Pegasus Pressetag

Brettgeschichte Logo

Logo / Foto: Brettspielpoesie

Heute geht meine Essen-Vorschau weiter mit den Pegasus-Neuheiten zur Spiel’17. Am vergangenen Wochenende waren wir im Heimatort des Verlags, in Friedberg und neben einer kurzen Führung über das gesamte Verlagsgelände inkl. Lager gab es jede Menge Spiele zu sehen und zu spielen. Vor 24 Jahren begann alles mit einem kleinen Spieleladen in der Friedberger Innenstadt, kommendes Jahr wird großes Jubiläum gefeiert. Viel hat sich in dieser Zeit getan, denn aus dem Spieleladen wurde ein erfolgreicher Verlag, der neben der Umsetzung eigener Spielideen auch noch viele weitere Titel anderer Verlage im Programm hat. Zwar wird hier am Standort nicht produziert, doch die Spiele kommen aus den Produktionsstätten an und werden bis zum Versand gelagert. Auffällig waren die vielen blauen Schachteln, welche das Spiel des Jahres von 2014 beinhalten: Camel Up. Und bald werden es sicher genauso viele rote Schachteln mit Kingdomino, dem aktuellen Preisträger. Raum und Pläne für einen Anbau sind bereits vorhanden. Vielleicht ist ja bei den Neuheiten auch schon ein Kandidat für das kommende Spiel des Jahres dabei!?

— Achtung! Teilweise ist auf den Bildern das Material von Prototypen zu sehen, die Produktionsoptik und -qualität kann sich noch ändern. —

Istanbul Würfelspiel Proto

Istanbul Würfelspiel Protottyp / Foto: Brettspielpoesie

Wie wir den Tag bei Pegasus begonnen haben, soll auch dieser Bericht mit den Familienspielen beginnen. Zum Kennerspiel des Jahres 2012 wird es eine Würfelvariante geben: Istanbul – Das Würfelspiel. Bei solchen Adaptionen bin ich grundsätzlich erst mal skeptisch, doch dieses Spiel wusste sofort zu gefallen. Um zu gewinnen werden Edelsteine benötigt, diese bekommt man für Geld oder Waren. Soweit noch die Verbindung zum großen Bruder, alles andere steht dann doch für sich. Es wird reihum gewürfelt und mit den Ergebnissen zwei Aktionen ausgeführt. Zudem können Würfelergebnisse genutzt werden, um Bonusplättchen zu erhalten, die einem einen bleibenden Bonus verschaffen. Karten bringen einmalige Boni, manches Mal für alle Spieler. Leider konnten wir es nicht zu Ende spielen, denn aufhören viel mir hierbei wirklich schwer. Ich kann es kaum abwarten das fertige Spiel rauf und runter zu spielen.

Port Royal Abenteuer

Port Royal Abenteuer / Foto: Brettspielpoesie

Was danach folgte, hätte ich allerdings auch nur ungerne verpasst. Alexander Pfister bringt nach der Kampagnenerweiterung für Oh my goods! nun auch eine solche für das ältere Spiel, das erstmalig beim österreichischen Spielemuseum erschienen ist: Port Royal – Das Abenteuer beginnt. Und das fesselt ganz schön. Kooperativ oder kompetitiv können die Spieler Piratengeschichten erleben und werden dabei so manches Mal auf die Nase fliegen. Einfach wird es den Spielern dabei nicht gemacht, dafür jede Menge Ehrgeiz erweckt.

