Minnys

Vorstellung der ersten vier Roll’n’Write-Spiele der neuen Minnys-Serie vom Nürnberger-Spielkarten-Verlag

NSV Minnys / Foto: NSV Spiele

Minnys sind besonders klein,
wollen nichts anderes sein,
als kleine Spiele für die Reise,
kosten auch nur kleine Preise.
Nahrung hamstern, Schafe einzäunen,
den Mond plündern und Katzen erfreuen.
All dies könnt ihr machen,
bei den Spielen für die Hosentaschen.

Spielmaterial:

Diese Spiele kommen in keiner typischen Schachtel, sondern in einer umweltfreundlichen Verpackung aus Papier, die an beiden Enden zugenäht wurde. Enthalten ist jeweils ein kleiner Block mit 50 doppelseitig unterschiedlich bedruckten Zetteln, ein sechsseitiger Würfel und ein Bleistift. Die Spielregeln sind der Umverpackung zu entnehmen. So kann die kleine Packung überall mit hingenommen und direkt drauf los gespielt werden. Ein Stift für jeden Spieler empfiehlt sich natürlich, wenn auf solche zugegriffen werden kann.

Spielmechanismus:

Jedes Spiel dieser Minnys-Serie hat seine eigenen Regelfeinheiten. Grundsätzlich sind es Roll’n’Write-Spiele, bei denen einer würfelt und alle das Ergebnis bei sich eintragen, um damit bei Spielende Punkte zu generieren. Bei einigen werden vor Spielbeginn Eintragungen durch die Spieler vorgenommen, alle Zettel gemischt und zufällig verteilt, sodass alle mit leicht unterschiedlichen Startbedingungen spielen. Jeder Block zeigt zwei Varianten eines Spiels, doch sollen in einer Partie immer alle Spieler die gleiche Seite verwenden.

Links: Volle Weide, rechts: Hamstern / Foto: Brettspielpoesie

Beim Hamstern werden Würfelaugen in Kreuze verwandelt, mit denen die Nüsse und Pilze in den Kammern erreicht werden wollen, um Punkte zu sammeln. Volle Weiden sollen im gleichnamigen Spiel vermieden werden, indem die abgebildeten Schafe eingezäunt werden. Die Augenzahl bestimmt die Form des Zauns, der eingezeichnet wird. Die eingezäunten Schafe werden nicht nur bei Spielende, sondern auch schon in einer Zwischenwertung in Punkte verwandelt. Katzen lieben Wolle, daher ist es unsere Aufgabe den Wollfaden geschickt um um die Hindernisse herum zu legen und dabei auf möglichst viele Gegenstände zu stoßen, an welchen die Katze sich erfreuen. Bei Honey Moon werden Stollen in den Mond gegraben, um nach Süßigkeiten zu „schürfen“.

Links: Wolle, rechts: Honey Moon

Spielende:

In jedem dieser Spiele gibt es eine eigene Bedingung für das Spielende. Anhängig von den Eintragungen der Spieler oder den Würfelergebnissen, wird das Spielende eingeläutet. Das Ende wird dadurch zufällig bestimmt, ist aber für alle Spieler abzusehen. Anschließend wird gewertet, um die Gesamtpunktzahl zu ermitteln. Wer die höchste Punktzahl erreichen konnte, gewinnt die Partie.

Spieleranzahl:

Da jeder auf seinem eigenen Zettel Eintragungen vornimmt, ist es eigentlich egal wie viele Mitspieler dabei sind. Interaktion gibt es auch fast keine, lediglich die Punkte werden hinterher verglichen.

Glücksfaktor?

Bei Würfelspielen erwartet man doch einen gewissen Glücksfaktor, natürlich ist dieser auch hier zu finden. Die Würfelergebnisse geben vor, was eingetragen werden kann. Mit den ersten Eintragungen eben sich die Spieler mehr oder weniger gute Ausgangslagen für weitere Eintragungen. Zudem geben die Würfelergebnisse hier bei mancher Variante auch noch das Spielende vor. Die Spieler haben zum Teil nicht exakt die gleichen Voraussetzungen durch die zu Beginn markierten Zettel, das verhindert in erster Linie viele identische Eintragungen.

Meinung:

Das innovativste an dieser Spielreihe ist sicherlich die Verpackung, die Spielideen selbst funktionieren gut, stechen aber nicht sonderlich hervor. Das ist sicher auch gar nicht die Intention gewesen, es sind einfach gute Mitbringspiele, die für wenig Geld erhältlich sind und in die Hosentasche passen. Normalerweise gehe ich ja nicht auf Preise ein, da sich diese auch viel zu schnell ändern können, doch hier halte ich es für angebracht, denn die Spiele sind einzeln für nur 3,60€ zu bekommen. Und das, obwohl sie nachhaltig produziert werden.

Die vier Spiele teilen sich den Grundmechanismus, sind dann aber doch verschieden genug, um für sich alleine zu stehen. Die Partien sind wirklich im Nu vorüber, manches Mal hätte ich gerne noch etwas länger gespielt. Doch diese Limitierung macht auch den Reiz aus, dennoch das Beste herauszuholen. Und wem es zu schnell vorbei ist, der kann auf der Rückseite gleich noch eine Variante davon spielen.

Fazit:

Tolle Mitbringspiele, für ein schnelles Roll’n’Write-Vergnügen, auch super für unterwegs geeignet. Jedes Spiel funktioniert ein wenig anders, sodass für jeden das Passende dabei sein sollte. Ich mag tatsächlich alle vier, als Favorit muss ich als Schafliebhaber natürlich Volle Weide nennen. Wobei mir Honey Moon spielerisch vielleicht noch etwas besser gefällt.

Verlag: Nürnberger-Spielkarten-Verlag
Autor(en): Moritz Dressler
Erscheinungsjahr: 2020
Spieleranzahl: 2-6 Spieler
Dauer: 5 Minuten

Wertungsnote 4/6

Vielen Dank an den Nürnberger-Spielkarten-Verlag für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare.

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