First Contact

Cover / Foto: Huch!

Schon früh in Zeichen gesprochen,
haben die Ägypter vor vielen Epochen.
Was wäre wohl geschehen,
hätten sie damals Aliens gesehen?
Wären sie locker geblieben,
hätten versucht zu kommunizieren?
Wir werden das wohl nie erfahren,
doch können wir es mit First Contact wagen,
uns ohne gesprochene Worte zu verstehen,
lassen eine gemeinsame Zeichensprache entstehen.

 

Spielmaterial:

In der Schachtel befindet sich allerhand Material für die Aliens und die Ägypter, welche in diesem Spiel verkörpert werden. Jeder Ägypter erhält ein Set aus einer Notiztafel, einer Wahltafel und einem Sichtschirm, alles in gelb/orange gehalten. Die Anordnung der Begriffe auf den Notiztafeln unterscheidet sich, das erschwert ein (unbemerktes) voneinander abschauen, wenn zufällig mal etwas hinter dem Sichtschirm des Mitspielers zu erkennen ist. Das blaue Spielmaterial ist für den oder die Aliens: Zwölf Sprachtafeln und ebenso viele Auftragskarten mit den Wünschen von bis zu drei Alienspielern. Davon wird pro Partie jeweils nur eine eingesetzt. Die große Schreibtafel wird gemeinsam verwendet, dafür wird auch nur ein gemeinsamer Sichtschirm benötigt. Die 75 Gunstzeichen gibt es in den drei Alien-Farben blau, grün und rot. Außerdem sind fünf abwischbare Stifte und sechzig Objektkarten enthalten.

Spielmechanismus:

25 Bildkarten werden in der Spielmitte bereit gelegt. Diese sollen den Spielern, die sich in Ägypter und Aliens aufteilen, dabei helfen, eine gemeinsame Sprache zu entwickeln. Dazu wählen die Ägypter nacheinander bis zu fünf Bildkarten, zu denen sie gerne ein Zeichen der Aliens erhalten möchten.

First Contact Objektauslage / Foto: Brettspielpoesie

Zum Beispiel fünf Tiere, in der Hoffnung das Zeichen für „lebendig“ gezeigt zu bekommen. Das Wort „Tier“ steht den Aliens als Begriff nicht zur Verfügung, aber vielleicht haben die Aliens dabei an „Essen“ gedacht und dieses Zeichen gezeigt. Die Ägypter machen sich Notizen zu den Symbolen, die sie gezeigt bekommen, denn anschließend versuchen die Aliens nach Geschenken zu fragen. Jeder Alien darf eines oder mehrere Symbolen notieren, um an ein Geschenk in seiner Farbe zu gelangen.

First Contact Alien / Foto: Brettspielpoesie

Diese Zugehörigkeiten zeigt eine Auftragskarte an, die nur den Aliens bekannt ist. Der Spielaufbau erinnert ein wenig an Codenames, mit diesen kryptischen Auftragskarten und den 25 Objekten in der Mitte.

First Contact Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Die Ägypter versuchen die Symbole des Aliens zu interpretieren und wählen geheim einen Gegegnstand aus der Mitte und bieten diesen dem Alien an. Ist der gesuchte Begriff dabei, wird dies markiert und der Spieler erhält einen Gunstmarker. War es nicht der gesuchte Begriff, aber dennoch einer, der diesem Alien zugeordnet ist: Glück gehabt, es passiert genau das gleiche. Ist es jedoch ein Begriff eines anderen Aliens oder ein neutraler Begriff, passiert nichts. Nachdem jeder Ägypter und jedes Alien einen Zug durchgeführt hat, beginnt die folgende Runde.

First Contact Ägypter / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Gelingt es einem Alien, je nach Variante, drei oder fünf seiner Wunschobjekte zu erhalten, endet die Partie. Unter den Aliens gewinnt dieser Spieler, unter den Ägyptern derjenige mit den meisten Gunstzeichen. Bei Gleichstand entscheidet das bessere Verständnis der Sprache mit einem Vergleich der Symbole und ihrer (vermeintlichen) Bedeutungen. Auch ohne Gleichstand ist dieser Vergleich immer sehr interessant, da kann auch noch lange drüber diskutiert werden. Es tut auch einfach gut, in dieser Phase die gesamte Partie durchzusprechen, nachdem während der Partie kaum gesprochen wird.

