Spukstaben

Spukstaben Cover / Foto: NSV

In der Druckerei sind die Geister los,
was wollen Sie mit den Lettern bloß?
Schneller als man sich versieht,
so mancher Spukstabe entflieht.
Ihr wollt versuchen sie aufzuhalten,
indem Worte die Buchstaben enthalten,
mit denen sie sich zum Ausgang bewegen,
dürft ihnen keine Chance zu entkommen geben.

Spielmaterial:

Die quadratische Spielschachtel enthält einen Spielblock, vier kleine Bleistifte und eine Sanduhr. Dazu über 50 quadratische Karten und zehn weiße Spuksteine. Die drei Raumkarten sind auf Vorder- und Rückseite unterschiedlich eingefärbt. Dies dient jeodch nur der Optik, spielerisch unterscheiden sie sich nicht.

Spukstaben Spielmaterial / Foto: Brettspielpoesie

Spielmechanismus:

In vier Spalten liegen Buchstaben aus, welche die auch Spukstaben genannten Geister vor unseren Augen aus der Druckerei schaffen wollen. Wir versuchen sie daran zu hindern, indem wir die Buchstaben in Wörtern verwenden. Jede Karte gibt an, wie häufig die Verwendung des Buchstsbens erfordelrich ist. Pro Runde hat jeder Spieler nur eine Minute Zeit ein Wort aufzuschreiben, welches möglichst viele der ausliegenden Buchstaben enthält. Dabei dürfen beliebige andere Buchstaben ebenfalls verwendet werden, sie helfen nur nicht beim Erschrecken der Geister.

Es hilft auch nicht einen Buchstaben mehrfach in sein Wort einzubauen, wenn selbiger nicht mehrfach ausliegt. Mit einer Ananas wird ein einzelnes ‚A‘ nur ein Mal gewertet, es iat aber möglich bei bis zu drei verschiedenen ‚A’s die Spukkraft zu verringern. Um doppelte Wortnennungen zu vermeiden, darf jeder seinen Mitspielern pro Runde in vorgegebenem Rahmen einen Tipp geben. Sollte es dennoch zu Dopplungen kommen, wird dieses Wort nur einfach angewendet. Selbst über alle Runden ist die wiederholte Verwendung eines Wortstamms nicht erlaubt.

Spukstaben Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Nach jeder Runde rutschen die Buchstaben eine Spalte weiter, sie bewegen sich in Richtung Ausgang. Wenn sie diesen erreichen, sind sie entflohen, was sich negativ auf die Schlusswertung auswirkt. Da es nur zehn Marker gibt, ensteht zwangsläufig die Notwendigkeit Buchstaben zu entfernn, indem sie ihre gesamte Spukkraft verlieren. Ohne freien Marker gelingen neuen Spukstaben sonst direkt die Flucht. Manche von ihnen beginnen direkt in weiter hinten liegenden Räumen, andere bringen eine weitere Karte mit oder haben zusätzliche Bedingungen. Zum Beispiel kann eine maximale Länge vorgegeben sein oder der Buchstabe darf nicht am Anfang oder am Ende stehen.

Spukstaben Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Nach maximal zehn Runden endet die Partie. Sollten nach der neunten Runde noch Buchstaben ausliegen, was der Normalfall sein dürfte, ist es die Aufgabe gemeinsam in einer Minute ein letztes Wort zu finden, um all diese Buchstaben auf einen Schlag zu retten. Anschließend ergibt sich die erreichte Punktzahl anhand der Anzahl verlorener Buchstaben. Eine Tabelle in der Anleitung verrät, wie gut sich die Spieler geschlagen haben. Wenn dies zu leicht erscheint, können weniger Markierungssteine verwendet werden. Mit Hausregeln zu gültigen Wörtern lässt sich der Schwierigkeitsgrad senken.

