Boxoxo – Die Stadtführung

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Escape Room Spiele für zu Hause gibt es mittlerweile eine ganze Menge, da erstaunt es doch, dass immer noch neue Anbieter versuchen ihre eigene Version des Escape Room-Feelings auf die Spieltische zu bringen. Als Liebhaber von Escape-Räumen und deren spielerischer Adaptionen erweckt das dennoch meine Neugier. Wie wurde es umgesetzt, wie gut sind die Rätsel, wie ist Stimmung und das Thema drumherum? Kürzlich bin ich dann auf Boxoxo gestoßen, welches derzeit über Startnext unterstützt werden kann.

Der Name verrät es schon ein bisschen, es geht um Boxen. Mit diesem Ansatz möchte sich die Autorin von anderen Escape Room-Spielen abheben. Die Idee kam ihr nachdem si emit Freunden einen echten Escape Room besucht hatte. Sie wollten mehr davon und griffen zunächst zu den Exit-Spielen, bevor die eigenen Ideen aufkamen. Zu Beginn sieht man nur eine größere Pappschachtel mit einem aufgedruckten Vorhängeschloss. Dieses erwartet einen dreistelligen Code. Die zehn Zahlen sind auf kleinen Kärtchen zu finden, die Rückseiten zeigen eine bestimmte Zeichenfolge. Diese sollte auch auf dem Schloss zu sehen sein, wenn man mit der roten Lupe drüber fährt. So kann nach und nach jede Position des Codes verglichen werden, erst wenn man einen Code komplett entschlüsselt hat, darf die Schachtel geöffnet und ihr Inhalt offenbart werden. Darin befindet sich wieder eine Schachtel und weiteres Spielmaterial. So stecken mehrere Pappschachteln ineinander, was einen großem Vorteil bietet: Das vollständige Material ist nicht von Beginn an einsehbar, es wird erst nach und nach wirklich „entdeckt“. Und das Öffnen der Boxen macht auch einfach etwas her, es fühlt sich an, als würde man einen neuen Raum betreten, wie man es auch häufig in realen Escape Räumen erlebt. Die Boxen selbst sind auch nicht nur als Container für das weitere Material im Einsatz, sie selbst sind mit notwendigen Informationen bedruckt und werden somit auch ein Teil der Rätsel.

Die Rätsel selbst waren interessant, für uns dürfte der Schwierigkeitsgrad gerne höher sein, aber diese Box möchte damit vor allem Einsteiger und Kinder ab 12 Jahren ansprechen. Manche Rätsel waren von der Art und Weise her bereits bekannt, es war für uns nur ein Abspulen der bekannten Lösungstechnik. Dennoch fühlten wir uns für eine gute Dreiviertelstunde gut unterhalten. Hinweise haben wir keine benötigt, es wäre ein kleines Lösungsheft mit QR-Codes dabei gewesen. Die Hinweise finde ich gut aufgebaut, erst bekommt man Informationen welche Dinge für die Lösung benötigt werden, dann kann man sich einen Wink mit dem Zaunpfahl geben lassen. Sollte man komplett fest stecken, kann man sich die Lösung anzeigen lassen.

Eine Geschichte verbindet die Rätsel miteinander, an dieser wird jedoch noch etwas gefeilt, sodass ich dafür keine Bewertung abgeben möchte. Wir sind verabredet, doch statt der Person treffen wir am vereinbarten Ort nur diese Kiste an. Die Rätsel führen uns zu mehreren Orten dieser Stadt, an denen wir die weiteren Kisten finden. Die neuen Ideen, die mir die Autorin verraten hat, klingen interessant und ich bin guter Hoffnung, dass sich das Endergebnis sehen lassen kann. Mir hat die Einbindung eines fiktiven Ortes gut gefallen, es zog sich wie ein roter Faden durch die Boxen. Es wurde mit viel Liebe zum Detail gearbeitet, für die Zukunft sollen reale Orte Gegenstand der Geschichten sein. Genau dieser Ansatz der Abbildung von etwas real existierendem gefällt mir gut, ich könnte mir eine solche Stadtführung auch für meine Heimatstadt gut vorstellen.

Was sich ebenfalls durch das gesamte Spiel zieht, ist der Ansatz der Ablenkung, was mich besonders erfreute. Es gibt Escape Room-Spiele, da bekommt man immer nur das Material, welches derzeit benötigt wird. Hier ist das nicht so, manche Abbildungen, manches Material kommt erst viel später zum Einsatz, zuvor lenkt es höchstens ab, weil man versucht etwas zu lösen, wozu man noch gar nicht alle Informationen hat. Ich mag es, wenn man nicht alles auf dem Silbertablett serviert bekommt und selber entscheiden muss, was an einer bestimmten Stelle notwendig ist. Dennoch denke ich, dass die Schwierigkeit der Rätsel nicht zu hoch ist und auch Einsteiger sich gut zurecht finden werden.

Unterstützen könnt ihr dieses Crowndfunding-Projekt hier: https://www.startnext.com/boxoxo Ich würde es den Initiatoren wünschen, das notwendige Geld zusammen zu bekommen und damit ihre eigenen Escape Room-Ideen zu veröffentlichen. Weitere Ideen stehen nämlich schon in den Startlöchern…

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