Bohnanza – Das Duell

Bohnanza Das Duell Cover

Cover / Foto: Amigo Spiele

Bohnanza, das kleine Kartenspiel von Uwe Rosenberg rund um die Bohnenernte begeistert Spieler nun schon seit fast zwei Jahrzehnten. Leider lässt es sich erst ab drei Personen spielen. Der Wunsch nach eben einer guten Zwei-Spieler-Variante besteht ebenfalls schon sehr lange. 1998 gab es die erste Duell-Version als zusätzliche Spieloption bei der Erweiterung La Isla Bohnita, die allerdings mit den Handelsschiffen auch zusätzliche Regeln mitbringt und somit das gesamte Spielgefühl ändert. Zwei Jahre später kam dann ein eigenständiges Spiel für 1-2 Spieler heraus: Al Cabohne. Solo versucht man erfolgreicher zu sein als die beiden virtuellen Mafia-Bosse, zu zweit spielt man zusätzlich gegen einen von ihnen. Dass ich solche virtuellen Gegner blöd finde und sie den Spielspaß nehmen, sollte mittlerweile bekannt sein. Weitere Versuche gab es in den limitierten Versionen von Lookout Spiele. 2006 mit Kannibohn, die auf ähnliche Mechanismen wie die beiden vorherigen Versuche setzt und um Aktionskarten erweitert wurden und 2011 mit Bohn Camillo, bei dem erstmalig Geschenke gemacht werden mussten. Diese Idee wurde nun neu aufgegriffen und zu Bohnanza – Das Duell erweitert.

Spielmaterial:

Wieder bekommt man 104 Bohnenkarten, mit den gleichen Sorten wie beim Original, dafür im neuen Design. Was man noch nicht kennt, sind die 32 Bo(h)nuskarten, die angeben für welche Kartenkombinationen man einen Bonus in welcher Höhe erhält sowie acht Geschenkkarten, eine für jede Bohnensorte. Zudem erhalten beide Spieler eine Bohnenfeld-Ablage mit drei Bohnenfeldern.

Spielmechanismus:

Wie von Bohnanza gewohnt, pflanzen die Spieler auch beim Duell Bohnenkarten von ihrer Hand auf ihre drei Bohnenfelder. Doch darf jedes Feld nicht mehr nur eine Bohnensorte enthalten, es ist auch erlaubt Bohnensorten mit nächsthöherem Wert auszuspielen. Bei der Ernte zählt dann allerdings nur das Bohnometer der obersten Bohnensorte.

Nun würde die Handelsphase kommen, doch gerade diese macht zu zweit wenig Sinn. Stattdessen wird ein Geschenk angeboten, entweder aus den drei aufgedeckten Karten oder den Handkarten. Wird das Geschenk nicht angenommen, muss der ablehnende Spieler seinerseits eine Karte anbieten. Und zwar so lange bis ein Geschenk angenommen wird, wobei jede Sorte nur einmalig angeboten werden darf. Gekennzeichnet wird dies durch Verschieben der Geschenkkarten in der Tischmitte. Es darf auch geblufft werden, dies kostet aber einem Bohnentaler, wenn ausgerechnet dieses Geschenk angenommen wird.

Bohnanza Das Duell Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Die Karten werden angebaut, wobei der aktive Spieler von den aufgedeckten Karten eine ablegen darf, bevor er neue Karten zieht. Eine weitere Besonderheit gibt es noch: Die Bohnuskarten. Sie geben an, in welcher Reihenfolge verschiedene Bohnensorten liegen müssen, um den Bonus in Form eines Bohnentalers und der zusätzlichen, angegeben Groschen zu bekommen. Ob die Reihenfolge auf einem eigenen oder einem gegnerischen Feld liegt spielt dabei keine Rolle. Auch die Bohnuskarten werden wieder nachgezogen.

Spielende:

Sind einmal alle Karten durchgespielt, endet das Spiel vor der letzten Phase, in der Karten nachgezogen werden. Anschließend dürfen beide Spieler noch ernten, was bereits auf ihren Feldern liegt und vergleichen dann ihre Einnahmen – auf den Groschen genau. Diese können den Unterschied machen.

Spieleranzahl:

Es handelt sich hierbei um eine Variante, die das Spielgefühl des Originals nun auch für genau zwei Spieler anbietet.

Glücksfaktor?

Es sind die gleichen Qualitäten gefordert, wie beim Original. Etwas Kartenglück bei der Reihenfolge der Karten, gepaart mit Handlungsgeschick und Taktik ist hier erforderlich. Durch die Verpflichtung zu einem Geschenk und entsprechenden Gegenangeboten, ist das Duell sogar etwas taktischer ausgelegt.

Fazit:

Das Bohnen-Duell überzeugt auf ganzer Linie. Die Geschenke ersetzen gut das Handeln beim Original, was im Spiel zu zweit wenig sinnvoll wäre. Beim Schenken gibt es einiges zu beachten: Will ich eine Karte dringend von der Hand loswerden, muss sie attraktiv genug für den Gegner sein, aber man will ihm ja auch keine sicheren Punkte zu schustern. Doch vielleicht legt er die Karte so passend auf sein Feld, dass ich dadurch einen Bonus erhalte. Im Gegenzug eine blöde Karte annehmen, ist nämlich auch keine tolle Option. Da kann man sich schon mal zu einem Bluff hinreißen lassen, der im schlimmsten Fall zu einem Talerverlust führt.

Auch die Bohnuskarten führen zu mehr Interaktion, denn ich muss bei jeder gelegten Karte darauf achten, ob mit dieser vielleicht ein Bonus fällig wird, um mir diesen nicht entgehen zu lassen. Diese gibt es in verschiedenen Schwierigkeitsstufen, was sich in der Anzahl Groschen widerspiegelt, mit der die Erreichung belohnt wird. Habe ich nur schwer zu erreichende Bohnuskarten auf der Hand, kann ich eine davon am Zugende tauschen, um durch eine möglicherweise leichter zu erreichende Karte schneller einen Bonus zu erzielen.

Ein Spiel, dass sich besonders für Spieler lohnt, die gerne Bohnanza spielen wollen, aber viel zu zweit spielen oder Spieler, die sich dafür interessieren, es aber noch nie gespielt haben, weil eben oft die Mitspieler fehlen. Wer mit dem Original selber jedoch nicht viel anfangen kann, der sollte lieber die Finger weg lassen. Für mich definitiv die beste Duell-Variante von Bohnanza, die ich bisher gespielt habe.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Amigo Spiele
Autor(en): Uwe Rosenberg
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 2 Spieler
Dauer: 45 Minuten

Vielen Dank an Amigo Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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