Queen Games Pressetag 2018

Brettgeschichte Logo

Logo / Foto: Brettspielpoesie

Letztes Jahr hatte der Bonner Verlag Queen Games erstmalig seinen Erklärertag auch für die Presse geöffnet. Das geschah relativ spontan, sodass nur wenige Blogger davon wussten und den Termin einplanen konnten. Dort gab es neben super leckerem indischen Essen vom Chef persönlich mit Luxor und Pioneers sogar zwei Spiele zu spielen, die später von der Spiel des Jahres Jury nominiert bzw. empfohlen wurden. Also gleich zwei gute Gründe für mich auch in diesem Jahr wieder wen weiten Weg auf mich zu nehmen. Und so ging es vergangenen Sonntag wieder um kurz nach 5 Uhr für mich los.

Die Hinfahrt verlief komplett entspannt, die Autobahnen waren frei. Ich konnte auch drei ausgiebige Pausen machen, traf dennoch just in time kurz vor 10 Uhr am Veranstaltungsort ein. Da im Vorfeld schon diverse Blogger ihre Anreise verkündeten, war ich etwas besorgt, dass es sehr kuschelig werden könne. Doch in diesem Jahr hat man Erklärer und Presse getrennt eingeladen, sodass wir an acht Tischen entspannt spielen und manche Erklärer gleich ihre am Vortag erlernten Kenntnisse anwenden konnten.

So traf ich direkt bei Ankunft auf viele bekannte Gesichter, hier und da gab es erste Möglichkeiten sich auszutauschen. Viele habe ich ja seit der letzten Spiel in Essen nicht mehr gesehen. Auch vom Beeple Netzwerk waren einige Blogger vor Ort, doch ich wollte heute gerne neue Bekanntschaften machen. Ich traf die beiden von der Brettspielerunde und zum Spielen bildete ich nach der Begrüßung durch Ulrich Fonrobert eine Gruppe mit Andreas und Alexej von den Boardgamemonkeys und Matthias von der Bretterburg.

Franchise Spielsituation

Spielsituation – PROTOTYP! / Foto: Brettspielpoesie

Wir machten uns gleich über das diesjährige Vielspielerspiel Franchise (Christwart Konrad) her, welches bereits in Nürnberg angekündigt wurde. Dabei handelt es sich um eine Neuauflage des 1998 bei Goldsieber erschienen Spiels Pfeffersäcke. Doch statt in deutschen Städten Kontore zu eröffnen, wollen wir nun in den USA Filialen unserer Franchise-Unternehmen errichten. Zug für Zug können wir uns in angrenzende Städte ausbreiten, die Wege dazwischen sind unterschiedlich teuer. In Städten, in denen wir bereits Filialen besitzen können wir günstig weitere Filialen errichten, doch verringert dies unser Einkommen in der nächsten Runde. Siegpunkte gibt es aber hauptsächlich für Mehrheiten in den größeren Orten. Daher sind wir durchgehend in der Zwickmühle unser Einkommen zu optimieren, aber dennoch stark vertreten zu sein. Zusätzlich zu den Mehrheitenwertungen der Städte kommt es zu Mehrheitenwertungen der Gebiete sobald sie komplett besetzt wurden, sind acht davon abgerechnet, endet die Partie. Der Grafikstil der 60er Jahre gefällt mir, der Spielplan wirkt auf den ersten Blick jedoch abschreckend bunt. Im Spiel hat es mich jedoch kaum gestört, man gewöhnt sich schnell daran und hat den Überblick. Ich habe mich in unserer Partie komplett abhängen lassen, hatte keine Chance mehr um den Sieg mitzuspielen, aber habe Lust auf mehr bekommen. Ich möchte meine Fehler der Erstpartie ausmerzen und schauen, welche Möglichkeiten dieses Spiel noch bietet. Es macht also Lust auf mehr, obwohl ich nicht ganz verstehe, wieso die doch sehr unterschiedlichen Franchise-Unternehmen zueinander in Konkurrenz stehen, mehrere Unternehmen der gleichen Branche hätte ich passender empfunden.

Skylands Spielsituation

Spielsituation – PROTOTYP! / Foto: Brettspielpoesie

Bis zum Essen blieb noch etwas Zeit, die wir nutzen um Skylands (Shun & Aya Taguchi) kennen zu lernen. Genau genommen handelt es sich hierbei auch um eine Neuauflage, das das Spielprinzip 2013 bereits als The King of Frontier erschienen ist, allerdings ausschließlich in einer japanischen Version. Auch hier ist die Optik sicherlich Geschmackssache, mir gefällt sie. Den Spielern stehen nur vier verschiedene Aktionen zur Verfügung, mit denen sie Inseln auf ihren eigenen Tableaus errichten, Arbeiter einstellen, um Ressourcen abzubauen, die sie wiederum in neue Inselplättchen oder Siegpunkte umwandeln können. Der Aktionsauswahlmechanismus ist hier das interessante, denn der aktive Spieler wählt eine Aktion für alle Spieler, er selbst erhält dafür einen Bonus. In der folgenden Runde muss er selbst eine andere Aktion auswählen als zuvor, dafür können seine Mitspieler die gleiche Aktion wählen. Es gibt drei Ereignisse, welche das Spiel beenden können, bei uns endeten beide Partien durch den Verbrauch der Siegpunkte. In der zweiten Partie gelang es mir bereits dies einzuplanen und mit meinem letzten Zug noch die Siegpunkte zu maximieren, bevor das Spielende ausgelöst wurde.

