Star Wars: Outer Rim

Cover / Foto: Asmodee

Als Gesetzlose durch den Weltraum streifen,
Schulden nicht immer sofort begleichen,
Fracht verschiffen, Aufträge erledigen,
auch mal gegen eine Patrouille siegen,
Kontakte knüpfen, um eure Crew anzuheuern,
euer Ruf kann so manchen Konflikt befeuern.
Noch viel mehr kann euch passieren,
beim Star Wars: Outer Rim spielen.
Mit einem guten Schiff und einer Crew,
verdient ihr schon bald Credits im Nu,
doch nur Prestige bringt euch den Sieg,
am Rande der Galaxie im Sternenkrieg.

Spielmaterial:

Das gesamte Spielmaterial wirkt hochwertig und macht schon was her auf dem Spieltisch. Der Spielplan zeigt den Streifen der Galaxie in einem Halbkreis, mit einigen bekannten Planeten aus dem Star Wars-Universum (Kessel, Tattooine, Naboo, um nur einige zu nennen) sowie den Routen zwischen ihnen. Daneben wird viel Platz für die Karten in den sechs Stapeln der Marktauslage, für die Begegnungskarten zu jeweils zwei Planeten und für die Datenbank benötigt. Jeder Spieler erhält einen der acht Charaktere (Pappaufsteller, Charakterkarte) mit einem Spielertableau und einem Startschiff. Die Spielertableaus biegen sich leider immer ein wenig nach oben, wodurch sie sich schnell mal drehen, wenn man gegen kommt. Mit den Karten die darunter gesteckt werden, kann dies zu einer nervigen Angelegenheit werden. Schadensmarker, Patrouillen, Credits sind als Stanzteile enthalten. Die sechs besonderen Würfel zeigen neben leeren Seiten drei verschiedene Symbole. Wie von Fantasy Flight Games gewohnt, ist das Inlay wenig hilfreich, es nimmt in der Schachtel unheimlich viel Platz weg und lässt nur wenig Raum für das Spielmaterial.

SW Outer Rim Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielmechanismus:

Alle Spieler wollen sich einen Namen im Outer Rim machen, es gewinnt wer zuerst ausreichend Prestige sammeln konnte. Auf welchem Weg dies geschieht ist ganz egal, es sollte nur schneller gelingen als bei den Mitspielern. Die Charaktere mit ihren Startkarten geben lediglich eine Richtung vor, in welche sich der jeweilige Charakter leicht entwickeln kann. So hat jeder Charakter und jedes Schiff ein Ziel, welches einmalig bei der Erfüllung Prestige einbringt. Das Schiff lässt sich anschließend austauschen, um ein neues Ziel zu erhalten. Doch auch das Abliefern von illegaler Fracht, das Erledigen von Jobs oder Kopfgeldaufträgen, gewonnene Kämpfe und bestimmte Luxusgüter verleihen Prestige.

SW Outer Rim Galaxie / Foto: Brettspielpoesie

Oft muss für die Erfüllung ein bestimmter Planet erreicht werden, die Spieler reisen also häufig zwischen den Planeten hin und her, wobei sie von den Patrouillen gestoppt werden können. Da hilft es einen guten Ruf beim Imperium, den Rebellen, den Hutts oder den Syndikaten zu haben. Bei vielen Aktionen entscheiden zudem die Würfel über das Gelingen, jedoch können die Spieler ihre Crew und ihr Schiff verbessern, um sich weniger auf das Würfelglück verlassen zu müssen. Die Spieler selbst ignorieren sich weitestgehend, lediglich wenn ein Spieler eine gesuchte Person an Bord hat, für die ein anderer ein Kopfgeldauftrag erhalten hat, können sie sich direkt in die Quere kommen.

SW Outer Rim Spielertableau

Spielende:

Sobald ein Spieler ausreichend Prestige gesammelt hat, endet die Partie sofort mit Sieg dieses Spielers. Im Standardspiel sind das 10 Prestige, für das Einsteigerspiel reicht weniger, für ein längeres Spiel können sich die Spieler auf ein höheres Ziel einigen.

Spieleranzahl:

Zu zweit funktioniert das Spiel grundsätzlich schon, wir empfanden es mit drei oder Vier Spielern aber interessanter, da sich die Spieler dann einfach ein wenig mehr in die Quere kommen. Auch wenn sich das hauptsächlich durch die Bewegung der Patrouillen oder das Wegschnappen von Marktkarten auswirkt. Auch alleine kann man den Outer Rim erkunden, dafür ist ein spezielles Automa-Deck enthalten, welches ich allerdings nicht ausprobiert habe.

