Planet

Planet Cover

Cover / Foto: Asmodee

Bereits 2017 erregte ein Spiel von Blue Orange Games mein Interesse aufgrund seiner großartigen Optik. Gemeint ist Photosynthese, bei dem Bäume auf einen Spielplan platziert werden und es belohnt wird, wenn der Baum Sonne abbekommt. Denn selbige wandert in mehreren Runden rund um den Spielplan, ein richtig schön thematisches Spiel mit hohen Aufforderungscharakter durch das hochwertige Spielmaterial. Das Spiel selbst ist jedoch knallhart, als Familienspiel würde ich es nicht mehr durchgehen lassen. Nur abgeholzte Bäume bringen nämlich Punkte ein, daher sollte man die Zeit nicht vertrödeln, doch nur lebende Bäume in der Sonne generieren Einkommen, da ist einiges an Vorausplanung notwendig. Ein Jahr später präsentierte der Verlag wieder ein solch schönes Spielmaterial, dieses Mal sollen wir unsere eigenen Planeten gestalten und Tiere anlocken bei Planet.

Spielmaterial:

Hebt man den Deckel der Schachtel ab, sieht es sehr übersichtlich aus: Man findet vier große Planeten aus Plastik, die haben die Form eines Dodekaeders: Einem Würfel aus zwölf Flächen. Jede dieser Flächen ist mit einem runden Magneten versehen. An diesen Magneten haften die fünfeckigen Kontinentalplättchen, 50 sind davon enthalten. Besonders hervorzuheben sind die beigelegten Ersatzmagneten. Zusätzlich sind 45 Tierkarten, fünf Zielkarten und ein Startspielermarker enthalten.

Planet Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielmechanismus:

In zwölf Runden werden die Planeten der Spieler Form annehmen, indem sie mit Kontinentalplättchen bestückt werden, eine geheime Zielkarte legt für jeden Spieler eine Landschaftsart vor. Derer gibt es fünf verschiedene. Runde für Runde entstehen unterschiedliche Landschaftsgebiete auf den Planeten der Spieler. Mit diesen Landschaften können bestimmte Tiere angelockt werden, um sich dort anzusiedeln. Ab der dritten Runde werden dafür am Ende einer jeden Runde die jeweilig ausliegenden Tierkarten gewertet. Für diese benötigt man ein möglichst großes Landschaftsgebiet das entweder an einer anderen vorgegebenen Landschaft grenzt oder gerade nicht. Eine andere Bedingung kann sein möglichst viele Gebiete einer Landschaftsart zu haben. Ein Fünftel des Plättchens ist ein Feld, mehrere solcher Felder aneinander bilden ein Gebiet. Gibt es keine eindeutige Mehrheit, wird die Karte verschoben und am Ende der Folgerunde erneut begutachtet. Je nach Spielerzahl bleiben in jeder Runde Plättchen über, daraus werden noch die Stapel für die letzten beiden Runden gebildet, bevor die übrigen Plättchen aus dem Spiel genommen werden.

Planet Kartenauslage

Kartenauslage / Fotot: Brettspielpoesie

Spielende:

Das Spiel endet nach der zwölften Runde, dann sind alle Planeten vollständig mit Kontinentalplättchen belegt. Die Spieler zählen nun ihre erworbenen Tierarten. Jede Karte der Landschaftsart der eigenen Zielkarte zählt einen Punkt, jede weitere Karte zwei Punkte. Hinzu kommen die Punkte der Zielkarte, die in Abhängigkeit der Anzahl an Plättchen der vorgegebenen Landschaftsart Punkte vergibt. Für einen besseren Überblick kann es helfen, die Plättchen vor dem Zählen abzunehmen. Der Spieler mit der höchsten Punktzahl gewinnt die Partie, Tie Breaker ist die Anzahl der erhaltenen Tierkarten.

