Stadt Land Spielt! 2018

Brettgeschichte Logo

Logo / Foto: Brettspielpoesie

Auch in diesem Jahr zog es uns am zweiten September-Wochenende wieder in die Bibliothek unserer Stadt, dem schönen Braunschweig. Erneut haben dortige Mitarbeiter, gemeinsam mit vielen Spieleerklärern des Norddeutsche Spielekultur e.V., dazu aufgerufen aktuelle und ältere Spiele kennen zu lernen und zu spielen.  Das ganze lief im Rahmen des Events Stadt-Land-Spielt!, welches an diesem Wochenende in Deutschland, Österreich und erstmals auch der Schweiz an verschiedenen Standorten angeboten wurde.Von 10 – 20 Uhr konnte man sich dieses Jahr am Samstag dort einfinden. Die gemeinsame Spieleauswahl der beiden Veranstalter gefiel mir insgesamt besser, als im vergangenen Jahr. Wieder gab es der Zielgruppe entsprechend hauptsächlich Familien- und Kinderspiele, doch stand dieses Mal auch das eine oder andere Kenner- bzw. Expertenspiel bereit.

Eigentlich hatten wir gehofft auch wieder einige Freunde mit ihren Kindern anzutreffen, doch leider kam überall etwas dazwischen. So begannen wir den Tag mit einer Partie Altiplano zu zweit, der aktuelle Titel von Rainer Stockhausen war bisher ein unbeschriebenes Blatt bei uns. Und dass, obwohl ich großer Orléans-Fan bin. Bei beiden Spielen werden Plättchen erworben, die im weiteren Spielverlauf in den Beutel gelangen und wieder daraus gezogen werden können. Doch ist Altiplano noch ein Stück weit verkopfter als der Vorgänger. Während die Plättchen bei Orléans eher Mittel zum Zweck sind, werden sie bei Altiplano direkt mit Siegpunkten belohnt. Im Spiel werden mit ihnen Aktionen auf dem eigenen Tableau ausgelöst, zusätzlich muss sich die eigene Figur an entsprechenden Orten befinden. Um die Auswahl im Beutel überschaubar zu halten, können die Waren für zusätzliche Siegpunkte eingelagert oder für einen Auftrag abgegeben werden. Sie gelangen auch nicht direkt nach Erwerb in den Beutel, sondern erst wenn alle Plättchen daraus gezogen wurden. Uns sind noch einige Anfänger-Fehler passiert, man kann sich leicht verrennen, doch gerne würde ich das Spiel in weiteren Partien näher erkunden. Es schien recht gut zu skalieren, positiv fiel ebenfalls auf, dass es im Grundspiel bereits für bis zu fünf Spieler angelegt ist. Als Ersatz für Orléans kann ich es mir nach diesem Ersteindruck nicht vorstellen, als Ergänzung aber durchaus.

Altiplano Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Bereits im Vorfeld hatte ich Autor Stefan Malz kontaktiert, ob er denn den Prototypen der dlp Games Neuheit Valparaiso, die er mit seinem Sohn Louis gemeinsam entwickelt hat, mitbringen würde. Zur Mittagszeit verließ er die Veranstaltung kurz und so blieb uns noch eine gute Stunde, die wir mit kurzweiligen Spielen füllen wollten. Beim BeepleWE hatten wir nur zugesehen, heute wollte ich selbst mal Geister, Spinnen und den Abenteurer durch Räume schütteln. Bei einer Partie Panic Mansion schloss sich ein weiterer Mitspieler an, der uns von vorherigen Veranstaltungen bereits bekannt war. Falls er dies hier liest, möchte ich Kendrik an dieser Stelle grüßen, es macht immer wieder Spaß mit Dir zusammen zu spielen! In der ersten Partie mit Einführungsregeln gelang es mir kaum überhaupt Punkte zu holen. Doch in der zweiten Partie hatte ich langsam den Dreh raus und konnte eine Runde nach der nächsten gewinnen. Es ist ein witziges Geschicklichkeitsspiel, welches ich jederzeit mitspielen würde, aber nicht selber benötige. Gleiches gilt für Drop it!, dem ich nach der blamablen Partie in Berlin noch eine weitere Chance geben wollte. Es lief besser, aber es bleibt einfach nicht mein Spiel. Ich denke aber es hat Potenzial als Gateway-Spiel, da es einfach immer Blicke auf sich zieht, wenn es bei einer solchen Veranstaltung auf dem Tisch landet. Wir kamen auch gar nicht dazu, es zurück auf den Tisch der Ausleihe zu stellen, es wurde von den nächsten Spielwilligen direkt abgefangen.