Spieleranzahl:

Gespielt werden kann mit 2 – 7 Spielern. In der Anleitung selbst werden Spielerzahlen von 4 oder 5 Spielern als besonders empfehlenswert hervor gehoben. Wir hatten aber sogar zu zweit und zu dritt Spaß mit First Contact, was für ein solches Kommunikationsspiel ungewöhnlich ist. Das Grundprinzip bleibt auch bei der kooperativen Variante zu zweit: Das Alien möchte sieben Dinge vom Ägypter bekommen, dafür stehen bis zu neun Runden zur Verfügung. Wie bei Codenames, gibt es Objekte, die dann nicht gewählt werden sollten, da sie die Rundenanzahl minimieren. Die Anzahl gesammelter Wunschobjekte verrät den Spielern wie gut sie abgeschnitten haben. Um bei mehreren Aliens den Startspielervorteil auszugleichen, bekommen die Spieler später an der Reihe mehr Geschenke zur Auswahl, von denen sie zum Sieg aber ebenso viele benötigen wie die anderen Aliens.

Glücksfaktor?

Es ist schon sehr zufällig, welche Objekte gemeinsam ausliegen und wie gut häufig vertretene Elemente zu den gesuchten Objekten passen. Liegen viele Tiere aus und ein Alien benötigt mehrere Tiere, stehen die Chancen gut, diese schnell zusammen zu bekommen. Es ist in unseren Partien auch häufig vorgekommen, dass zufällig von den Ägyptern unterschiedliche Objekte angeboten wurden, die beide von diesem Alien gesucht werden. Dann ist das Spielende bei drei Objekten schon nicht mehr weit entfernt. Von daher spielen wir es lieber mit jeweils fünf gesuchten Objekten.

Meinung:

Der Spielverlauf selbst ist keineswegs kompliziert, der Einstieg aber schon. Wie auch schon bei Decrypto oder Letter Jam ist es nicht ganz einfach den Spielablauf zu vermitteln, häufig ergibt sich ein Grundverständnis davon erst im Laufe der ersten Partie. Durch die immer wieder zufällig generierte Auslage verschiedener Objektkarten  und die Vielzahl an Alientafeln mit unterschiedlicher Zuordnung von Symbolen zu Worten wird viel Varianz suggeriert, doch leider gibt es zu bestimmten Kategorien einfach zu viele passende Objekte (z.B. Tiere, wertvoll, lebendig), zu anderen nur wenige (flüssig, Wissen). Es werden auf den Alientafeln auch immer nur dieselben Begriffe verwendet, da wäre sicherlich noch mehr Variationspotential vorhanden gewesen.

First Contact erinnert thematisch sehr an den Film The Arrival: Aliens sind in einem Raumschiff gelandet, die Bewohner wollen nun versuchen mit ihnen zu kommunizieren und entwickeln dazu eine gemeinsames Symbolverständnis. Dabei kommt es zwangsläufig zu Missverständnissen. Und genau solche Missverständnisse führen bei First Contact zu witzigen Situationen. Umso besser sich die Spieler aufeinander einstellen, desto seltener tauchen sie auf, was sich ein wenig auf den Spielspaß auswirkt.

Fazit:

First Contact ist nicht einfach nur ein weiteres Wortspiel auf dem Markt, es kann sich in seinem Genre durchaus behaupten, auch wenn es nicht ganz an bekannte Vertreter wie zum Beispiel Codenames heran kommt und dieses daher auch sicherlich nicht ersetzen wird. Wenn die Spieler es erst einmal verstanden haben, sind die meisten Partien dann aber doch recht witzig, vor allem wenn es zu Missverständnissen kommt.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Huch!
Autor(en): Damir Khousnatdinov
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 2 – 7 Spieler
Dauer: 45 Minuten

Vielen Dank an Huch! für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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