Spieleranzahl:

In voller Besetzung gefällt mit Planet am besten, weil dann die meisten Plättchen erneut ins Spiel gelangen. Bei jeder Spielerzahl liegen zu Beginn Plättchenstapel mit jeweils fünf Plättchen aus. Es gibt zwei Plätze, die noch mit Plättchen gefüllt werden müssen. Das geht bei 12 Runden und vier Spielern exakt auf. Bei weniger Spielern liegen zu Beginn ebenfalls jeweils fünf Plättchen, aber nur die ersten zehn überzähligen Plättchen bilden die neuen Stapel, alle anderen werden aus dem Spiel entfernt. Mit mehr Spielern ist auch die Auswahl interessanter, da man mehr Spieler im Blick haben sollte, denen man etwas nicht überlassen kann und man daher häufiger nicht das eigentlich geeignetste Plättchen wählt. Bei nur zwei Spielern kann der Gegenspieler meist eh irgendeines gebrauchen.

Glücksfaktor?

Das Glück hat einen ziemlich großen Einfluss auf den Spielverlauf und das Ergebnis, vor allem dadurch, dass nur eine zufällige Menge der Tierkarten zur Anwendung kommt. Da kann sich glücklich schätzen, wessen Zielkarte häufig als umgebendes Gebiet gefragt ist. Denn das eigene Gebiet möchte man ja grundsätzlich groß gestalten. Das wird erschwert, wenn Plättchen dieser Landschaft gemeinsam ins Spiel kommen, man nur eines davon wählen kann und die übrigen bei zwei Spielern anschließend entfernt werden. Es kann auch vorkommen, dass sich gegenseitig ausschließende Karten gemeinsam ausliegen, die nur recht unwahrscheinlich gemeinsam erfüllt werden können. Das kann versöhnlich angesehen werden, da es die Chancen vergrößert, dass sich die Karten gut verteilen, einen ambitionierten Spieler wird dies eher stören.

Fazit:

Leider verspricht die auffordernde Optik bei diesem Spiel mehr, als das Spielprinzip tatsächlich bieten kann. Genau sie ist es aber auch, die einen jeden Spieler aufmerksam macht und einfach Lust auf das Spiel erzeugt. Das Material ist sehr hochwertig. Die Spielidee kann zumindest erfahrenere Spieler nicht ganz vom Hocker hauen. Denn diese wollen einen guten Überblick haben, immerhin kommt es auf Mehrheiten an. Da gibt das Spiel es sogar vor, sich zu vergleichen und eröffnet auch die Möglichkeit bei den Spielern nachzufragen oder sich deren Planeten anzusehen. Dies führt dann jedoch zu Längen bei der ansonsten sehr flotten Spielzeit. Genau dieser Planet hebt es aber von anderen Plättchenlegespielen ab, dreidimensional zu bauen und selber den Überblick zu behalten, ist keine Selbstverständlichkeit, Zu schnell hat man ein Plättchen doch verkehrt angelegt und kann dadurch eine Kartenanforderung nicht mehr erfüllen. Interessiert man sich nicht für die Planeten der anderen Spieler, ist es jedoch meist ein reines Glücksspiel, wer welche Karten bekommt. Diese bringen ja eh schon einen nicht zu verachtenden Glücksfaktor hinein und können Spieler aufgrund ihrer Zielkartenvorgabe benachteiligen.

Die Variante mit zunächst verdeckten Karten bringt nur noch mehr Glück ins Spiel, mit ihr werden wir nicht mehr spielen. Der coole Planetenwürfel ist das einzige Element, weswegen es wohl hin und wieder auf dem Tisch landen könnte, vor allem wenn mal wieder weniger spielbegeisterte Personen anwesend sind. Ich hoffe nun, dass es Blue Orange Games nach Photosynthese und Planet gelingt ein Spiel dazwischen zu erschaffen, mit interessantem Anspruch für erfahrene Spieler bei guter Zugänglichkeit für weniger erfahrene Spieler. Einzig bei der Ausstattung der Spiele haben sie nichts aufzuholen.

Wertungsnote 3/6

Verlag: Blue Orange Games / Vertrieb: Asmodee
Autor(en): Urtis Šulinskas
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 30 Minuten

Vielen Dank an Blue Orange Games für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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