Foothills

Cover / Foto: Lookout Spiele

In Wales entsteht die Eisenbahn,
dafür sollen die Spieler ran.
Erst müssen sie dafür lernen,
eine Menge Geröll zu entfernen.
Eisen müssen sie beschaffen,
um die Gleise zu erschaffen.
Für die reisenden Personen,
entstehen allerorts Stationen.
Dafür notwendige Ressourcen,
müssen sie sich noch besorgen.
Dabei nehmen sie sich in acht,
auch eine externe Firma mitmacht.
Welchem Spieler wird es gelingen,
den Eisenbahnbau zu gewinnen?

 

Spielmaterial:

Das Spielmaterial wirkt auf den ersten Blick recht hochwertig, es sind 60 Spielkarten enthalten sowie an die 100 Spielsteine aus Holz, ein Stoffbeutel und über 100 Stanzplättchen. Die beiden Spielerpöppel sind blau und grün, die Farben sollten durchaus mal getauscht werden, denn die Start-Aktionskarten beider Spieler unterscheiden sich ein wenig. Im Spiel sind 16 Passagiermarken enthalten, diese sind bei uns durchaus schon ausgegangen, sodass wir uns anderweitig behelfen mussten, um die Anzahl der Passagiere nachzuhalten. Es gibt allerdings die Möglichkeit im Online-Shop des Verlages Passagiere aus Holz nachzukaufen. Die Aussparungen in den Spielertableaus für die Karten sind leider etwas zu klein geraten, sodass die Karten nicht hinein passen. Da hätte ich mir doch passende Aussparungen gewünscht oder einfach gar keine, wenn die Karten eh darunter abgelegt werden. Die Zählmarker für die Stationen sind verkehrt herum bedruckt. Wird mit der Spitze die Anzahl der Stationen festgehalten, steht die abgebildete Station auf dem Kopf. Das sind alles zwar nur Kleinigkeiten, doch zusammen trüben sie den positiven Eindruck ein wenig.

Foothills Strecke / Foto: Brettspielpoesie

Spielmechanismus:

Von den acht enthaltenen Strecken kommen in einer Partie nur sechs zum Einsatz, diese werden zufällig bestimmt. Sie unterscheiden sich nicht nur in ihrer Länge, sondern verfügen auch über andere Aktionsmöglichkeiten und Boni. Die Spieler wollen auf diesen Strecken zunächst Geröll entfernen, um anschließend Bahnstrecken und Stationen errichten zu können. Für beides erhalten die Spieler Belohnungen. Für den Bau werden Rohstoffe benötigt, welche sich die Spieler erst beschaffen müssen. Es gibt ein Rohstofflager, in dem bis zu sechs Rohstoffe (Stein oder Eisen) zu finden sind, die zuvor aus dem Beutel gezogen wurden. Wird dabei ein weißes Klötzchen gezogen, wird dieses separat gesammelt. Beim dritten weißen Klötzchen wird ein Streckenarbeiter auf einem Teilstück platziert, an dem noch kein Spieler mitgearbeitet hat. Dies entspricht einer externen Firma, die dort ihre Arbeit geleistet hat, die Aktionen sind fortan verfügbar, jedoch können die Spieler dort weder Gleise noch Stationen errichten. Sobald das letzte Gleis einer Strecke errichtet wurde, von den Spielern oder Streckenarbeitern, markiert ein Prellblock den Abschluss dieser Strecke.

Foothills Spielertableau / Foto: Brettspielpoesie

Pro Spielzug wird eine eigene Karte gewählt und ihre Aktion ausgeführt, danach muss die Karte umgedreht werden. Zu Beginn stehen allen Spielern die gleichen fünf Hauptaktionen zur Verfügung, die Aktionen der Rückseiten unterscheiden sich jedoch ein wenig. Ohne eine Karte erneut umzudrehen, stehen den Spielern die Hauptaktionen nicht mehr zur Verfügung. Das Umdrehen wird nicht nur über das Spielen der zugehörigen Aktion ausgelöst, es gibt auch Boni die es erlauben eine andere Karte umzudrehen. Neben den oben bereits erwähnten Aktionsmöglichkeiten gibt es auch noch die eigene Spielfigur, mit der zum Beispiel Tickets für die jeweiligen Strecken gesammelt werden können. Die Aktionsfelder der Streckenkarten, bei der mindestens eine Station bereits errichtet wurde, können ebenso mit dieser Figur verwendet werden. So entstehen im Laufe des Spiels immer mehr Optionen. Als letzte Möglichkeit bleibt noch der Pub, der es erlaubt eine Aktionskarte abzulegen. Nur solch abgelegte Karten generieren bei Spielende zusätzliche Siegpunkte für ein bestimmtes Element. Liegt noch mindestens eine Karte gleicher Kategorie in der Auslage, darf der Spieler eine davon wählen, ansonsten wird mit weniger Karten weiter gespielt.

