Wettlauf nach El Dorado – Die goldenen Tempel

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Viele Strapazen habt ihr auf euch genommen,
seid kurz davor die Belohnung zu bekommen.
Ihr habt es geschafft, El Dorado erreicht,
doch euren Mitstreitern ergeht es gleich.
Ihr müsste vor ihnen bei den Edelsteinen sein,
nur damit geht es in die Schatzkammer hinein.
Die meisten Geländearten ihr bereits kennt,
doch im Dunkeln am besten eine Fackel brennt.
Wählt eure Wege klug und geschickt,
damit ihr alleine den Schatz erblickt.

 

Spielmaterial:

Das Spielmaterial weist nur wenige Unterschiede zu Wettlauf nach El Dorado auf, dessen Rezension ihr sicherlich bereits gelesen habt. Die Karten unterscheiden sich ein wenig, es gibt eine neue Geländeart. Jeder Spieler erhält zu Beginn ein schlankes Tableau sowie ein identisches Set von acht Startkarten, der Markt umfasst 18 weitere Kartenstapel mit je drei Karten. Der Spielplan lässt sich variabel zusammen setzen, dafür steht allerdings nur ein großer Mittelteil und vier weitere Teile zur Verfügung. Neben neuen Barrikadenstreifen gibt es drei kleine Tempeltafeln, auf denen die ganz neuen Edelsteine in drei Farben platziert werden. Außerdem ganz neu sind die Münzen, die zusätzlich erworben werden können.

Münzen / Foto: Brettspielpoesie

Spielmechanismus:

Das Grundprinzip hat sich nicht verändert: Die Spieler bauen sich ein Kartendeck zusammen, um möglichst effizient das Gelände zu durchqueren. Für Bewegungen müssen Karten mit gleichem Symbol ausgespielt werden. Die Karten können ebenfalls benutzt werden, um weitere Karten einzukaufen und damit das Kartendeck zu erweitern.

Kartenauslage / Foto: Brettspielpoesie

Neu sind die Wächter: Kleine Plättchen, die zufällig verdeckt auf vorgegebene Felder platziert werden. Wer auf einem angrenzenden Feld zum Stehen kommt, die Bewegungen werden nun Karte für Karte abgehandelt, löst die Funktion des Plättchens aus. Entweder der aktive Spieler verliert alle Münzen oder die Mitspieler erhalten einen kleinen Vorteil. Auch manche Blockaden haben positive Effekte für die Mitspieler. Ein solcher ist zum Beispiel der Erhalt einer Münze. Diese können für die Bewegung über die Dörfer genutzt werden, wenn die Felder nur genau eine Münze verlangen. Alternativ können sie beim Kartenkauf verwendet werden. Ein Spieler darf nie mehr als drei Münzen gleichzeitig besitzen.

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Die Spieler versuchen nicht mehr nur den Zielpunkt vor den anderen zu erreichen, sie müssen zuvor die drei Tempel besuchen, um die verschieden farbigen Edelsteine einzusammeln. Für jeden Spieler steht ein solcher zur Verfügung, man schnappt den anderen nichts weg, muss dabei einfach nur schneller voran kommen.

Spielende:

Das Spielende finde ich interessanter gelöst, als beim Vorgänger. Damals ging es nur darum als erster das Ziel zu erreichen. Dies ist noch immer die Vorgabe, doch liegt das Ziel nicht mehr am anderen Ende des Spielplans, sondern nah zu den Startfeldern, doch darf dieses erst betreten werden, wenn alle drei Edelsteine eingesammelt wurden.

Spieleranzahl:

Zu zweit werden auch bei dieser Version zwei Figuren pro Spieler verwendet, die beide das Ziel erreichen müssen. Als weitere Herausforderung kann der Edelstein eines Tempels nur eingesammelt werden, wenn sich beide Figuren im Tempel begegnen. Dies ist die einzige Möglichkeit mit zwei Figuren auf einem Feld zu stehen. Es bleiben die Kritikpunkte des Grundspiels bestehen. Zu zweit ist es weniger einschränkend, da in einem Zug beide Figuren bewegt werden können und so die Chancen besser stehen eine der beiden Figuren bewegen zu können. Zu viert wird bei jeder Kartensorte immer mindestens einer leer ausgehen.

Glücksfaktor?

Neben dem zufälligen Ziehen der Karten wirkt sich hier die zufällige Verteilung der Wächter ebenfalls auf den Glücksfaktor aus. Es entsteht zu Beginn ein gewisses Risiko an ihnen stehen zu bleiben, da Münzen verloren gehen können oder die Mitspieler bevorteilt werden. Im gesamten Spiel gleicht sich das meist wieder aus, da die Wächter schon so platziert wurden, dass sie in der Regel häufiger passiert werden.

Fazit:

Als ich erstmals von der Idee zu diesem Spiel hörte, hatte ich mir mehr Abwechslung erhofft, eine wirklich neue Spielidee im bekannten Universum, es sollte ja thematisch an das Grundspiel anknüpfen. Dabei dachte ich nicht daran, einfach nur mit neuen Karten in einem anderen Gelände weiter zu laufen. Mit Wettlauf nach El Dorado – Die goldenen Tempel bekommen Besitzer des Vorgängers also vor allem „more of the same“. Das kann für Liebhaber des Spiels genau richtig sein, denen Wettlauf nach El Dorado, trotz diverser Optionen die Spielplanteile unterschiedlich anzuordnen, zu eintönig geworden ist. Die Spiele können sogar kombiniert werden, auch die bereits erschienene Erweiterung kann dazu genommen werden. Damit entsteht ein Kartenpool aus dem vor einer Partie gewählt werden kann, so richtig große Unterschiede gibt es bei den Kartenfunktionen aber nicht wirklich.

Ich mag Wettlauf nach El Dorado, daher mag ich auch das ähnliche Spielgefühl hierbei. Die neue Variante gefällt mir vielleicht sogar einen Tick besser, auch wenn es schwierig zu beurteilen ist, ob es einfach am neuen Reiz liegt oder es auch dauerhaft so bleibt. Ich mag vor allem, dass die Wege hier weniger strikt vorgegeben sind, die Spieler können sich zeitweise gut aus dem Weg gehen. Da aber jeder Spieler zu allen Tempeln muss, kreuzen sich die Wege dann irgendwann doch. In meinen Augen wird das Spielende interessanter, da es undurchsichtiger ist, wer aktuell führt. Die neue Kartenart kann die Spieler ein wenig ausbremsen, da nun jeweils eines der vier Symbole, auf den weiterhin nur vier Handkarten zu Beginn eines Zuges, benötigt wird. Da kann es passier, dass kaum ein sinnvoller Zug möglich ist. Für dieses Fall gibt es nun die Möglichkeit gar keine Aktion auszuführen und eine Münze zu erhalten. Mit den Münzen wird es einfacher höherwertige Karten zu erwerben, sie blähen das Deck vor allem nicht auf. Die Begrenzung auf drei und die Gefahr, alle zu verlieren, üben einen gewissen Druck aus sie nicht zu lange zu horten. Insgesamt finde ich diese Variante auch etwas interaktiver, das geschieht durch die Wächter und die neuen Barrikaden, die Mitspieler belohnen. Der Spieler bekommt mit der Barrikade einen Vorteil für einen eventuellen Gleichstand bei Spielende, dafür werden die Mitspieler während des Spiels belohnt. Für mich führt dies alles zu einer gelungenen Weiterentwicklung.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Ravensburger
Autor(en): Reiner Knizia
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 45 Minuten

Vielen Dank an Ravensburger für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

Ähnliche Artikel:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.