Plan B für Einsteiger?

Cover / Foto: Brettspielpoesie
Cover / Foto: Brettspielpoesie

Es gibt Spiele, die kennt eigentlich jeder, auch Personen, die sich nur selten mit Spielen beschäftigen. Ich habe noch nie erlebt, dass ich jemandem Kniffel oder Memory erklären musste, diese Begriffe sind einfach überall bekannt. Solche Spiele sind auch überall erhältlich. Doch unter Brettspielern sind diese Spieler eher weniger beliebt. Weil sie sich nicht frisch anfühlen, weil die Mechanismen überholt erscheinen. Dennoch scheint die Nachfrage da zu sein, der Mensch kauft eben gerne, was er kennt. Oft fehlt die Bereitschaft sich neue Regeln zu erarbeiten, bei bekannten Spielen ist das nicht notwendig. Und wer moderne Brettspiele nicht kennt, weiß eben auch nicht was er verpasst. Warum also nicht mit etwas ködern, dass sich so ähnlich spielt, aber dennoch einen eigenen Kniff bereit hält, der es frischer wirken lässt. Ich habe mir einige solcher Spiele angeschaut, die aktuell erschienen sind und möchte euch diese nun vorstellen.

Nova Luna

Cover / Foto: Pegasus

Während der Mond seine Kreise zieht,
wird bei Nova Luna um den Sieg gespielt.
Beim Plättchen legen wird sich zeigen,
wer zuerst los wird, seine Scheiben.
Die Wahl der Plättchen nicht einfach ist,
es kann dauern bis Du wieder am Zuge bist.
Ob Plättchen in gelb, blau, türkis oder rot,
nimm einfach das, welches sich besonders lohnt.
Nur wer wählt mit Geschick und Bedacht,
wird der Spieler sein, der am Ende lacht.

3 Spiele – 1 Mechanismus: Flip’n’Write (Puzzle)

Flip'n'Write Cover
Cover / Foto: Brettspielpoesie

Leider habe ich keine Rückmeldung erhalten, ob euch diese neue Rubrik auf Brettspielpoesie gefällt, daher mache ich einfach erstmal weiter damit ;-) Ich habe einige Spiele hier, die ich euch gerne vorstellen möchte, zu denen es aber im Detail gar nicht so viel zu schreiben gibt. Außerdem haben sie untereinander große Ähnlichkeiten, sodass ich mich entschieden habe sie euch gemeinsam vorzustellen. Ich hoffe, dass dies auch in eurem Sinne ist, da ihr dann einen direkten Vergleich bekommt, der euch bei eurer Kaufentscheidung vielleicht helfen kann.

03.12.2018 – Spring Meadow

Zwischen den Blumen sieht man viele Tatzen,
im Cottage Garden von den vielen Katzen.
Später wurde im Goldenen Herbst spaziert,
dabei Pilze, Nüsse oder Eichhörnchen platziert.
Nun kommen Murmeltiere nach dem Schnee,
heraus zwischen allerlei Pflanzen und Klee.
Dort wurde nun wieder ein Schneemann entdeckt,
als wurde der Winter erneut aufgeweckt.

Spring Meadow

Spring Meadow Cover
Cover / Foto: Pegasus Spiele

In der Brettspielszene eine Trilogie anzukündigen ist schon gewagt. Besonders für einen Verlag, der sich gerade erst gegründet hat. Doch das hat die Edition Spielwiese aus Berlin nicht davon abgeschreckt, mit ihrer Erstveröffentlichung den Start einer Puzzle-Trilogie anzukündigen. Immerhin haben sie mit Uwe Rosenberg dafür einen erfahrenen und beliebten Autoren an Bord, der bekannt ist seine grundlegenden Mechanismen immer und immer wieder in ein etwas anderes Licht zu rücken. Auch die optische und thematische Einbindung passt dazu. Es begann mit Cottage Garden im Sommer, ging bei Indian Summer in einem Herbstwald über und endet nun auf einer verschneiten Wiese, die vom Frühling überrascht wird. Im Film oder in Büchern zeichnet sich eine Trilogie vor allem dadurch aus, dass die Geschichte zu Ende erzählt wird. Eine Geschichte gibt es hierbei nicht wirklich, also was zeichnet diese Trilogie aus?

