Slide Quest

Cover / Foto: Blue Orange

Das Königreich wird bedroht,
ein mutiger Ritter wurde geholt.
Er rollt tapfer durchs Land,
bis alle Bösen sind verbannt,
an Zäunen und Toren vorbei,
geht es über Stock und Stein.
Doch wehe er fällt dabei,
selbst in ein Loch hinein.
Nur mit Konzentration und Geschick,
bricht er sich nicht das Genick.
Sonst muss er von vorne beginnen,
um dieses Level für euch zu gewinnen.

Spielmaterial:

Bei diesem Geschicklichkeitsspiel ist der Spielkarton Teil des Spiels. Zuvor muss noch der Pappeinsatz entfernt werden. Dann werden die vier Hebel an die vier Seiten gesteckt und der Plastikeinsatz darauf platziert. Noch die aktuelle Levelkarte (aus den 20 vorhandenen) aufgelegt und entsprechend der Symbole Hindernisse, Dynamit und oder Kreaturen aufgestellt, schon kann der Ritter losgleiten. Auf einer kleinen Tafel werden die Lebenspunkte festgehalten, eine analoge „Speicherkarte“ dient dazu den Spielstand festzuhalten, sollte an einem anderen Tag weiter gespielt werden.

Speicherkarte / Foto: Brettspielpoesie

Spielmechanismus:

Jeder Spieler bedient mindestens einen der Hebel, um den Ritter einen vorgegebenen Weg entlang ins Ziel gleiten zu lassen, indem die Spielfläche in die vier Richtungen gekippt wird. Der Plastikeinsatz hat viele Löcher, die Landkarten der einzelnen Level je nach Schwierigkeitsgrad mehr oder weniger. Fast so wie bei diesen Holzlabyrinthen früher, nur muss hier statt einer Kugel eben der Ritter mit Kugel bewegt werden. Dabei können Kreaturen im Weg herum stehen, die zunächst in die Löcher geschubst werden müssen, bevor das Level verlassen werden kann. Manche Kreaturen dürfen nur in bestimmte Löcher fallen oder müssen in vorgegebener Reihenfolge verschwinden.

Spielvorbereitung / Foto: Brettspielpoesie

Das Spiel ist in vier Welten unterteilt, eine Welt besteht aus fünf Leveln. Diese können separat oder am Stück gespielt werden. Auf zwei Landkarten muss mit einer Dynamit-Stange zunächst der Ausgang freisprengt werden. Doch fällt das Dynamit zuvor um, verlieren die Spieler ein Leben der Ritter muss wieder von vorne beginnen. Gleiches gilt, sollte der Ritter jemals den Spielplan verlassen. Oder eine Kreatur in das falsche Loch befördert werden. In manchen Leveln lassen sich weitere Leben finden, um diese einzusammeln muss jedoch ein Umweg riskiert werden. Wem das alles zu langweilig erscheint, der kann sich von einem Timer unter Druck setzen lassen. Dafür bietet Blue Orange extra eine Timer-App an, in der auch noch zwischen drei Schwierigkeitsstufen gewählt werden kann.

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Wenn die Spieler nur ein bestimmte Welt gewählt haben, endet das Spiel nach erfolgreichem Beenden des fünften Levels. Wem das zu kurz erscheint, der kann einfach versuchen alle 20 Level zu überstehen ohne alle Leben zu verlieren. Das Spiel endet immer sofort mit einer Niederlage, sobald das letzte Leben verbraucht wurde. Wird auf Zeit gespielt, muss der Ausgang natürlich vor Ablauf der Zeit erreicht werden.

Spieleranzahl:

Zu viert ist mir die liebste Konstellation, da dann genau ein Spieler für einen Hebel zuständig ist. Dann ist allerdings auch die größte Zusammenarbeit und Absprache erforderlich, da selten nur eine Seite alleine bewegt werden muss. Meist ist es ein Zusammenspiel mehrerer Akteure. Umso weniger Spieler, desto mehr Koordinationsaufwand ist es für den einzelnen Spieler, der mehrere Seiten übernehmen muss. Man soll es auch alleine spielen können, das habe ich jedoch nicht vor. Dieses Spiel lebt in meinen Augen von der Zusammenarbeit.

Glücksfaktor?

Ein Glücksfaktor lässt sich hier nicht finden, es geht allein um Geschicklichkeit und Team-Arbeit. Mit höherem Level steigen auch die Hindernisse, doch in der Regel stellt sich in wiederholten Partien auch ein gewisser Lerneffekt ein. Es kann relativ leicht vollbracht werden, Kreaturen in eine Ecke zu drängen, aus der man sie nur schwer wieder heraus bekommt, aber in eine solche Misere bringt die Spieler in der Regel ihr eigenes Unvermögen.

Fazit:

Mit diesem Spiel hatten wir in verschiedenen Gruppen eine Menge Spaß, dafür sollte man natürlich Geschicklichkeitsspielen gegenüber offen sein. Immer lautete das Ziel bei uns alle 20 Level am Stück zu meistern, bisher ist es dazu jedoch noch nicht gekommen. Spätestens auf Landkarte 19 war bisher immer Schluss. Auch wenn die ersten Level mittlerweile flott von der Hand gehen, so steigt die Schwierigkeit schließlich an. Die Spielzeit ist mit 15 – 45 Minuten angegeben, was so in etwa passt je nachdem ob man sich für eine Welt entscheidet oder sich alles vornimmt, jedoch empfinde ich 45 Minuten einfach zu lang für solch ein Spiel. Da ja grundsätzlich in jedem Level das Gleiche passiert, trägt das Spielprinzip keine Dreiviertelstunde. Vielleicht sollten wir mal versuchen erst in Level 16, also der vierten Welt, zu starten, aber das wäre ja auch irgendwie langweilig. Ein weiteres Problem besteht darin, dass mit der Zeit auch die Konzentration schwindet, was das Unterfangen weiter erschwert. Solange das letzte Level nicht erfolgreich überstanden wurde, ist die Motivation noch etwas vorhanden, es erneut zu versuchen. Ich fürchte allerdings dies lässt rapide nach, sollte das Spiel einmal bezwungen sein.

Verlag: Blue Orange Games / Vertrieb: Asmodee
Autor(en): Nicolas Bourgoin, Jean-François Rochas
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 1 – 4 Spieler
Dauer: 15 – 45 Minuten

Vielen Dank an Blue Orange Games für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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