Valparaiso Spielsituation

Spielsituation (Nicht finaler Prototyp!) / Foto: Brettspielpoesie

Nun ging es an den Prototypen von Valparaíso. In der titelgebenden, chilenischen Hafenstadt wollen die Spieler Rohstoffe aus dem Hinterland nach Übersee verschiffen, um schnell Siegpunkte zu sammeln. Dafür stehen allen Spielern zu Beginn die gleichen acht Aktionskarten zur Verfügung, alle planen ihre Züge geheim, die sie dann reihum ausführen. Bei den meisten Aktionen ist der Zeitpunkt wichtig, da der Ertrag von den Mitspielern beeinflusst werden kann. Wer eine Aktion vorziehen möchte, kann dies tun, doch kostet das. Und falls eine geplante Aktion gar nicht mehr lohnenswert erscheint, bietet jede Karte eine schwächere Ersatzaktion. So stehen die Spieler im Wettbewerb um die Marktaktionen, Bauplätze und die zusätzlichen Aktionskarten auf hoher See, welche zusätzliche oder verbesserte Aktionen bieten. Eine Partie endet nach der Runde, in der ein Spieler 18 Siegpunkte erreicht. Durch die Schlusswertung können die anderen aber noch vorbeiziehen. Interessant ist auch die Sanduhr, die nach wenigen Partien hinzugenommen werden kann, um Grüblern entgegen zu wirken und schnelle Spieler belohnt. Die Grafik ist von Michael Menzel und sehr schön anzusehen, ich freue mich auf diese Veröffentlichung.

Valparaiso Spielertableau

Spielertableau (Nicht finaler Prototyp!) / Foto: Brettspielpoesie

Viel Zeit blieb nicht mehr, daher griffen wir noch zu zwei kurzen Spielen, die schon etwas länger auf dem Markt sind. Der Name des Autors Klaus-Jürgen Wrede, seines Zeichens erfolgreicher Autor von Carcassonne, brachte uns zu dem Spiel Mistkäfer. Doch dieses Würfelspiel ist für unseren Geschmack zu glückslastig. Mit Würfeln gelangt man an die Siegpunktchips, die entweder Kleeblätter oder Misthaufen zeigen. Gespielt wird solange bis ein Spieler eine bestimmte Anzahl erlangt hat. Das letzte Spiel des Tages wurde Bummelbahn, die deutsche Version des englischen Originals Isle of Trains, erschienen beim Zoch Verlag. Die Karten können auf verschiedene Weise verwendet werden, um den Zug zu erweitern bzw. zu verbessern, ein Gebäude zu errichten, einen Bau zu bezahlen oder einen Güterwagen zu beladen. Das Spiel endet, sobald eine bestimmte Anzahl an Aufträgen erfüllt wurde, dazu müssen bestimmte Waren ausgeliefert werden. Pro Zug sind zwei Aktionen erlaubt, wenn ich jedoch einen Waggon eines Mitspielers belade, kann ich an Zusatzaktionen gelangen, erleichtere ihm damit wiederum das Erfüllen von Aufträgen, ein interessanter Kniff.

Auch Ostia Spiele war wie gewohnt vor Ort und hatte Prototypen dabei, so zum Beispiel eine Version von Viroid mit aktualisiertem Spielmaterial, wie zum Beispiel diesen Spielertableaus. Für eine weitere Partie war jedoch keine Zeit.

Viroid Spielertableau

Spielertableau / Foto: Brettspielpoesie

Und so endete dieser verspielte Tag für uns, wieder hat es uns sehr gefallen. Die Räumlichkeiten in Braunschweig waren stets gut gefüllt, es beglückt mich so viele Menschen an einem Ort freudig spielen zu sehen. Die für die Aktion extra zusammen gestellten Sonderdrucke enthielten in diesem Jahr leider keine Promos, sondern nur Schnupperversionen bekannter Spiele und wieder etwas Spielmaterial aus Holz. Das ist für Promo-Jäger wie uns zwar sehr schade, doch für die Zielgruppe, die mit dieser Veranstaltung erreicht werden soll, ist es vermutlich gut geeignet, da sie gleich darauf losspielen und möglicherweise Neues kennen lernen können. Dennoch gebe ich die Hoffnung nicht auf, im nächsten Jahr vielleicht wieder eine gelungene Mischung aus beidem vorzufinden ;-)

Stadt Land Spielt! BS 2018

Stadt Land Spielt! BS 2018 / Foto: Brettspielpoesie

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