Glücksfaktor?

Der Glücksfaktor ist recht hoch, da vieles über die Würfel entschieden wird. Manch einem Spieler gelingt alles beim ersten Versuch, andere brauchen mehrere Züge um eine Karte abzuhandeln, dessen Ertrag von den Würfeln abhängt. Das kann ein wenig frustrieren. Auf der anderen Seite ist das Spiel auch deswegen sehr zugänglich, da eben vieles vom Zufall entschieden wird und die Spieler einfach drauf los spielen können. Bei den Kopfgeldaufträgen müssen die gesuchten Personen gefunden werden, diese sind zwar in drei Kategorien unterteilt, zu Beginn tappt man auf der Suche nach einer bestimmten Person jedoch sehr im Dunkeln. Mit Glück findet man sie direkt beim ersten Versuch, mit Pech hält sie sich am anderen Ende Galaxy auf.

Meinung:

Bereits vor der SPIEL’19 in Essen hatte ich meinen Ersteindruck verfasst, dieser hat sich weiter bestätigt. Mit Star Wars Outer Rim lassen sich auch Spielemuffel zu einer Partie überzeugen, es reicht zumeist ein gewisses Interesse am Star Wars-Universum. Zwar gibt es zu Beginn einige Detailregeln, die geklärt werden müssen, dennoch kann recht fix drauf los gespielt werden. Allerdings bietet es wenig Raum für strategische Spieler, da einfach viel vom Zufall bestimmt wird.

Die Angabe von 120 – 180 Minuten haben wir in unseren Partien auch immer benötigt, selbst in den Anfängerpartien, in denen weniger Prestige gesammelt werden muss. Das fühlte sich oft etwas zu lang an, da die Züge selbst dann doch immer recht ähnlich verlaufen: Umher fliegen, Aktionen ausführen, auf dem Markt einkaufen und eine Begegnung ausführen. Durch die fehlende Interaktion können die Spieler ihre nächsten Züge gut im voraus planen, beginnen sie damit jedoch erst kurz bevor sie dran sind, kommt eine gewisse Downtime auf.

Es gibt hier keine vorgegebene Geschichte zu erleben, jedes Spiel schreibt seine eigenen Geschichten. Da spielt auch hinein, wie sehr sich die Spieler darauf einlassen und ihren Charakter mit Leben füllen. Es wird viel Spielraum dafür gelassen, so können sie Spieler auch frei verhandeln, um sich schnell mit Credits zu bereichern, doch ob sie ihre Versprechen einhalten, bleibt abzuwarten. Obwohl dies in unseren Partien gar nicht so häufig genutzt wurde, hatten wir immer Spaß im Outer Rim unterwegs zu sein. Die Charaktere und Kontakte stammen aus allen drei Trilogien, sodass jeder nach seinen Vorlieben in Bezug auf die Star Wars-Saga fündig werden sollte. Die Charaktere und Schiffe bieten verschiedene Möglichkeiten an Prestige zu gelangen, es macht Spaß mit ihnen speziellen Fähigkeiten herum zu probieren. Die Datenbankkarten gibt es oft in mehrfacher Ausführung, was verhindert, dass in bestimmten Situationen immer das gleiche passiert. Allerdings sind insgesamt doch zu wenige Markt- und Begegnungskarten enthalten, um über viele Partien zu überraschen. Irgendwann hat man alles schon mal erlebt, was den Spielreiz etwas sinken lässt. Hier offenbart sich Potenzial für Erweiterungen, wie bei so vielen Spielern von Fantasy Flight Games ;-)

Fazit:

Trotz des hohen Glücksanteils und der etwas zu langen Spielzeit, macht mir als Star Wars Fan dieses Spiel einfach Spaß. Vor allem gelingt es uns damit auch weniger spielaffine Menschen zum Spielen zu bringen. Leider wiederholen sich die Karten schnell, sodass es nach einigen Partien doch sehr wiederholend wird.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Fantasy Flight Games / Vertrieb: Asmodee
Autor(en): Corey Konieczka, Tony Fanchi
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 1 – 4 Spieler
Dauer: 120 – 180 Minuten

Vielen Dank an Asmodee für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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