Wo geht’s hier zum Ausgang?! – No. 30

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Wo geht’s hier zum Ausgang?! – No. 30 Banner / Foto: Brettspielpoesie

Schon viele Male habe ich euch unter dieser Rubrik nun Spiele vorgestellt, die einen Escape Room simulieren, die Spieler eine Geschichte erleben lassen oder bei denen die Spieler als Ermittler verstrickte Kriminalfälle lösen. Dabei handelt es sich um einen Trend, welcher vor einigen Jahren aufkeimte und bislang kein Ende zu finden scheint. Das ist auch gut so, denn mein Interesse an neuen Fällen ist ungebrochen und ich freue mich noch immer auf jeden neuen Fall für altbekannte Spielsysteme genauso wie darauf, völlig neue Ideen in diesem Genre zu erkunden. Daher werde ich weitermachen euch regelmäßig solche Spiele oder ihre Erweiterungen unter dieser Rubrik gesammelt vorzustellen.


Escape Room – Das Spiel: Family Edition – Time Travel

ER Time Travel Cover
ER Time Travel Cover

Nach Escape Room II, der neuen Grundbox mit eigenem Chrono Decoder folgt nun nun eine zweite Ausgabe der Family Edition, natürlich ebenfalls mit separatem Chrono Decoder zum Einstieg. Über Sinn und Unsinn dieser Vermarktungspolititk habe ich mich mittlerweile schon oft genug ausgelassen, es ist wie es ist. Und somit landete mit der Escape Room – Das Spiel: Family Edition – Time Travel nun auch das vierte Plastikgerät zum Entschlüsseln der Codes in unserem Haushalt. Für das Spiel selbst haben wir allerdings den Decoder aus Escape Room – Das Spiel II verwendet. In diesem haben wir keine komplett neuen Batterien eingelegt, das Gerät funktionierte dennoch einwandfrei, was bei dem ersten Chrono Decoder nicht immer der Fall war.

ER Time Travel Spielmaterial
ER Time Travel Spielmaterial / Foto: Brettspielpoesie

Die Box enthält, neben einem neuen, 15-minütigen Einführungsabenteuer, eine zusammenhängende Geschichte, die sich in drei Teile aufteilt, für die wieder jeweils drei Codes zu entschlüsseln sind. Anders als bei der ersten Family Edition zu Jumanji sind die Geschehnisse nicht bereits durch einen Film bekannt. Wie der Titel Time Travel bereits vermuten lässt, führt uns die Geschichte in verschiedene Zeiten. Wobei die Geschichte, wie üblich bei Escape Room – Das Spiel, auch hier eher dünn bleibt. Die Rätsel stehen klar im Vordergrund. Die Geschichte gibt den Rätseln aber einen sinnvollen Rahmen, besonders für jüngere Spieler sicherlich einfacher zu erfassen, als für sich allein stehende, logische Rätsel. Diese sind abwechslungsreich und durchaus gelungen, für erfahrene Escape Room-Spieler wie uns allerdings einfach und schnell zu lösen. Aber die Family Edition richtet sich nicht unbedingt an solch erfahrene Spieler.

Der Chrono Decoder wird gut eingebunden, allerdings nicht sonderlich innovativ. Dafür bietet die gesamte Box ein cooles, neues Gimmick, welches jeder selbst entdecken sollte. Durch enthaltenes Zusatzmaterial lässt sich der Chrono Decoder mit allen bisher erschienen Erweiterungen spielen. Somit kann auch diese Family Edition einen tollen Einstieg in die mittlerweile doch recht umfangreiche Welt von Escape Room – Das Spiel bieten.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Noris
Autor(en): k.A.
Erscheinungsjahr: 2021
Spieleranzahl: 2 – 5 Spieler
Dauer: 60 Minuten

Vielen Dank an Noris für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


CrimeTime: Ungelöster Fall 002

CrimeTime 002 Cover
CrimeTime 002 Cover / Foto: Brettspielpoesie

Über den ersten ungelösten Fall von CrimeTime habe ich bereits positiv berichtet, die Freude über die Bekanntgabe eines zweiten Falls war entsprechend groß. Das Level ist dieses Mal anstelle von Privatermittler auch gleich mit Chefermittler angegeben. Zur Lösung steht mehr Zeit zur Verfügung, als zusätzlichen Anreiz läuft auf der Webseite ein Countdown, mit der Zeit, die erfahrene Ermittler zur Lösung benötigen. Ich finde es gut, die eigene Leistung dadurch besser einordnen zu können. Auch wenn wir die Zeit leider nicht knacken konnten und etwas länger brauchten ;)