Uns wurde noch kurz Koffer packen Extrem und der neue Titel der Brains-Serie von Reiner Knizia vorgestellt – Zaubertrank. Wieder enthält die Schachtel 50 Rätsel mit aufsteigendem Schwierigkeitsgrad. Die Denkaufgabe dabei ist es nun, Plättchen so anzuordnen, dass sie Symbole in bestimmter Anzahl und Ausrichtung zeigen.  Das klingt für mich spannender als das zuletzt von mir gespielte Brains Smiles, bei dem man kleine Pöppel platzieren musste. Bei dem anderen kleinen Spiel will Autor Arve D. Fühler das altbekannte Spielchen „Ich packe meinen Koffer…“ etwas aufpeppen. Dafür gibt es Gegenstands- und Buchstaben-karten, welche den Spielern ein wenig die Richtung vorgeben, was für Gegenstände sie in ihre Koffer packen. Jeder Gegenstand muss zudem mit einem zu einer anderen Karte passenden Adjektiv versehen werden. Ansonsten bleibt alles beim alten: Alle genannten merken und zusammen mit dem eigenen neuen Gegenstand (+ Adjektiv) wiedergeben.

Queendomino Turm

Queendomino Turm / Foto: Brettspielpoesie

Bruno Cathala setzt auf den Erfolg von Kingdomino und hat das Spielprinzip etwas weiter entwickelt. Queendomimo beschert uns nun ein ähnliches Spiel auf einem etwas höheren Niveau. Kombiniert mit dem Grundspiel Kingdomino können nun sogar vier Spieler ein großes Königreich errichten. Es gibt eine neue Landschaftsart, auf der Gebäude mit unterschiedlichen Siegpunktbedingungen errichtet werden. Mit Türmen, Rittern, und sogar einem Drachen wird das Spiel spannend erweitert. Zudem erscheint die bereits in Nürnberg angekündigte Neuauflage von Okiya, einem abstrakten Spiel für zwei Personen. Aufmerksame Leser wissen, dass abstrakte Spiele mich selten begeistern, doch dieses hat es geschafft. Durch geschicktes Platzieren der eigenen Geisha-Karten versucht man eine Reihe oder ein Quadrat mit eigenen Geishas zu erreichen oder den Gegenüber in eine Sackgasse laufen zu lassen.

Bleiben wir doch bei abstrakten Spielen, die mich erstaunlicherweise überzeugen konnten: Bei Michael Kieslings Azul, welches bei Plan B Games erscheint, versuchen die Spieler in mehreren Runden an Steine zu gelangen, die sie bei Rundenende ihrem Mosaik zuführen, um Punkte zu erhalten. Dabei geben aneinander liegende Steine mehr Punkte, wer zu viele Steine aufnimmt wird jedoch bestraft, denn von einem Ort müssen immer alle Steine einer Farbe genommen werden. Hier konnte ich leider nur zusehen, doch ich freue mich tatsächlich darauf es einmal selbst zu spielen.

Neuheiten Eggertspiele 2017

Neuheiten Eggertspiele 2017 / Foto: Brettspielpoesie

Auch Kennerspiele wurden natürlich vorgestellt: Da von Reworld bloß genau ein Prototyp vorhanden war, habe ich nur eine kurze Regelerklärung bekommen und mich dann dem anderen Eggerstpiele-Titel Heaven & Ale gewidmet, der mich auch thematisch mehr anspricht. Es geht nämlich ums Bier brauen, das kam in unserer Partie aber nicht wirklich rüber. Ich bin gespannt, ob die Anleitung es doch noch schafft, die Spieler in diese Welt zu entführen. Das Spielprinzip war recht heraufordernd. Die Spielertableaus zeigen eine Landschaft mit Sonnen- und Schattenseite, in der die Ressourcen gedeihen können – entweder zur eigenen Nutzung oder zum Verkauf, um Geld zu erhalten. Denn das ist ein knappes Gut, so wie eigentlich alles in diesem Spiel. Bei Spielende sollten aber möglichst alle Ressourcen gleich häufig vorhanden sein, denn für das Bier werden nun mal alle Zutaten benötigt. Leider konnten wir es nicht zu Ende spielen, doch der Mechanismus und die Optik wissen schon zu gefallen.

