Chiffre

Chiffre Cover

Cover / Foto: Gmeiner Verlag

Der Duden kennt für das Wort Chiffre, dem Titel des Spiels, um welches es in dieser Rezension gehen soll, gleich vier Bedeutungen:

1. Ziffer, Zahl
2. geheimes Schriftzeichen, Zeichen einer Geheimschrift
3. Kennziffer, Kennzeichen
4. (Stilkunde) Stilfigur besonders der modernen Lyrik

Da zeigt sich vielleicht, warum ich mich davon auf mehreren Arten angesprochen fühlte. Mit Zahlen habe ich es vielleicht nicht so, aber als Informatiker interessiere ich mich für Ver- und Entschlüsselungsmethoden, als Rätselfreund liebe ich es mich selbst an der Entschlüsselung von Codes zu probieren und als Poetin bin ich auch an sprachlichen Stilfiguren interessiert.

Spielmaterial:

Zwei identische Sets aus jeweils 21 Buchstabenkarten, nur die Rückseiten unterscheiden sich. Da es jeweils nur 21 Karten sind, fehlen in jedem Set fünf Buchstaben des Alphabets. Das sind sie Buchstaben J, Q, V, X und Y. Zudem haben die fünf Vokale eine spezielle Rückseite, welche sie leicht von den Konsonanten unterscheiden lässt. Daneben gibt es noch 15 Karten mit Kategorien.

Chiffre Kategorien

Kategorien / Foto: Brettspielpoesie

Spielmechanismus:

Jeder Spieler erhält ein Kartenset und drei zufällige Kategorie-Karten. Beide Spieler bilden nun ein Wort aus genau vier Buchstaben, welches zu einer der drei Kategorien passt. Dieses Wort bilden sie aus ihren Karten, daher kann kein Buchstabe doppelt vorkommen und es stehen nicht alle Buchstaben des Alphabets zur Verfügung. Sobald beide Spieler ihre Worte verdeckt ausgelegt haben, werden abwechselnd Aktionen ausgeführt, um das Wort des Gegenübers zu entschlüsseln. Eine Aktionsmöglichkeit besteht darin eine eigene Handkarte zu einer Buchstabenkarte des Mitspielers zu legen. Der Mitspieler muss den Buchstaben aufdecken, wenn die gespielte Karte den gleichen Buchstaben zeigt oder die Karte darüber oder darunter legen, je nachdem ob der gespielte Buchstabe im Alphabet davor oder danach kommt. Ist man sich bei einem Buchstaben sicher, kann auch versucht werden diesen direkt zu benennen. Dafür muss keine Karte gespielt werden, ist es der richtige Buchstabe wird die Karte aufgedeckt, ansonsten geht das Spiel einfach weiter. Als dritte Option kann die Themenkarte erraten werden, um die möglichen Wörter einzugrenzen. Meint man das gesuchte Wort zu kennen, kann dieses komplett erraten werden.

Chiffre Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Wer zuerst das Wort des Mitspielers errät, gewinnt die Partie.

Spieleranzahl:

Dieses Spiel ist nur für genau zwei Spieler.

Glücksfaktor?

Einen wirklichen Glücksfaktor gibt es hier nicht. Beiden Spielern stehen dieselben Buchstabenkarten und Aktionsmöglichkeiten zur Verfügung. Zwar bekommt jeder andere Kategorien zugeteilt, doch sind diese so allgemein gehalten, dass passende Worte gefunden werden sollten.

Fazit:

Die Spielidee ist interessant, die Umsetzung konnte uns leider nicht wirklich überzeugen. Nur vier Buchstaben zu haben, erschien etwas zu wenig. Zum einen sollten keine Worte mit zwei Vokalen gewählt werden, da diese dann zu einfach zu entschlüsseln sind. Schließlich sieht man ja die Positionen der Vokale anhand der Rückseiten und kann daher für diese beiden Karten schon sehr viel ausschließen. Worte, in denen ein Buchstabe doppelt vorkommt, sind erst gar nicht möglich. Da fällt es schon gar nicht mehr so leicht Worte zu finden. Oft dauert dies länger, als das anschließende Spiel an sich. Und die Kategorien sind teilweise recht allgemein gehalten, denn im Supermarkt oder im Haus kann man ja fast alles finden, die Kategorien Restaurant und Essen & Kochen liegen sehr dicht beieinander. Das macht dann die Eingrenzung schwieriger.

Mit eigenen Karten auf die Buchstaben des Mitspielers zu tippen, hilft auch immer dem Gegenüber. Denn dieser weiß nun, welche Buchstaben nicht im gesuchten Wort sein können, da eben jeder Buchstabe nur einfach existiert. Genau dieser Effekt macht zum einen den Spielreiz aus, zum anderen hemmt es aber auch den Spielverlauf. Zumindest war es in unseren Partien so, dass zunächst immer die Kategorie eingeschränkt wird und dann lieber einzelne Buchstaben geraten werden, statt mit Buchstabenkarten zu viel über das eigene Wort zu verraten. Daher kommen unsere Partien nur selten in einen wirklichen „Flow“, meist wird zwischen den Zügen viel zu viel überlegt und nach wenigen Runden ist die Partie bereits zu Ende.

Das Thema ist passend, aber eigentlich völlig irrelevant. Während einer Partie hatten wir nie das Gefühl einen Gangster-Boss oder Kommissar zu verkörpern, es ging nur darum die Worte zu entschlüsseln. Solch ein kurzes Spielchen für zwischendurch benötig aber auch nicht zwingend ein gutes Thema. Was als Spieler hingegen benötigt wird, ist ein ausreichend großer Wortschatz, aus dem man schöpfen kann. Wenn dieser bei beiden Kontrahenten ausreichend vorhanden ist und man sich gerne diesbezüglich duelliert, kann das Spiel die richtige Wahl sein.

Wertungsnote 2/6

Verlag: Gmeiner Verlag
Autor(en): Peer Sylvester
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 2 Spieler
Dauer: 10 Minuten

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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