Der Fall 002 führt uns nach Italien, wo ein Geistlicher im Keller seiner Kirche den Tod fand. Die Liste der Verdächtigen ist lang, 14 Personen kommen als Täter in Frage, jeder hatte so seine eigenen Probleme mit dem Pastor. Doch wer von diesen Personen hatte nicht nur ein gutes Motiv, sondern auch die Gelegenheit dazu und wäre zu solch einer Tat wirklich in der Lage? Es ist eure Aufgabe, diese Frage zu beantworten, indem die Indizien und Beweise sorgfältig ausgewertet und in Beziehung zueinander gesetzt werden.

Crime Time 002 Material
Crime Time 002 – Material / Foto: Brettspielpoesie

Das Spielmaterial ähnelt dem des ersten Falls: Viele unterschiedliche Dokumente verschiedenster Art, manche davon sind zunächst noch verschlossen. Zusätzlich existiert eine Webseite mit weiteren Hinweisen wie z.B. Videos, Audio-Dateien und im Zweifelsfall auch hilfreichen Tipps. Ein Login ist dafür erforderlich, so lässt sich der Spielstand speichern und ggf. zu einem anderen Zeitpunkt weiterspielen. Mit dem Zugriffslink ist auch ein gemeinsames Spielerlebnis von entfernten Orten möglich. Zudem bietet diese Webseite die Möglichkeit der “Internettelefonie”, sodass für Telefonanrufe kein eigenes Telefon mehr erforderlich ist, dafür aber eben ein Internetfähiges Endgerät. Wer sich sozialen Netzwerken verweigert, bekommt über die Webseite eine alternative Möglichkeit an die Indizien zu gelangen, nimmt sich dafür aber auch ein wenig die Illusion bei der Ermittlung die vierte Wand zu durchbrechen.

CrimeTime Ungelöster Fall 002 hat uns fast vier Stunden fühlen lassen, wie echte Ermittler. Einzig ein paar mehr falsche Fährten hätten sich sicherlich noch einbauen lassen. Viele Dokumente konnten wir schnell zur Seite legen, da wir den einen Hinweis darauf gefunden hatten. Das fand ich im ersten Teil noch besser ausgearbeitet, da haben wir öfter in die falsche Richtung ermittelt. Das ist aber schon Kritik auf höchstem Niveau, den Fall kann ich guten Gewissens allen weiter empfehlen, die auf diese Art der Krimispiele abfahren. Wer, wie wir, Post-Its oder Ähnliches verwendet statt das Material direkt zu beschreiben, der kann den Fall im Anschluss auch einfach weitergeben.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Columbo Brothers
Autor(en): k.A.
Erscheinungsjahr: 2021
Spieleranzahl: 1 – 6 Spieler
Dauer: 180 – 240 Minuten

Vielen Dank an Columbo Brothers für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


Escape Room – Das Spiel: Tomb Robbers

ER Tomb Robbers Cover
ER Tomb Robbers Cover / Foto: Noris

Nach dem positiven Eindruck, den DaVinci’s Telescope bei uns hinterließ, starteten wir mit hohen Erwartungen in die folgende Erweiterung, bei der wir ein Tunnelsystem unter einer Pyramide betreten, um den Schatz des Pharaos zu finden. Dieser ist durch verschiedene Fallen gut gesichert, denen wir gekonnt ausweichen müssen. Laut Angabe zur Schwierigkeit sollte diese Erweiterung noch kniffliger sein, als DaVinci’s Telescope. Leider bin ich mit dieser Einstufung der Fälle erneut nicht einverstanden, ich fand Tomb Robbers einfacher zu lösen als die vorherige Erweiterung.

