Die Insel der Katzen

Die Insel der Katzen Cover / Foto: Skellig Games

Die Katzen auf der Insel sind in Not,
als letzte Hilfe dient euer Boot.
Um Katzenfamilien mitzunehmen,
ums sie zu retten vor den Armeen.
Doch Katzen sind grundsätzlich stur,
folgen mit leckeren Fischen nur.
Für jede Katz’ ist ein Korb von Nöten,
damit euch folgen die sanften Pfötchen.
Erfüllt ihr dabei auch noch Lektionen,
wird sich das fürs Punktekonto lohnen.

Spielmaterial:

Die große, dicke Box offenbart viel Material. In einem großen Stoffbeutel werden die Katzenplättchen zusammen mit den Plättchen für seltene Schätze verstaut. Diese haben unterschiedliche Formen, bei den Katzen gibt es gleich 17 unterschiedliche in jeder der fünf Farben.

Die Insel der Katzen – Katzenplättchen / Foto: Brettspielpoesie

Die Plättchen sind dick und liegen gut in der Hand. Durch die Stanzung passen sie leider nicht immer exakt ineinander, was das puzzeln etwas erschweren kann. Zusätzlich existieren gewöhnliche Schätze in vier Formen sowie spezielle Oshaxkatzen- und Korbplättchen, die nicht im Beutel landen. Auch die Fische sind im Grundspiel Stanzplättchen, in der KS-Erweiterung bekommt man diese als Holzteile. Ebenso aus Holz liegen Katzenmeeple dem Spiel bei. Dabei stehen viele mehr zur Verfügung, als pro Partie normalerweise verwendet werden. Ein Inselplan zeigt den Rundenablauf, jeder Spieler erhält ein Boot als Spielertableau. Diese unterscheiden sich alle ein wenig in der Anordnung gewisser Symbole. Der Rundenablauf und die Wertungsregeln sind am Rand der Tableaus jederzeit abzulesen. Außerdem sind im Grundspiel über 200 Karten und ein Wertungsblock enthalten.

Die Insel der Katzen – Katzenmeeple / Foto: Brettspielpoesie

Spielmechanismus:

In fünf Runden werden Karten gedraftet, Lektionen gespielt und Katzen gerettet. Ein Grundeinkommen von 20 Fischen steht den Spielern jede Runde zur Verfügung. Damit sollte gut gehaushaltet werden, denn sowohl Handkarten als auch Katzenplättchen zum Bepuzzeln des Boots werden davon bezahlt.

Die Insel der Katzen – Karten / Foto: Brettspielpoesie

Die Karten zeigen Kosten zwischen null und sechs, umso besser der Bonus, desto höher ihr Preis. Es gibt unterschiedliche Arten von Karten, sie werden in verschiedenen Phasen ausgespielt. Die Lektionen bringen zusätzliche Punkte bei Spielende, sie für später auf der Hand zu behalten ist nicht gestattet. Einige beziehen sich auf alle Spieler, andere sammelt jeder geheim für sich. Anschließend wählen alle Korbkarten und vergleichen deren Geschwindigkeitswerte, um die neue Spielerreihenfolge festzulegen. In dieser werden reihum Plättchen gewählt, deren Kosten unterscheiden sich je nach Lage, außerdem ist ein leerer Korb zum Einfangen erforderlich.

Die Insel der Katzen – Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Für die Platzierung gibt es nur wenige Regeln: Nach dem ersten Plättchen alle weiteren angrenzend zu platzieren. Bis Spielende nicht überdeckte Ratten an Bord kosten Siegpunkte bei der Wertung. Das farblich passende Überdecken der Schatzkatzen auf dem Boden des Boots erlaubt einen gewöhnlichen Schatz zu platzieren. Diese sind kleiner als die wertvollen, die nur mit Hilfe von Karten zu bekommen sind. Die folgende Phase bietet die Möglichkeit solche auszuspielen. Ebenso Karten für die speziellen Oshaxkatzen mit außergewöhnlichen Formen. Sie nehmen zudem eine beliebige Farbe an, die bei Platzierung festgelegt wird. Die lilafarbenen Karten können jederzeit gespielt werden.

Die Insel der Katzen – Spielertableau / Foto: Brettspielpoesie

Eine separat beschriebene Familienspielvariante verzichtet auf die Körbe und die Bezahlung der Katzen. Lektionen gibt es dabei nur zu Beginn, das Spiel dreht sich alleine um die Platzierung der Katzenplättchen auf dem eigenen Boot mit den zuvor festgelegten Lektionszielen.

Spielende:

Nach der fünften Runde endet jede Partie. Mindestens drei aneinander angrenzende Katzen gleicher Farbe bringen Punkte ein, offene wie verdeckte Lektionskarten können zu zusätzlichen Punkte führen. Für nicht überdeckte Ratten und nicht vollständig mit Plättchen belegte Räume geht der Punktestand wieder runter, bevor der Sieger mit der höchsten Punktzahl fest steht.

Spieleranzahl:

Die meisten Draftingspiele sind zu zweit weniger gut, das empfinde ich auch bei Die Insel der Katzen so. Bei mehr Spielern ist der Pool der Karten, die gedraftet werden, einfach größer. Und das kann einen erheblichen Unterschied machen. Ohne die Korb-Karten ist es schwer überhaupt mehr als eine Katze pro Runde einzufangen, ohne Lektionen keine Möglichkeit für Zusatzpunkte bei Spielende. Positiv ist natürlich das Draftingelement, sodass sich die Karten zwangsläufig aufteilen. Zu zweit sind das aber pro Runde nur 14 Karten, bei mehr Spielern verteilen sich auch mehr Karten unter diesen. Ebenso stehen dann pro Runde mehr Katzenplättchen zur Auswahl. Das erhöht den eigenen Einfluss und gefällt mir einfach besser. Ein zusätzliches Kartendeck ermöglicht ein Solo-Spiel, welches ich nicht ausprobiert habe.