Spieleranzahl:

Das Spiel skaliert gut. Die Spielerzahl bestimmt nicht nur die Anzahl auszulegender Karten pro Runde, sondern auch wie häufig ein Buchstabe zur Rettung verwendet wird. Solo ist es am einfachsten, da es dann keine Dopplungen geben kann. Es gelten in Solo-Partien auch keine der aufgedruckten Bedingungen. In Partien mit Mitspielern müssen diese sich gut aufeinander einstellen und hilfreiche Tipps geben, um nicht genau dieselben Buchstaben und noch wichtiger nicht dieselben Worte zu verwenden.

Glücksfaktor?

Die Karten werden zufällig aufgedeckt, da spielt natürlich ein wenig Glück hinein. Die Kombination der Buchstaben und die vorgegebene Häufigkeit der Verwendung machen es schwerer oder einfacher. Natürlich müssen die Spieler dabei selbst kreativ werden und möglichst viele passende, unterschiedliche Worte finden. Umso mehr Mitspieler, umso wichtiger wird die Kommunikation. Muss ein Buchstabe nur noch ein Mal verwendet werden, müssen eben nicht alle Spieler diesen in ihren Worten unterbringen. Sie sollten sich vielleicht lieber auf andere Buchstaben konzentrieren.

Meinung:

Passende Worte unter Zeitdruck zu finden, ist nicht jedermanns Sache. Ich mag das, allerdings fand ich es hier manches Mal schade auf nur 10 Buchstaben begrenzt zu sein. Oft wären längere Wörter möglich gewesen. Auch wenn diese Einschränkung vielleicht einen gewissen Reiz ausmacht, denn so können meist gar nicht alle Buchstaben in einem einzigen Wort verwendet werden. Einschränkungen sind sicherlich wichtig, manche der hier gewählten fanden wir allerdings unpassend. Warum darf ich beispielsweise England als Namen eines Landes nicht verwenden, aber das Wort Landenge mit nahezu denselben Buchstaben?

Auch die Einschränkung jeden Wortstamm nur ein Mal pro Partie zu verwenden, erschien uns nicht ganz fair. Es ist nämlich schwierig im Blick zu behalten welche Worte bereits genutzt sind, auf die Wortstämme zu achten nur noch mehr. Da kann es schon mal passieren, dass unbewusst in der vorletzten Runde ein ähnliches Wort wie zu Beginn gebildet wird. Natürlich ist uns auch klar, dass bei denselben Buchstaben nicht mehrfach exakt das gleiche Wort gewählt werden sollte. Durch die Begrenzung auf zehn gleichzeitig ausliegende Buchstabenkarten entsteht ein gewisser Druck, diese zügig abzuräumen.

Auch wenn es einige Kritik an dem engen Regelkorsett gibt, haben mir und meinen Mitspielern die Partien als kleine Auflockerung durchaus Spaß bereitet. Ich mag es einfach, aus gegebenen Buchstaben hilfreiche Worte zu bilden. Dabei müssen es gar nicht immer geniale Wortkonstruktionen sein, es helfen auch Worte aus weniger ausliegenden Buchstaben, um gezielt einige Karten zu retten. So können auch weniger ausgefallene Worte die Gruppe vorantreiben.

Fazit:

Ein kooperatives Wortfindungsspiel, welches das Genre nicht komplett neu erfindet, aber gut funktioniert. Es ist nicht zu einfach, sondern durchaus herausfordernd aus den immer anders gegebenen Buchstabenkombinationem das Beste herauszuholen. (Eine gewisse Affinität für Wortspiele ist dafür allerdings vorauszusetzen.)

Wer sich zunächst ein eigenes Bild machen möchte, kann dies auf der Webseite des Autors machen, der dort sein Spiel in der Solo-Variante als digitale Demo-Version anbietet: https://www.moritzdressler.de/games/spukstaben/

Verlag: Nürnberger Spielkartenverlag
Autor(en): Moritz Dressler
Erscheinungsjahr: 2020
Spieleranzahl: 1 – 5 Spieler
Dauer: 20 Minuten

Wertungsnote 4/6

Vielen Dank an den NSV für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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