Luxor

Luxor Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Den Titel Luxor trägt ein Familienspiel von Ravensburger aus dem Jahr 2001. Autor Gunter Baars hat eine Ausgrabungsstätte in der gleichnamigen, ägyptischen Stadt als Setting gewählt, um die Spieler mit Hieroglyphenkärtchen um Skarabäen, Sarkophage und damit um Siegpunkte zu wetteifern. Doch um dieses Spiel geht es in der folgenden Rezension NICHT. Skarabäen und Sarkophage führen auch bei dem aktuellen Spiel mit dem Titel Luxor aus dem Hause Queen Games zu Siegpunkten. Nach Pioneers hat der Verlag nun schon das nächste gehobene Familienspiel im Programm. Autor ist dieses Mal Rüdiger Dorn, der die Spieler in das Innere ägyptischer Pyramiden führt, um die Grabkammer zu erreichen und auf dem Weg dorthin jede Menge wertvoller Dinge einzusammeln.

Spielmaterial:

Ein quadratischer, faltbarer Spielplan wird mit den vielen Plättchen bedeckt, zwei weitere Papp-Tableaus als Kartenablage und Wertungshinweis daneben gelegt. Aus Holz stehen jedem Spieler fünf Abenteurer und ein Zählstein einer Farbe zur Verfügung. Dazu ein Papp-Spielermarker. Ebenfalls als Papp-Stanzteile sind Schlüssel, Joker-Plättchen, Skarabäen, zwei Sarkophage und ein Startspielermarker enthalten. Zusätzlich 31 Start- und 24 Horuskarten sowie ein orange-farbener Würfel. Besonders erwähnenswert: Queen Games hat endlich Zip-Tüten zum Verstauen des Spielmaterials beigelegt.

Spielmechanismus:

Der Spielplan zeigt einen spiralförmig verlaufenden Weg zur Grabkammer. Auf den meisten Pyramidenfeldern liegen Schätze, welche die Spieler einsammeln können. Dafür müssen sie das Plättchen mit der angegebenen Anzahl Abenteurer (1-3) betreten. Sie erhalten sofort die angegebene Punktzahl und nehmen sich das Plättchen, um Sets zu sammeln. Jedes Set aus den drei verschiedenen Schätzen bringt bei Spielende zusätzliche Punkte. Etwa unter jedem zweiten Schatzplättchen ist das Symbol eines Tempelplättchens zu sehen, welches auf den frei gewordenen Platz gelangt.

Luxor Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Alle Spieler beginnen am Start mit zwei Abenteurern, die sie mit ihren fünf Handkarten steuern können. Wie schon bei Bohnanza dürfen die Handkarten nicht sortiert werden. Um eine Karte auszuspielen wird eine der beiden äußeren Karten rechts und links gewählt, damit ein eigener Abenteurer um die entsprechende Zahl bewegt werden kann. Gezählt werden dabei nur Plättchen, keine freien Felder. Zieht ein Abenteurer über eine Statue hinweg, auf der noch ein eigener Abenteurer liegt, wird dieser an den Pyramideneingang gesetzt und darf fortan bewegt werden. Zeigt die Karte einen Würfel, entscheidet die Augenzahl über die Weite. Der Zug endet mit der Aufnahme einer neuen Karte, welche in die Mitte zwischen die übrigen vier Karten gesteckt wird.

Luxor Spielmaterial

Spielmaterial / Foto: Brettspielpoesie

Neben den Schätzen können die Plättchen Joker, Skarabäen, Schlüssel, Horus-Augen, Tunnel oder für eine zusätzliche Bewegung bezifferte Pfeile zeigen. Wer auf einem solchen Plättchen landet, erhält die entsprechende Belohnung. Die Horus-Karten gibt es in drei Stufen, sie ermöglichen spezielle Bewegungen. Sobald mindestens zwei Tunnelplättchen offen liegen, ist es möglich von einem Tunnelplättchen zum nächsten Tunnelplättchen zu reisen, was einen Abenteurer schneller in Richtung Grabkammer bringen kann. Um in die Grabkammer zu gelangen, muss man sie mit dem Kartenwert exakt erreichen, man darf keine Schritte verfallen lassen. Zudem muss ein Schlüssel abgegeben werden, den man sich über die Horusplättchen besorgen kann. Die ersten beiden Abenteurer, die es in die Grabkammer schaffen, erhalten einen Sarkophag mit 5 bzw. 3 Punkten.

