Rajas of the Ganges – The Dice Charmers

Rajas of the Ganges muss ein großer Erfolg für Huch! gewesen sein. Neben dem dritten Platz beim Deutschen Spielepreis gewann es den International Gamers Award in der Kategorie General Strategy und landete bei weiteren Preisen auf den Empfehlungslisten. Kein Wunder, dass die Autoren und der Verlag das Universum am Leben halten wollen. Neben vielen Mini-Erweiterungen, die mittlerweile in Goodie-Boxen separat erhältlich sind, erscheint diesen Herbst auch ein Würfelspiel: Rajas of the Ganges – The Dice Charmers.

Bei Rajas of the Ganges – The Dice Charmers ist das Spielziel identisch zum „großen Bruder“: Es endet, sobald es einem Spieler gelingt, dass sich die Einträge der gegenläufigen Ruhmes- und Geldleiste überschneiden. Die acht enthaltenen Würfel tragen die Farben der Bereiche auf den Wertungszetteln und bestimmen damit welche Aktion der Würfel ermöglicht. Wie auch schon beim Brettspiel können Gebäude über Wege an den Palast angebunden, Waren erhalten, Palastaktionen ausgeführt oder das Schiff bewegt werden. Es gibt wieder die Möglichkeit Gebäude für mehr Ruhmespunkte aufzuwerten oder Ressourcen zu verkaufen, um Geld einzunehmen. Jede Schiffsbewegung führt zu einem Bonus, viele andere Elemente im Spiel ebenfalls.

Rajas of the Ganges – The Dice Charmers: Materialübersicht / Foto: Brettspielpoesie

Pro Runde würfelt ein Spieler, wählt einen Würfel, trägt den Wert ein und platziert den anderen dieser Farbe auf dem Elefanten. Dieser dient einfach nur als Würfelablage, ist aber ein toller Hingucker. Er geht immer weiter und markiert den aktuellen Startspieler. Aus den restlichen Würfeln wählen die Mitspieler reihum einen Würfel. Nur mit Karma darf neu gewürfelt werden und zwar der Würfel des Elefanten mit einem weiteren verfügbaren Würfel. Anschließend muss der Wert einer dieser beiden eingetragen werden. Ruhmespunkte und Geld markieren die Spieler sofort auf den jeweiligen Leisten, überschneiden sich beide, endet die Partie nach der aktuellen Runde. Es gewinnt, wessen Leisten sich am weitesten überschneiden.

Die Wertungszettel gibt es in zwei Varianten. Sie unterscheiden sich lediglich in der Platzierung der Boni. Alle Spieler verwenden pro Partie dieselbe Variante.

Meinung:

So wie Meister der Renaissance, das Kartenspiel zu Lorenzo der Prächtige, weniger Karten enthält als das Brettspiel, befinden sich auch im ursprünglichen Rajas of the Ganges viel mehr Würfel als in Rajas of the Ganges – The Dice Charmers. Entscheidender ist hier wohl der Hinweis auf ein „Roll and Write“, welches auf der Schachtel zu entdecken ist. Das Spielgefühl erinnert sehr an den Vorgänger, das ist den Autoren hervorragend gelungen.

Jeder wählt nur einen Würfel pro Runde und trägt diesen auf seinem Wertungsblatt ein. Wird dadurch ein Bonus erreicht, wird auch dieser direkt ausgeführt. Dadurch können lange Ketten entstehen, in denen die anderen Spieler einfach zuschauen und nur darauf warten selbst agieren zu dürfen. Im Spiel zu zweit wird erst wieder neu gewürfelt, wenn jeder Spieler zwei Mal an der Reihe war. Rajas of the Ganges – The Dice Charmers gewinnt in meinen Augen absolut nichts durch mehr Mitspieler, dafür ist es dann doch zu solitär. Selbst bei der Würfelwahl ist es nicht gerade leicht alle Wertungsblätter der Mitspieler genau im Blick zu behalten. Eine offizielle Solo-Variante gibt es in der Anleitung hingegen nicht.

Für den aktiven Spieler sind entstehende Bonusketten besonders belohnend, es fühlt sich gut an, mehr und mehr zu bekommen. Genau dieser Umstand kann aber auch kritisch gesehen werden, denn eigentlich können alle Würfel gut eingesetzt werden. Man kommt nur selten in die Bredouille, keinen Würfel sinnvoll verwenden zu können. Eher kann es passieren einen Bonus zu erhalten, der aktuell nicht genutzt werden kann. Wenn der Bonus zum Beispiel das Verkaufen von Waren erlaubt, jedoch keine vorrätig sind oder das Schiff zurückfahren könnte, dort aber keine Felder mehr frei sind.

Dieses Roll and Write richtet sich an alle die Rajas of the Ganges mögen und gerne eine Würfelvariante mit ähnlichem Spielgefühl dazu hätten. Zudem an alle, die solch lange Bonusketten mögen.

Verlag: Huch!
Autor(en): Inka und Markus Brand
Spieleranzahl: 2 – 5 Spieler
Dauer: 30 – 45 Minuten

Vielen Dank an Huch! für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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