Glücksfaktor?

Es ist zufällig welche Katzenfarben und -formen verfügbar sind, zudem kommen die Karten zufällig. Da spielt schon viel Glück hinein, für mich fühlte es sich hin und wieder zu glückslastig an. Wobei es mir mit mehr Spielern besser gefällt, da dann in der Regel mehr Optionen zur Verfügung stehen.

Meinung:

Eins vorweg, ich bin nicht der größte Fan von Katzen, bin ich doch eher ein Hundemensch. Und allergisch gegen Katzen. Glücklicherweise nicht gegen dieses Spiel, denn das kommt ganz ohne Katzenhaare an. Ein Zustand, der sich bei Katzenbesitzern jedoch schnell ändern kann, der Schachteldeckel fordert auf dort eine Katze zu platzieren – Und zahlreiche Fotos im Internet dokumentieren, dass nur wenige Katzen sich nicht daran halten ;-) Natürlich sind auch Katzen niedliche Tiere, deren Schnurren ich meist kaum widerstehen kann. Mit dem Spiel verhält es sich ähnlich, ich bin nicht der größte Fan davon, aber hin und wieder möchte ich es einfach spielen. Es lässt mich nicht komplett los, ich wäre immer zu einer Partie bereit, auch wenn mich das eine oder andere stört.

Da wäre das zufällige Ziehen der ungleich geformten Plättchen. Dies ist einfach schwierig, da die Formen mehr oder weniger leicht erfühlt werden können. Zwar wird nicht in den Beutel hineingeschaut, dennoch kann sich sicherlich niemand davon frei sprechen, beim Auswählen schon etwas zu Erfühlen. Dann geschieht das Bezahlen der Karten vollkommen geheim, ohne Möglichkeit zu prüfen, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Ebenso müssen Lektionen immer sofort gespielt werden, es gibt jedoch keine Möglichkeit zu überprüfen, ob solche Karten zurückgehalten und später ausgespielt werden, da die Spieler ja durchaus geheime Handkarten haben (dürfen). Sicherlich kann man argumentiert, dass unter Spielern ein gewisses Vertrauen eine Grundvoraussetzung sein sollte. Doch haben Autor und Verlag hier in meinen Augen die Chance verpasst eine umgänglichere Lösung zu finden, die solches Fehlverhalten von vorne herein ausschließt.

Das Material überzeugt auf ganzer Linie, viele Details sind in die Gestaltung eingeflossen. So unterscheiden sich die Spielertableaus nicht nur bei den spielrelevanten Symbolen, um das Boot herum tummeln sich jeweils unterschiedliche Meerestiere. Die Illustrationen auf den Karten können in der ersten Partie irritieren, da sie nur dekorativer Natur sind und in keiner Verbidnung zu den Katzen stehen, die mit einer Korbkarte zu fangen sind. Lediglich bei den Fischen würde ich immer die Tokens der KS-Erweiterung den Plättchen des Grundspiels vorziehen. Thematisch ist Die Insel der Katzen eher schwach auf der Brust. Dir Geschichte von Vesh Düsterhand, der sich mit seinen Armeen der Insel nähert gibt den Aktionen immerhin einen nachvollziehbaren Rahmen und liefert den Grund der notwendigen Rettung der Geschöpfe. In meinen Augen braucht ein gutes Puzzlespiel aber nicht zwingend ein ausgereiftes Thema. Diese Ausführungen beziehen sich alle auf die “normale” Spielvariante, die Familienspielversion reizt mich überhaupt nicht, da passiert für meinen Geschmack einfach zu wenig.

Trotz des durchaus vorhandenen Glücksfaktors mag ich die Aufgabe, aus den zur Verfügung stehenden Karten und Plättchen tolle Kombinationen zu entdecken, die Punkte einbringen. Dabei immer einzuplanen, wie die Fische am besten investiert werden, denn es gibt unterschiedliche Wege an Punkte zu gelangen. Durch die vielen Lektionskarten sind von Partie zu Partie auch abweichende Möglichkeiten drin, viele Punkte zu sammeln. Obwohl meist ein ungutes Gefühl mitschwingt, weil es kaum möglich ist Minuspunkte bei Spielende zu vermeiden. Es fühlt sich an, als wäre es wichtiger gute Kartenkombinationen zu ergattern, als erfolgreich zu puzzeln. Da es vermutlich allen so ergeht, macht es natürlich einen Unterschied wer besser diese Minuspunkte vermeiden kann. Aber in der Wertung grundsätzlich einen Haufen Punkte abgezogen zu bekommen, erzeugt für mich kein angenehmes Spielgefühl. Das Spiel motiviert mich aber dennoch, beim nächsten Mal zu versuchen es besser anzugehen. Es hat einfach etwas Anziehendes auf mich, was ich nicht näher beschreiben kann. Genau wie so manche Katze, deren Bann ich mich nicht immer erfolgreich entziehen kann.

Fazit:

Karten draften und Plättchen puzzeln wird bei Die Insel der Katzen zu einem tollen Spielerlebnis kombiniert. Das führt zu einem immer abwechslungsreichem Spiel, mit einem gewissen Anspruch. Trotz einiger Kritikpunkte und einer ordentlichen Portion Glück, die immer mit dabei ist, habe ich Lust auf weitere Partien. Vor allem wenn ich zwei oder drei Mitspieler dafür finde.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Skellig Games
Autor(en): Frank West
Erscheinungsjahr: 2020
Spieleranzahl: 1 – 4 Spieler
Dauer: 60 – 90 Minuten

Vielen Dank an Skellig Games für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

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