Ein letzter Blick zurück

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Zum Jahresende sind Rückblicke sehr beliebt. Ich habe mir meine letztjährigen Rückblicke angeschaut und festgestellt, dass ich eigentlich nicht viel neues sagen kann. Ich war auf den selben Pressetagen (Corax Games, Queen Games, Kosmos, Pegasus) vor der Messe, wie im vergangenen Jahr, ich war wieder bei der SdJ-Verleihung und einigen  örtlichen Spieleveranstaltungen (BS spielt!, BerlinCon, Stadt – Land – Spielt, Spiel mit den Löwen), von denen ich bereits berichtet habe. Ich könnte jetzt auf die Gewinner der Brettspielpreise (Spiel des Jahres, Deutscher Spielepreis, Beeple Award, etc.) eingehen, aber dazu findet ihr ebenfalls bereits Berichte auf diesem Blog (einfach den Verlinkungen folgen). Daher möchte ich die Chance nutzen, nun zurückzublicken auf Spiele, die ich zukünftig wohl nicht mehr auf den Spieltisch bekommen werden, weil sie in den Partien mit unseren Gruppen einfach nicht ankamen. Ein letzter Blick zurück, bevor ich im neuen Jahr voll und ganz anderen Spielen widmen kann.

Ein kleines Kartenspiel für genau zwei Personen ist bei Boardgamecircus unter dem Titel To War! erschienen, es hatte seine Premiere zur BerlinCon im Sommer. Enthalten sind vier Kartensets, die sogenannten militärischen Einheiten. Pro Partie werden zwei davon verwendet, zwei Spieler können sich damit gegenseitig zum Kampf auffordern. Es entsteht eine Kartenauslage von 3 mal vier Karten, jeweils die Hälfte gehört zu einem Spieler. Jede Karte hat einen Angriffs- und einen Stärkewert. Wer am Zug ist spielt eine Karte an „sein“ Ende der Auslage und bewegt die verdrängte Karte entsprechend ihres Bewegungspfeils. Das wird solange gemacht, bis man auf eine gegnerische Karte trifft, die angegriffen wird. Dabei werden die Werte verglichen, die unterlegene Karte kommt aus dem Spiel. Bei Gleichstand werden beide Karten entfernt. Der Zug endet auch, wenn die eigene Karte auf eine dadurch entstandene Lücke gelangt. Es gewinnt, wer nach dem Ausspielen aller Karten die meisten Einheiten ausliegen hat, bei Gleichstand gewinnt der Spieler mit den besseren Einheiten. Das Spiel kann aber auch früher enden, wenn ein Spieler es schafft eine seiner Karten auf der Seite des Gegenspielers heraus zu bewegen. Dies ist ein ziemlich abstraktes Spiel,  mit unterschiedlich zusammen gesetzten Einheiten, bei dem viel im Vorfeld überlegt werden muss oder das Spiel ist schnell verloren. Das ist leider überhaupt nicht meine Art von Spiel. Und die Grafik holt mich auch so gar nicht ab, daher entstand leider kein Interesse an weiteren Partien.

Eine der diesjährigen Neuheiten des österreichischen Verlags Rudy Games ist Lost Galaxy. Natürlich ein Spiel mit App-Unterstützung, dem Grundkonzept dieses Verlages. Auf der Schachtel wird beworben, loszuspielen ohne Regeln zu lesen. Ja, das stimmt, es ist nämlich gar keine schriftliche Anleitung enthalten, aber es stimmt nur teilweise, denn die Regeln muss man natürlich trotzdem erlernen und dafür zunächst lesen. Nur eben in der App und nicht einfach auf Papier. Der große Nachteil daran: Es gib derzeit keine Möglichkeit Regeldetails während einer Partie nachzulesen. Man müsste dann die laufende Partie beenden und das Tutorial erneut beginnen, das nervt. Das Spiel selbst ist ein schnelles Kartenablegespiel, es fühlt sich fast ein wenig wie Ligretto an, nur das hier nicht alle gleichzeitig spielen. Statt Zahlenkarten haben wir hier Planetenkarten, die ausgespielt werden, um am Ende mit Raumschiffen die Bewohner zu evakuieren, bevor die Sonne explodiert. Diese wird in der App angezeigt, eine Runde endet mit ihrer Explosion. In der derzeitigen Version hatten wir wenig Spaß damit. Die App soll zwar noch angepasst werden, aber das Spiel selbst bietet für unseren Geschmack einfach zu wenig.

3×8 ist eines der neuen, kleinen Kartenspiele im Programm von Amigo Spiele. Es erinnerte mich auf den ersten Blick an Krass kariert aus dem vergangenen Jahr, mit dem wir immer wieder Spaß haben. Leider trifft dies kaum auf 3×8 zu. Der Titel beschreibt die zentrale Aufgabe: Drei mal acht Karten in einer aufsteigenden Reihe auszulegen führt zum Sieg. Dabei dürfen immer nur Karten einer Farbe gemeinsam ausgelegt werden, jeweils zehn Karten tragen die selbe Farbe. Nach dem Auslegen dürfen Teile einer Kartenreihe noch unter bestimmten Voraussetzungen verschoben werden, so wird versucht schneller als die Mitspieler das Spiel zu beenden. Die Mitspieler können gewissen Zahlenbereiche bei den Mitspielern blockieren, wenn sie eine entsprechende Karte ausspielen. Das alles wirkt recht uninspiriert, es kommen nicht wirklich Emotionen dabei auf. Von uns gibt es dafür leider keine Empfehlung.

Aus England erreichte uns Schwindelmeister, ein Spiel von Gamely Games. Das Spielprinzip erinnert an das von Agent Undercover, es wurde hier jedoch nur unzureichend umgesetzt. Die Karten zeigen keine Orte, an denen sich die Spieler befinden. Stattdessen sind zu unzähligen Kategorien einige Begriffe aufgeführt, die man mit einer Geste vorführen soll. Auf der Karte des Schwindelmeisters steht jedoch in jeder Zeile nur Schwindelmeister, er muss also versuchen eine Geste auszuführen, die zu den anderen passen könnte, um nicht entlarvt zu werden. Wie gut ihm das gelingen kann, hängt oft von der Spielerreihenfolge ab. Ein zufälliger Spieler beginnt nämlich mit einer Geste sobald er eine hat und dann muss reihum jeder eine folgen lassen. Ist der Schwindelmeister der folgende Spieler, hat er es schwieriger, als wenn erst alle anderen folgen und der Schwindelmeister mehr Anhaltspunkte bekommt. Zu den meisten Begriffen war es meist recht schwer mehr als die eine, eindeutige Geste zu finden. Vielleicht stellen wir uns dabei auch einfach zu blöd an, aber in unseren Gruppen konnte es nicht zünden. Dann bleiben wir lieber beim bewährten Agent Undercover.

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