Noria

Noria Cover
Cover / Foto: Pegasus Spiele

Der Begriff Noria ist keine Wortschöpfung der Autorin oder des Verlags, so wurden früher Wasserschöpfräder benannt. Diese in Gewässern installierten Räder drehen sich um die eigene Achse und befüllen dabei Wasserkübel, die sich am obersten Punkt in ein Wasserbecken entleeren. Und Räder sind zentrales Element in diesem Erstlingswerk von Sophia Wagner, Gewinnern des Spieleautoren-Stipendium des Spiel des Jahres-Vereins im Jahr 2015. Schon dort ist sie mit einem Spiel angetreten, bei dem der sogenannte Wheelbuilding-Mechanismus zum Einsatz kam. Die Räder in dem heute betrachteten Spiel schöpfen allerdings kein Wasser, sie dienen der Aktionsauswahl und zugleich der Aktionslimitierung für die Spieler. Noria ist zudem der Name der fiktiven Welt, die diesem Spiel zu Grunde liegt.

Nimble

Nimble Cover
Cover / Foto: Edition Spielwiese

Nimble ist ein reales, englisches Wort und bedeutet übersetzt in etwa flink, wendig, beweglich, geschickt. All diese Eigenschaften sind bei einer Partie Nimble hilfreich. Autor Peter Jürgensen hat in Nürnberg verraten, dass die Idee des Spiels durch eines seiner liebsten Videospiele entstanden ist, auch wenn beide nicht annähernd vergleichbar wären. Doch eines haben sie beide gemein: Den sogenannten Tunnel, in den man während des Spielens gerät. Denn fängt man in einer Partie Nimble erst an nachzudenken, verhakt man sich ganz schnell und verliert den Anschluss. Am besten schaltet man das Hirn einfach aus und agiert. Es sind zum Meistern des Spiels ganz andere Qualitäten von Nöten.

Indian Summer

Indian Summer Cover
Cover / Foto: Brettspielpoesie

Es ist ein schöner Tag im goldenen Herbst, der uns zu einem Waldspaziergang einlädt. Schnell den Rucksack gepackt und die Wanderschuhe angezogen genießen wir den Spaziergang, vorbei an den vielen in grün, orange und rot leuchtenden Bäumen. Die bunten Blätter fallen von den Bäumen und bedecken langsam den Waldboden. Diese Blätterhaufen nutzen die heimischen Tiere um ihr Winterquartier einzurichten. Dabei sammeln sie Pilze, Beeren und Nüsse, um gut durch den Winter zu kommen. Und schon sind wir mittendrin in einer Partie Indian Summer, dem Nachfolge-Spiel zu Cottage Garden. Anspruchsvoller als der Vorgänger, eher für Vielspieler würde angepriesen. Doch hält es auch was versprochen wurde?

24.12.2017 – Cottage Garden

Kaum ist das eine Jahr vorbei,
findet man auch schon das erste Osterei,
im Supermarkt in den Regalen,
zu Ostern werden sie kaum noch etwas haben.
Auch der Weihnachtsmann bereits an Ostern denkt,
der Osterhase dank ihm schon bald durch die Gärten rennt.

Mehr Spielecafés braucht das Land

Brettgeschichte Logo
Logo / Foto: Brettspielpoesie

Sollte ich irgendwann mal im Lotto gewinnen, würde ich mir gerne den Traum von einem eigenen Brettspielcafé erfüllen. Denn in Braunschweig gibt es weder einen richtig guten Laden, in dem Spiele erworben werden können, noch eine Lokalität, wo gespielt und ausgeliehen werden kann. Ja, es gibt eine kleine Eckkneipe im Uni-Viertel, wo man zum Spielen hingehen kann und sie haben auch das ein oder andere speckige Tabu oder Wizard vorrätig. Aber es gibt keinen Ort, wo all dies zusammen kommt. Einen Ort, zu dem man gerne geht, um Leute zu treffen, Spiele zu spielen und den einen oder anderen Titel für zu Hause zu erwerben.