Indian Summer Proto

Indian Summer Proto / Foto: Brettspielpoesie

Besonders gefreut habe ich mich auf Indian Summer, den zweiten Teil der Uwe Rosenberg-Trilogie bei der Edition Spielwiese. Wieder traumhaft schön illustriert puzzlen wir nicht mehr im Garten sondern im Wald. Dort gibt es im Herbst Nüsse, Pilze und Beeren zu finden, die uns Sonderaktionen ermöglichen. Jeder puzzelt auf seinem eigenen Plan, versucht durch geschicktes Platzieren der Puzzle-Teile und vor allem der darin enthaltenen Löcher seinen Plan als Erster zu vollenden. Denn nach der Runde, in der dies ein Spieler schafft, endet die Partie. Die Erstpartie gefiel mir besser als Cottage Garden, eine gelungene Weiterentwicklung. Und anstelle von Katzen können wir nun mit Eichhörnchen kleine Lücken auf dem Plan füllen, die bei mir auf der Niedlichkeitsskala auch etwas weiter vorne liegen 😆

Noria Proto

Noria Proto / Foto: Brettspielpoesie

Während ich mich dieser kommenden Neuheit der Edition Spielwiese widmete, schaute sich Micha mit einer anderen Gruppe Noria an. Dies wird der erste Titel der Autorin Sophia Wagner, die 2015 den Spiel des Jahres Förderpreis gewonnen hat. Das Feedback lautete: Ein sehr interessantes Spiel durch den innovativen Mechanismus und das bei erstaunlich geringer Downtime, für solch ein komplexes Spiel. Optisch spricht es mich auch direkt an, ich freue mich schon darauf es selbst ausprobieren zu können.

Anschließend flüchtete meine Gruppe noch für eine Runde auf die verfluchte Insel, die uns Whats your Game!? diesen Herbst präsentiert. In ungewöhnlich kleiner Form kommt Loot Island daher, bei dem die Spieler Karten auslegen, um an erfolgreichen Schatzsuchen teilzunehmen und die größte Beute zu machen. Durch Sammelkarteneffekte kann man dabei ordentlich Punkte machen, darf sich aber zuvor nicht zu viele Flüche einhandeln. Nach einer Runde schwer einzuschätzen, aber mich konnte es nicht sofort überzeugen.

Was ich mir nicht näher angesehen habe, weil es für mich eh ein automatischer Kauf sein wird, ist die neue Familienvariante von Munchkin mit dem Untertitel Grimme Mären! Zudem kam gerade vor kurzem die Mitteilung über Facebook, dass auch die deutsche Version von Munchkin Shakespeare es nach Essen schaffen wird, endlich wieder ein „richtiges“ Munchkin-Spiel und keine abgespeckte Familien-Version mit weniger Karten für weniger Spieler. Dazu gibt es endlich wieder Booster, drei an der Zahl, mit jeweils 30 Karten zu Kätzchen, Hunden und Hipster. Und wer schon lange nicht mehr weiß, wohin mit den ganzen Munchkin-Karten, der kann die drei unterschiedlichen Munchkin Monster-Boxen erwerben. Und auch die ganz kleinen werden weiter zu Munchkin-Fans heran gezüchtet, mit Munchkin im Wunderland gibt es eine neue Kinderspiel-Variante, angelehnt an Alice im Wunderland.

Jetzt aber genug über Munchkin, kann ja nicht jeder solch ein Liebhaber davon sein, wie ich 😉 Auch wenn wir recht früh am Abend die Heimreise antreten mussten, hat sich die lange Fahrt gelohnt. Der Pegasus Pressetag war super organisiert und hat viel Spaß gemacht. Es waren so viele tolle Menschen da, dass man gar nicht genug Zeit hatte mit allen ausreichend ins Gespräch zu kommen. Doch wir sehen uns ja schon bald in Essen alle wieder. Ich hoffe ich konnte euch einen interessanten Überblick geben, einen Besuch am Stand von Pegasus Spiele kann ich nur empfehlen.

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Ein Gedanke zu “Pegasus Pressetag

  1. Das ist ein guter und informativer Bericht.

    Würden Sie mir einen Gefallen tun? Bitte entfernen Sie das Leerzeichen zwischen Presse und Tag; es muss Pressetag heißen. Danke! 🙂

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