarten abgreifen, sollte dann aber auch das Spielende forcieren, um sich punktemäßig nicht einholen zu lassen. Viele Stadtkarten beziehen sich wiederum auf die Siedlungen auf den Landplättchen, so ganz vernachlässigen lassen sich diese also nicht. Ich mag, wie hier alles wunderbar ineinander greift. Es hilft den sich nach und nach aufbauenden Spielplan gut “lesen” zu können, um darauf aufbauend seine weiteren Züge zu planen.

Da jeder Bauplatz nur mit einer Siedlung besetzt werden kann, entsteht auch jede Menge Interaktion. Weder die Handelsrouten, noch die Mehrheiten möchte man den Mitspielern überlassen. Selbst die persönlichen Kartenauslagen bieten Möglichkeiten der Beeinflussung, bestimmte Karten können den Mitspielern eine Zeit lang vorenthalten werden. Meist nicht auf Dauer, denn alle Technologien gibt es in mehrfacher Ausführung. Zudem hat jede Technologiekarte die Universal-Rückseite, die alle Symbole zeigt.

Auch wenn ich mich durchaus als Klötzchenschubser bezeichnen würde, störe ich mich hier ein wenig an der Optik. Die Landplättchen sind schön illustriert, aber mit den vielen bunten Holzklötzchen geht das Flair völlig verloren. Daher kann ich verstehen, wenn es optisch abschreckend wird, dennoch sollte man dem Spiel eine Chance geben.

Fazit:

Bronze ist ein höchst interaktives Spiel um Mehrheiten, mit einfachen Mechanismen: Karte nehmen, platzieren, entsprechend Siedlung(en) bauen. Was so einfach klingt, entwickelt sich schnell zu einer verzwickten Angelegenheit. Der variable Aufbau sorgt für Wiederspielreiz. Nur wer die gesamte Auslage gut einschätzen kann, hat gute Chancen auf den Sieg.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Hobbyworld / Kobold Verlag
Autor(en): Konstantin Domashev
Erscheinungsjahr: 2020
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 45 – 90 Minuten

Vielen Dank an Kobold für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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