#BG2GETHER – Juli 2021

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Im Juni bin ich mit Christian von Spielstil, Christian von Prett & Pad sowie Pam & Michael von der Brettspielgarde mit der Aktion #BG2GETHER gestartet, einen Monat später geht es heute mit einer neuen Frage weiter. Es hat sich mit den Hausis auch ein weiterer Blogs dazu gesellt, sodass es hoffentlich noch diversere Antworten gibt. Ich musste dieses Mal sehr viel länger überlegen, welche Antwort ich geben soll. Von daher bin ich extrem gespannt auf die anderen Antworten auf folgende Frage:

Welcher Mechanismus ist deiner Meinung nach überflüssig? 

Überflüssig ist so ein unschönes Wort. Kein Mechanismus ist wirklich überflüssig, denn solange es irgendwo auch nur einen Spieler gibt, der ihn mag, hat jeder Mechanismus seine Daseinsberechtigung. So wie es zu jedem Topf ein Deckelchen gibt, existiert auch für jeden Spieler ein passendes Spiel, ob man es wahr haben möchte oder auch nicht ;)

Aber mir persönlich muss nicht alles gefallen. Es ist nicht unbedingt ein ganzes Spielprinzip, aber durchaus ein Mechanismus, der mich in Spielen immer mal wieder stört. Nämlich der “Aufholmechanismus”, auch “Catch Up”-Mechanismus bezeichnet. Also ein Mechanismus in Spielen, der die Spieler mit den wenigsten Punkten bevorteilt oder den Führenden ausbremst, um die zurück liegenden Spielern nicht völlig abzuhängen.

Ich verstehe, warum er besonders in Familienspielen immer wieder eingebaut wird. Damit keiner abgeschlagen zurück fällt und dadurch den Spaß verliert, weil er irgendwann keinerlei Chancen mehr sieht, den Sieg zu erreichen. Bei schnellen Spielen mit kurzen Partien ist dies nicht erforderlich, da wird einfach eine Revanche eingelegt. Doch bei längeren Partien kann es frustrieren, den Anschluss zu verlieren und den Sieg in immer weiterer Entfernung vor Augen zu haben.

Ambitionierte Spieler stört hingegen, Spieler für ihre bisherige, nicht optimale Leistung zu belohnen. Diese ungünstige Situation haben sie ja meist selbst zu verschulden. Warum also denjenigen bestrafen, dessen Strategie besser funktioniert? Derjenige, der vielleicht die klügeren Entscheidungen getroffen hat. Wer einfach nicht ideal spielt, der sollte dafür zur Belohnung nicht auch noch gewinnen. Und das sage ich als jemand, der meist einige Partien benötigt, um ein Spiel und dessen Optionen komplett zu erfassen und entsprechend die ersten Partien eher verliert. Natürlich enttäuscht jede Niederlage ein wenig, aber ich lerne dabei auch ganz viel für folgende Partien. Ich bin mir nicht sicher, ob der Lerneffekt derselbe wäre, wenn ich mit etwas Glück durch einen sehr belohnenden Ausholmechanismus trotz diverser Fehler gewinnen könnte.

Im schlimmsten Fall führt ein ungerechter Aufholmechanismus dazu, das anfänglich niemand vorne liegen möchte. Lieber immer knapp hinter dem Führenden bleiben, um mit den Belohnungen gestärkt den Endspurt anzutreten. Beispielsweise bei Isle of Skye, wo hinten liegende Spieler mehr Einkommen erhalten. Bei Cubitos ist es nicht unüblich, dass Spieler bewusst Bewegungsschritte auslassen, um das Übertreten der nächsten roten Linie und damit einen zusätzlichen Würfel für alle zurückliegenden zu verhindern. Solche “Geschenke” fühlen sich schnell unfair an.

In diesem Zusammenhang erschließt sich mir auch nicht komplett, wieso in manchen Spielen verschiedene Durchgänge, in denen exakt dasselbe geschieht, unterschiedlich belohnt werden, wie bei Grimms Maskerade. Klar, so haben auch Verlierer der ersten Durchgänge noch immer eine Chance auf den Gesamtsieg, aber die frühen Gewinner bekommen das Gefühl sie hätten weniger geleistet. Obwohl das ja gar nicht stimmt, die Belohnung ist nur eine andere. Natürlich können Sie einfach auch die späteren Durchgänge noch gewinnen, um dem zu entgehen ;).

Um mit etwas Positivem abzuschließen: Manche Spiele schaffen es durch ihren Spielmechanismus selbst für einen gewissen Ausgleich zu sorgen. Zum Beispiel bei Dominion, wo die Siegpunktkarten im Deck zugleich die Kartenhand schwächen, weil sie im Spiel selbst keinen Mehrwert bieten, sondern auf der Hand nur stören. Hat Jemand schon viele Punktekarten gesammelt, wird es für diesen Spieler schwerer die erforderlichen Karten gemeinsam auf die Hand zu bekommen, um weitere Punktekarten zu erwerben und lässt den Mitspielenden in der Zwischenzeit die Chance mit ihren Karten erfolgreich zu sein.

Gleiches gilt, wenn jemand der schon viel aufgebaut hat, für die Kosten aufkommen muss. Nahrung, um seine Arbeiter zu ernähren oder Steuern für errichtete Gebäude. Da diese Fortschritte in der Regel Vorteile im Spielverlauf mit sich bringen, kann erwartet werden, dafür entsprechend aufzukommen, während weniger Ausbauten/Arbeiter/etc. auch weniger Kosten verursachen. Das ergibt in der Regel auch thematisch Sinn, es belohnt oder bestraft nicht aufgrund der aktuellen Punktesituation.

Die Antworten der anderen Teilnehmer, findet ihr auf den jeweiligen Kanälen, wenn ihr diesen Verlinkungen folgt:

Brett & Pad (Text)

Brettspielgarde (Video)

Die Hausis (Video)

Spielstil (Text)

Nun würde mich noch interessieren, ob es denn einen Mechanismus gibt, der eurer Meinung nach überflüssig ist? Schreibt mir gerne in die Kommentare oder beantwortet die Frage in den sozialen Medien mit dem Hashtag #BG2GETHER.

Ihr seid Content Creator im Brettspielbereich und möchtet an der #BG2GETHER Aktion mitmachen? Schickt einfach eine kurze Mail an Christian@Spielstil.net.

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3 Antworten auf „#BG2GETHER – Juli 2021“

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