Caylus 1303

Caylus 1303 Cover / Foto: Huch!

Caylus, im Jahre 1303,
der Krieg gegen England ist vorbei.
Alles wird wieder aufgebaut,
so manche Hilfe gebraucht.
Mit Gebäuden dicht an dicht,
bekommt die Stadt ein neues Gesicht.
Auch das Schloss benötigt Ressourcen,
um in neuen Glanz aufzuerstehen.
Ihr setzt eure Arbeiter ein,
hofft der Vogt wird gnädig sein.
Denn nur was hinter ihm platziert,
wird in dieser Runde auch aktiviert.

Spielmaterial:

Ein großer, faltbarer Spielplan zeigt einen Weg zum Schloss mit vielen Bauplätzen für Gebäude. Solche gibt es in verschiedenen Ausprägungen als Stanzplättchen. Mehr als doppelt so groß sind die zwölf Charakterplättchen. Weitere Stanzteile sind der Runden- und der Startspielermarker so wie die vielen Punktemarker. Die Vogtfigur, die Ressourcen und das Spielermaterial in Form von Häuschen und Arbeitern in fünf verschiedenen Farben sind aus Holz.

Caylus 1303 Spielausschnitt / Foto: Brettspielpoesie

Spielmechanismus:

Gespielt wird über neun Runden, die jeweils in vier Phasen verlaufen. Zunächst platzieren die Spieler ihre Arbeiter auf den Gebäuden, danach werden sie entlang des Weges aktiviert. Zwischen den Runden ist ein wenig Verwaltungsarbeit notwendig.

Caylus 1303 Spielplan / Foto: Brettspielpoesie

Nur die ersten vier Aktionsfelder des Spielplans sind fest, darauf folgen spezielle Startgebäude, deren Reihenfolge jedoch zufällig ist. Sie bringen den Spielern die Grundressourcen Nahrung, Holz und Stein ein, manche erlauben es Arbeiter in Ressourcen oder umgekehrt zu verwandeln. Mit den Ressourcen lassen sich z.B. neue Gebäude errichten. Diese werden immer auf den nächsten freien Platz gelegt und mit einem Häuschen markiert. Nutzen Mitspieler diese Gebäude bekommt der Erbauer einen Punkt und in manchen Fällen sogar eine Ressource.

Statt ein Aktionsfeld zu benutzen, können die Spieler auch Ressourcen an die Baustelle liefern. Wer dort am meisten, oder bei Gleichstand früher, liefert, bekommt eine Gunst. Dies ermöglicht eines der Aktionsfelder an der Baustelle zu nutzen und einen Charakter vom Spielplan zu nehmen oder den Charakter eines Mitspielers zu stehlen. Jeder Charakter bietet eine besondere Fähigkeit für den Spieler in dessen Besitz er sich befindet. Eine Gunst gibt es auch als Aktion, die allerdings immer vor der Lieferung an die Baustelle ausgeführt wird.

Caylus 1303 Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Jeder Spieler entscheidet selbst, wann er passt und keine weiteren Arbeiter einsetzt. Der erste passende Spieler wird Startspieler der nächsten Runde und das Einsetzen für die Mitspieler wird für den Rest des Zuges teurer, sie müssen nämlich für jeden einzusetzenden Arbeiter einen weiteren ins Camp zurückschicken, sollten sie nicht ebenfalls passen. An neue Arbeiter gelangen die Spieler in jeder Verwaltungsphase oder über spezielle Aktionen.

Spielende:

Nach der neunten Runde endet die Partie. Gold kann noch in Punkte umgewandelt werden, bevor alle ihre Punkteplättchen offen legen. In diesem Moment wird es spannend, wer wie viele Punkte sammeln konnte und wer die Partie gewinnt. Zwar könnte immer mitgezählt werden, dennoch kommt es nicht selten zu einer Überraschung bei der Abrechnung.

Spieleranzahl:

Die Spielerzahl bestimmt lediglich mit wie vielen Arbeitern die Spieler starten. Caylus 1303 funktioniert auch schon zu zweit, interessanter wird es mit mehr Spielern. Da können sich für die Bewegung des Vogtes zeitweise Allianzen bilden, um den Mitspielern ihre Aktionen zu vermiesen.

Glücksfaktor?

Alle Faktoren sind bereits zu Beginn der Partie bekannt, von daher gibt es kaum Zufallselemente. Durch die zufällige Auslage der Startplättchen und der Plättchen bei der Baustelle, verändert sich die Ausgangslage in jeder Partie ein wenig.

Meinung:

Ich habe Caylus, den Vorreiter der Worker Placement-Spiele, nie in die Finger bekommen, kann daher das Spielgefühl nicht vergleichen und Caylus 1303 nur losgelöst davon betrachten. Mir gefällt das neu aufgelegte Spiel, sowohl von der Optik, als auch vom Spielablauf. Es ist immer wieder spannend, da kaum abzusehen wie eine Partie verlaufen wird. Manches Mal gönnen sich die Mitspieler gar nichts und stecken lieber selber zurück, als anderen eine lukrative Aktion zu ermöglichen. Beim nächsten Mal geht es vielleicht viel friedvoller zu. Beides habe ich mehrfach erlebt. Die eigenen Aktionen immer wieder zu verlieren kann natürlich frustrieren und den Spielern den Spaß an einem solchen Spiel nehmen, bei dem es unter Umständen auf jede Aktion ankommt. Jede fehlende Ressource kann nämlich dazu führen, dass der gesamte Plan für die Runde nicht aufgeht. Aber darauf muss man sich eben einstellen, wenn man auf die hinteren Aktionsplätze spekuliert.

Die Züge der einzelnen Spieler sind dabei schnell abgehandelt, es gibt kaum Downtime. Lediglich das Abhandeln der Aktionen selbst und die anschließende Verwaltungsphase sind wenig spannend, das meiste passiert tatsächlich in der Einsetzphase bis hin zur Bewegung des Vogts. Es gibt verschiedene Möglichkeiten an Siegpunkte zu gelangen, mit denen herum probiert werden kann, welche lukrativer sind. Die Charaktere bringen spannende Optionen mit sich, sie machen die Spieler unter anderem flexibler beim Einsetzen ihrer Arbeiter oder der Lieferung an die Baustelle. Doch diese können schnell verloren gehen, wenn ein Mitspieler auf die Aktion an der Baustelle verzichtet und stattdessen lieber einen Charakter weg nimmt.

Fazit:

Der Pionier der Worker Placement-Spiele kann auch heute noch überzeugen, die neue Version gefällt mir gut. Es sind klassische Spielelemente: Arbeiter einsetzen, Ressourcen sammeln und eintauschen, um Punkte zu erhalten. Doch für ein Worker Placement-Spiel steckt überraschend viel Interaktion in Caylus 1303, die durchaus auch als fies bezeichnet werden kann.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Space Cowboys / Huch!
Autor(en): William Attia
Erscheinungsjahr: 2020
Spieleranzahl: 2 – 5 Spieler
Dauer: 60 – 90 Minuten

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