Furnace

Langsam steigt auch in mir die Vorfreude auf die SPIELdigital. Ich kann mir noch immer nicht wirklich vorstellen, wie das alles ablaufen soll, aber ich freue mich auf die vier Tage. Spieler persönlich zu treffen gehört jedes Jahr zu meinen Highlights, genauso wie Spiele ausländischer Verlage zu ergattern. Letzteres wird nun leider nicht so einfach möglich sein, wie mir die Lieferung von Furnace aus Russland zeigte. Obwohl es einige Wochen dauerte, so ist es immerhin eingetroffen und ich kann nun meine ersten Eindrücke mit euch teilen. Auf den Karten befinden sich keine Texte, alles wird über Symbole vermittelt, daher ist lediglich die Anleitung sprachabhängig.

Furnace ist ein einfacher Engine Builder. In nur vier Runden bieten die Spieler auf Gebäudekarten, um diese in ihre Auslage zu befördern und lassen anschließend alle eigenen Gebäudekarten produzieren. Die Karten aus der Auslage werden von links nach rechts abgehandelt, was entscheidend sein kann, um Ressourcen, die eingetauscht werden können, zunächst vorrätig zu haben. Jedem stehen für diese Autkionsphase Scheiben mit den Werten von eins bis vier zur Verfügung. Auf jeder Karte darf jeder Wert und jede Farbe nur ein einziges Mal vertreten sein, der höchste Wert bekommt die Karte. Zuvor erhalten die Spieler anderer Scheiben als Kompensation die angegebene Ressource oder Tauschmöglichkeit so häufig wie ihre Scheibe angibt. Jeder Spieler bekommt zu Beginn einen zufälligen Charakter zugewiesen, der jeweils ein Regeldetail aushebelt. Ein Charakter bringt zum Beispiel eine zusätzliche Scheibe mit Wert 2 mit, ein anderer erlaubt die Platzierungsregeln der Scheiben zu ignorieren.

Furnace Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Durch die immer größer werdenden, eigenen Kartensauslagen dauert die folgende Produktionsphase in jeder Runde etwas länger. Die Reihenfolge bei der Produktion wird frei gewählt. Diese ist oft entscheidend, um Ressourcen zu produzieren, die an anderer Stelle benötigt werden. Jedes Produktionsgebäude kann durch Aufwertung noch mehr produzieren. Aufgewertete Gebäude können in derselben Runde vollständig eingesetzt werden, wenn sie zuvor ungenutzt blieben. Bei Spielende zählt nur das erwirtschaftete Geld.

Bei der Variante kommt es auf die Positionierung der Produktionskarten an. Jede neue Karte wird dabei fest an einer Stelle der Produktionslinie eingebaut, die Karten während der Produktion von links nach rechts abgehandelt. Dafür sollten die Spieler die Karten und mögliche Synergien aber wirklich gut kennen.

Meinung:

Nur vier Runden erscheinen zunächst viel zu wenig, doch durch die Karten, die in jeder Runde hinzukommen, wird immer mehr produziert und hoffentlich auch zu Geld gemacht. Dennoch sind es eben nur vier Runden in denen die Spieler neue Gebäude oder Ressourcen erhalten und anschließend produzieren. Da hilft es die richtigen Karten zu ergattern, die sich gut ergänzen. Das Abhandeln der Produktion dauert tatsächlich einige Zeit, doch sobald alle gut im Spiel drin sind, kann diese Phase parallel ablaufen.

Mir gefallen die Illustrationen. Besonders da die Vor- und Rückseiten mit den unterschiedlich starken Produktionen auch unterschiedlich gestaltet sind. Entweder wechselt die Tageszeit oder das Gelände um die Produktionsstätte hat sich verändert. Man erkennt die hier an den Tag gelegte Liebe zum Detail. Furnace ist mit seinen wenigen Regeln total zugänglich, die notwendigen Entscheidungen aber dennoch nicht banal. Mir gefällt das, auch wenn ein gewisser Glücksfaktor nicht von der Hand zu weisen ist. Der Auktionsmechanismus ist gut umgesetzt, da man es nicht immer auf die Karte abgesehen hat, sondern manches mal auch einfach die Kompensation erhalten möchte. Die Charaktere sorgen für Abwechslung und spielen sich alle etwas anders. Lediglich zu zweit möchte ich es nicht mehr spielen, da der vom Würfel gesteuerte „Dummy-Spieler“ einfach zu unberechenbar ist. Mit realen Mitspielern wäre ich hingegen immer gerne für eine schnelle Partie Furnace bereit.

Verlag: Hobbyworld
Autor(en): Ivan Lashin
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 30 – 60 Minuten

Vielen Dank an Hobbyworld für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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