Foothills Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Das Spiel endet, sobald die fünfte Strecke abgeschlossen wurde. Alternativ kann das Spiel auch enden, wenn ein Streckenarbeiter platziert werden müsste, dies aber nicht mehr möglich ist, weil kein solcher mehr verfügbar ist oder keine Streckenkarte dies zulässt. Diese Prüfung erfolgt am Ende eines jeden Zuges.

Zu den im Spiel gesammelten Punkten werden nun Punkte für die abgelegten Aktionskarten hinzu addiert. Für Passagiere und ggf. im eigenen Vorrat befindlicher Marken werden weitere Punkte vergeben, bevor der Spieler mit der höchsten Punktzahl feststeht.

Spieleranzahl:

Dies ist ein reines 2-Personen-Spiel.

Glücksfaktor?

Ein Glücksfaktor lässt sich bei diesem Spiel nicht finden, alle Informationen sind jederzeit für beide Spieler offen. Das einzige zufällige Element sind die Holzmarker im Beutel, wodurch Ereignisse ausgelöst und das Spielende forciert wird. Dadurch können bestimmte Gleise/Stationen nicht mehr errichtet werden.

Meinung:

Es gibt Spiele, denen ich in der ersten Partie nur wenig abgewinnen kann, sie aber von Partie zu Partie mehr zu schätzen lerne. Bei Foothills verlief es leider genau anders herum. Nach der ersten Prototypenpartie bei Braunschweig spielt 2019 war ich ziemlich begeistert von dem Spiel, konnte die Veröffentlichung kaum erwarten. Doch in jeder später gespielten Partie offenbarten sich weitere Schwächen, sodass meine Bereitschaft zu weiteren Partien immer weiter gesunken ist.

Ich mag den variablen Spielaufbau, der die Partien immer wieder etwas anders verlaufen lässt. Zudem bin ich von den Aktionskarten begeistert, da eine Aktion erst erneut genutzt werden kann, wenn die Aktion ihrer Rückseite verwendet wurde. Durch das zusätzliche Austauschen der Karten stehen einem Spieler zum Teil ganz andere Optionen zur Verfügung als dem Mitspieler. Daraus das Beste herauszuholen, ist für mich immer wieder eine spannende Aufgabe. Allerdings nicht spannend genug, um weit über eine Stunde zu fesseln, doch können Partien durchaus so lange dauern. Wenn ein Spieler keine Gleise/Stationen mehr errichten kann, weil alle verbaut sind, endet das Spiel nicht automatisch. Da dieser Spieler mangels Material keine Strecken mehr abschließen kann, kann er das Spielende nur durch Ressourcen forcieren, in der Hoffnung dabei die weißen Klötzchen aus dem Beutel zu erwischen und Ereignisse auszulösen, bis kein Streckenarbeiter mehr platziert werden kann. Das geht in der Regel nicht von jetzt auf gleich und in dieser Zeit kann der konkurrierende Spieler ordentlich aufholen. Alternativ können die Spieler in dieser Zeit den Stapel ihrer abgelegten Karten ausbauen, um bei Spielende weitere, zusätzliche Punkte zu erhalten. Die Pub-Aktion kann aber nicht mehrfach hintereinander ausgeführt werden, die Figur muss in einem Zug wegbewegt werden, um sie in einem weiteren Zug wieder zum Pub zu führen. Umgekehrt kann es jedoch genauso passieren, zu Beginn viele weiße Klötzchen zu ziehen, sodass die Partie bereits endet, bevor sich die Spieler wirklich etwas aufbauen konnten. Beides ist irgendwie unbefriedigend.

Grundsätzlich mag ich aber genau diesen Mechanismus, dass man sich von Aktionskarten verabschieden muss, um eine gesonderte Wertung bei Spielende zu erhalten. Dabei ist es durchaus möglich sich mehrere gleichartige Wertungskarten zu sichern, wenn der Gegenspieler dies zulässt. Es gilt immer abzuwägen, was einem selbst mehr einbringt: Dem Mitspieler bestimmte Wertungen vorzuenthalten oder sich lieber auf eine für sich selbst vorteilhafte Wertung zu konzentrieren, immer auch unter Beachtung der Rückseitenaktion der neuen Karte.

Fazit:

Foothills kann ein spanendes Duell entfachen, doch dauert es manches Mal einfach zu lange. Auch wenn es durch die unterschiedlichen Strecken und Aktionskarten viel Variation suggeriert, so tun die Spieler doch immer wieder dasselbe, konzentrieren sich dabei lediglich auf andere Aktionen und Wertungen.

Wertungsnote 3/6

Verlag: Lookout Spiele
Autor(en): Ben Bateson, Tony Boydell
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 2 Spieler
Dauer: ca. 30 Minuten

Vielen Dank an ASS Altenburger für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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