Die Spielertableaus zeigen zwei unterschiedliche Seiten für ein Einsteigerspiel und eine fortgeschrittene Variante, wir haben beide ausprobiert. Ich bevorzuge letztere, da dabei die zu erwerbenden Spezialplättchen wertvoller sind und das Spiel taktischer und etwas anspruchsvoller wird. Mit dieser Variante bin ich sehr gespannt auf weitere Partien und den Wiederspielreiz nach einigen Partien.

Bastille Spielsituation

Spielsituation – PROTOTYP! / Foto: Brettspielpoesie

Nachdem wir uns die Mägen mit den indischen Köstlichkeiten voll geschlagen haben, blieb ich zur Überbrückung des Suppenkomas auf der Terrasse an der frischen Luft. Bis ich von Ulrich darauf aufmerksam gemacht wurde, dass meine Truppe gerne die Bastille (Christoph Behre) erstürmen möchte und seit geraumer Zeit auf mich wartet, also schloss mich den Jungs gerne wieder an. Die Spieler setzen in diesem Workerplacementspiel ihre Wappen in den sieben Aktionsbereichen ein, wer die höhere Zahl spielt oder früher gesetzt hat, bekommt eine etwas bessere Aktion. Nachdem alle Spieler ihre drei Wappen eingesetzt haben, die zu Beginn die Werte 1,1 und 2 zeigen, werden die Aktionen in Reihenfolge des Spielplans abgehandelt. Die Wappen können aufgewertet, Personen angeheuert und Waffen beschafft werden. Eigentlich möchte man überall mitmachen, doch wie so oft geht das nicht und man muss hier und da Prioritäten setzen. Es gibt ein Zufallselement, bei dem Würfel in einen Beutel geworfen und später gezogen werden. Zu Beginn hatte ich einige Aktionen darauf verwendet, um bei der Zwischenwertung nach vier Runden nicht ein einziges Mal gezogen zu werden. Ich mag sowas einfach nicht!

Alle Spieler beginnen die Partie mit einem Auftrag, für den nur sie bei Spielende Punkte erhalten, sollten sie die Vorgabe erfüllen. Diese beziehen sich auf die ausgespielten Personenkarten, jeder Auftrag existiert zwei Mal, über eine Aktion können weitere Aufträge beschafft werden. Nach weiteren vier Runden wird bereits die große Endwertung durchgeführt. Nun sollten alle Personen bewaffnet sein, denn ohne Waffen die Bastille zu erstürmen wäre extrem leichtsinnig und wird mit Minuspunkten bestraft. Bei der gewählten Thematik hätte ich ein kooperatives Abenteuer erwartet, dass wir um den Sturm auf die Bastille konkurrieren, wirkt erst einmal unpassend, auch wenn einige Elemente durchaus passen erscheinen. Auch bei diesem Spiel habe ich am Ende leider nicht mehr um den Sieg mitgespielt. Im Gegensatz zu Franchise übte es aber auch nicht diesen Reiz aus, es erneut probieren zu wollen. Vielleicht war ich auch einfach schon zu lange wach und nicht mehr fit genug im Kopf.

Die hier erwähnten Spiele waren alle noch im Prototypenstatus, da sie sich noch in der Produktion befinden. Bei Bastille werden den Spielern die Farben der Tricolore neben schwarz zur Verfügung stehen, die gelbe Figur, die auf dem Foto zu sehen ist, wird durch eine weiße Figur ersetzt. Nur ein Titel war bereits produziert, dabei handelt es sich ebenfalls um eine Neuauflage. Raubritter aus dem Jahre 2005 hat ein neues Gewand bekommen und spielt nun als Expedition Luxor in der Welt von Luxor. Ich habe das Spiel mitgenommen, werde es mir in der nächsten Zeit ansehen und berichten. Gleiches gilt für die Queenies, die es zu Luxor auf der Spiel geben wird. Auch zu den anderen Spielen wird es mehrere Queenies für noch mehr Varianz geben. Ebenfalls vor Ort gab es die erste Erweiterung zu Merlin zu sehen, für mich war es nun aber an der Zeit den Heimweg anzutreten. Leider habe ich auch versäumt davon Fotos zu machen. Aber ich bin mir sicher, dass ich sie nochmal zu sehen und hoffentlich auch irgendwann zu spielen bekommen werde.

Es war wieder eine gelungene Veranstaltung und ich bin froh den Weg auf mich genommen zu haben. Leider war gar nicht genügend Zeit mit allen Anwesenden zu spielen, geschweige denn ausgiebig zu plaudern. Aber schon bald sehen wir uns hoffentlich alle wieder, die Spiel rückt immer näher. Vielen Dank an Queen Games für das tolle Ambiente und die leckere Verpflegung!

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