Luxor Spielplan

Spielplan / Foto: Brettspeilpoesie

Spielende:

Sobald der zweite Abenteurer die Grabkammer betreten hat, wird nur noch die aktuelle Runde beendet. Anschließend kommt es zur Abschlusswertung, bei der Punkte für gesammelte Sets von Schätzen, Sarkophage, Schlüssel, Skarabäen und Platzierungen der Abenteurer vergeben werden. Je weiter die Abenteurer in Richtung der Grabkammer vorrücken konnten, desto mehr Punkte erhalten sie für ihre Position. Es sei denn, sie stehen auf den Horus- oder Osiris-Feldern, denn diese bringen keinerlei Punkte ein. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt die Partie.

Spieleranzahl:

Auch wenn Luxor sowohl mit 2 als auch mit 3 oder 4 Spielern gut funktioniert, gefallen mir die Partien zu dritt am besten. Zu zweit ist es am besten kalkulierbar, jedoch herrscht mir dann zu wenig Konkurrenz. Zu viert ist so viel los, dass man kaum noch sinnvoll planen kann. Außerdem müssen dann die Karten sehr häufig gemischt werden, während zu zweit die wertvolleren Karten viel langsamer und seltener ins Spiel gelangen und dadurch unattraktiver erscheinen. Dafür ist das Sammeln vieler Sets zu zweit einfacher.

Glücksfaktor?

Das größte Glückselement bringen die Skarabäen mit. Sie zeigen Werte von eins bis vier und sind damit nicht berechenbar. Ebenfalls recht glückslastig sind die Karten mit dem Würfelsymbol, da man nicht wirklich planen kann und dem Würfelglück ausgeliefert ist.

Fazit:

Als wir das Spiel zum ersten Mal mit Freunden spielten, die bereits ägyptische Pyramiden besucht hatten, wurde bemängelt, dass der Spielplan zu steril wäre. Die Pyramiden würden in der Realität viel bunter und auffälliger gestaltet sein. Ich habe während der späteren Partien immer mal wieder daran gedacht, doch komme ich zum dem Schluss, dass dies nur unübersichtlich werden würde. Die Plättchen mit den Schätzen zeigen ja bereits bunte Artefakte, solange sie noch auf dem Spielplan liegen. Zudem wurde bemängelt, dass die Horusplättchen überflüssig wären, weil ihre Funktion bereits auf dem Spielplan abgebildet ist. Mich stört das nicht und ich denke, sie wegzulassen hätte zu unnötigen Regeldetails geführt. Denn die Abenteurer bewegen sich nur von Plättchen zu Plättchen, da müssten die Horusfelder dann eine Sonderregel erhalten.

Der Spielaufbau ist ein wenig aufwändig, da viel Material platziert werden muss, aber das hinderte uns nie daran, mehrere Partien hintereinander zu spielen. Es ist ein locker-leichtes Spiel, dass einfach Freude bereitet. Wer Bohnanza kennt, ist mit dem Kartenmechanismus vertraut, alle anderen müssen sich sicher erst daran gewöhnen, die Karten nicht zu sortieren und nur bestimmte wählen zu dürfen. Der Mechanismus wurde hier gut eingesetzt, um Zwänge zu erschaffen, dabei aber die Grübellastigkeit in Grenzen zu halten und ein vorausschauendes Planen zu belohnen.

Durch die variablen Plättchen verändert sich die Auslage von Partie zu Partie. Viele verschiedene Spielelemente bringen Siegpunkte ein, man kann in jeder Partie anhand der Auslage ein wenig herum experimentieren. Auch wenn sich in unseren ersten Partien das Gefühl einschlich, durchrennen wäre immer besser als Sets zu sammeln, könnte dies in weiteren Partien nicht bestätigt werden. Es würde mich schon sehr wundern, wenn dieses Spiel nicht auf irgendeiner Liste der Spiel des Jahres-Jury auftaucht.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Queen Games
Autor(en): Rüdiger Dorn
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 45 Minuten

Vielen Dank an Queen Games für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

Ähnliche Artikel:

Ein Gedanke zu “Luxor

  1. Pingback: Spiel des Jahres 2018 – Nominierungen | Brettspielpoesie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.