Dabei begann es recht innovativ. Für den ersten der drei enthaltenen Abschnitte sind zwingend zwei Gruppen erforderlich, diese Erweiterung lässt sich daher nicht solo spielen. Für die Lösung müssen beide Teams gut zusammen arbeiten, da ihnen verschiedene Informationen zur Verfügung stehen. Die übrigen Rätsel waren nicht wirklich innovativ, jedoch ohne logische Schnitzer gut lösbar. Leider wurde hierbei komplett versäumt den Chrono Decoder einzubeziehen. Nach DaVinci’s Telescope für meinen Geschmack eine gute aber durchaus schwächere Erweiterung.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Noris
Autor(en): k.A.
Erscheinungsjahr: 2021
Spieleranzahl: 2 – 5 Spieler
Dauer: 60 Minuten

Vielen Dank an den Noris für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


Echoes

Echoes Cover
Echoes Cover / Foto: Ravensburger

Ob das Audio Mystery Spiel Echoes in dieser Reihe richtig aufgehoben ist, darüber lässt sich streiten. Denn wirklich viel zu ermitteln, gibt es bei Echoes gar nicht. Es sind gleich drei unterschiedliche Fälle erhältlich: Die Tänzerin, Der Cocktail und Der Mikrochip, ordentlich durchnummeriert von 1-3. Diese Rezension beschränkt sich auf die Erfahrungen mit Die Tänzerin und Der Mikrochip. In jeder Box liegen sechs Kapitelkärtchen bei, zusätzlich 18 Karten, von denen in der Standard-Variante neun davon erst zur Hälfte der Partie hinzu kommen sollten. Jede einzelne Karte lässt sich mit der zugehörigen App einscannen, um einen Sound-Schnipsel wiederzugeben. Dies kann alles mögliche sein: Beispielsweise Gesprächsfetzen, Hintergrundgeräusche, Musik. Die Aufgabe besteht nun darin, jedem Kapitel die passenden drei Karten in korrekter Reihenfolge zuzuweisen. Zur Überprüfung dient wieder die App. Zum Abschluss ist noch die gesamte Reihenfolge der sechs Kapitel gefragt.

Echoes Mikrochip
Echoes – Der Mikrochip / Foto: Brettspielpoesie

Die Sound-Schnipsel sind wirklich hochwertig produziert, sie klingen wunderbar. Dennoch empfanden unsere Gruppen es später im Spiel eher nervig die gleichen Schnipsel immer wieder anzuhören. Es geht wirklich nur darum, die Reihenfolge zu erkennen, es ist keine weitere Denkleistung notwendig, man muss nichts in Verbindung setzen, um davon etwas ableiten zu können. Man hört es sich an, um die Geschehnisse chronologisch anzuordnen. Das war für uns in zwei verschiedenen Gruppen einfach zu wenig “Spiel”. Die Geschichte bei der Tänzerin erschien uns offensichtlicher als die des Mikrochips. Inhaltlich sind die Geschichten schon recht düster, daher lässt sich sicher auch die Altersangabe ab 14 Jahren begründen.

Echoes App Screenshot
Echoes App Screenshot / Foto: Brettspielpoesie

Die Anforderungen an die zugehörige App sind recht hoch. Wer dieses Spiel ausprobieren möchte, sollte vor Erwerb unbedingt testen, ob man über ein kompatibles Endgerät verfügt. Das Einscannen funktionierte bei uns meist ganz gut, auch wenn es bei schlechter Ausleuchtung bis zur Erkennung der richtigen Karte mal etwas dauern kann. Bei der ersten Partie hat die App nach Ablauf der ersten Hälfte leider partout kein Einscannen mehr ermöglicht. Für diesen Fall haben die Karten Codes aufgedruckt, die stattdessen in die App einzugeben sind. Das nimmt dem Spiel aber seine Leichtigkeit.

Bei uns kam zwischenzeitlich auch die Frage auf, wozu es die Karten überhaupt braucht, es könnte ja auch alles einfach in der App ablaufen. Aber dann würde ich hier wahrscheinlich nicht darüber schreiben, denn eine reine App wäre kein Brettspiel mehr. Ich denke den Autoren ist schon das Gruppenevent wichtig. Dafür ist dass mit den Karten schon hilfreich, die sich gemeinsam auf dem Tisch anordnen lassen, anstatt mit bis zu sechs Leuten bloß auf einem Bildschirm zu hantieren.

Wertungsnote 3/6

Verlag: Ravensburger
Autor(en): David Neale, Matthew Dunstan
Erscheinungsjahr: 2021
Spieleranzahl: 1 – 6 Spieler
Dauer: 60 Minuten

Vielen Dank an Ravensburger für die Bereitstellung von Echoes – Die Tänzerin für diese Rezension!


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