#BeepleWE 2019

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Logo / Foto: Brettspielpoesie

Nach dem tollen Wochenende im vergangenen Jahr, verabredeten sich auch am vergangenen Wochenende zu Pfingsten die meisten Beeple-Mitglieder zu einem Spielewochenende in der Rhön. Viele hatten gleich die gesamte Familie dabei. In diesem Jahr hatten wir den großen Festsaal gemietet, wodurch das Spielen getrennt von der Nahrungsaufnahme ablaufen konnte und ein Spiel während der Mahlzeiten einfach für später aufgebaut bleiben konnte.

Als wir am Samstagvormittag eintrafen, waren alle bereits in ihre Partien vertieft. Wir schnappten uns daher Calavera, um uns ein wenig locker einzuwürfeln. Bei diesem Roll’n’Write-Spiel wollen die Spieler viele Kreuze in den vier Farbreihen machen, aber auch nicht zu viele. Wer seine Kreuze nicht rechtzeitig einfriert, bekommt weniger Punkte oder sogar welche abgezogen. Auch im Zug der Mitspieler sind alle eingebunden, wird nämlich ein Totenkopf gewürfelt dürfen auch die Mitspieler eine vom aktiven Spieler nicht gewählte Farbe nutzen. Als aktiver Spieler kann zwei mal nachgewürfelt werden, doch Totenköpfe bleiben. Bei drei oder mehr davon verliert der aktive Spieler die Option selber einzutragen. Das ist mir gleich mit dem ersten Wurf passiert, das war etwas frustrierend. Vielleicht hatte ich einfach einen schlechten Tag, aber an diesem Tag hat Calavera bei mir einfach nicht punkten können.

Es folgte die längste Partie des Tages, Western Legends kam zu fünft auf den Tisch. Die Spieler sind dabei Cowboys, die um sogenannte „Legendary Points“ wetteifern. Dabei können sie gesetzestreue Männer bleiben oder auch als gesuchter Bandit ihr Unwesen treiben. Mit Pokerspielen, Goldsuche, Viehtreiben oder dem Überfallen der Mitspieler gelangen die Spieler an Geld und Ruhm, die Spieler können völlig frei entscheiden auf welcher Seite sie stehen und mit welchen Möglichkeiten sie ans Ziel gelangen.

Western Legends Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Mit den Spielen von iello habe ich mich in letzter Zeit etwas schwer getan. Sie sind immer wunderschön anzuschauen, doch leider konnten nur wenige auch spielerisch überzeugen. Schon bei der ersten Vorstellung von Legendary Forests konnte ich nicht erkennen, was dieses Spiel besonders machen soll. Und leider kann ich das nach der ersten Partie auch nicht beantworten. Wie bei Karuba legen alle Spieler immer die gleichen Plättchen an, manche Plättchen sorgen für die Platzierung der punktebringenden Bäume. Das ist schon alles und das ist mir leider zu wenig.

Mit Hadara und Downforce spielten wir auch bereits bekannte Spiele, es muss ja nicht immer nur der brandneue, heiße Scheiß sein ;-) Die Gruppe wurde langsam immer größer, was die Spieleauswahl erschwerte. Dadurch kam ich in den Genuss MUTABO zu spielen. Dieses Spiel von 3 Hasen in der Abendsonne ähnelt dem Spiel Stille Post Extrem, nur mit dem Unterschied das hier auf Papier geschrieben/gemalt wird, und es dadurch auf ewig für die Nachwelt festgehalten wird. Das Prinzip ist sicherlich bekannt: Ausgehend von einem Satz muss der folgende Spieler diesen bildlich wiedergeben, der nächste Spieler bildet daraus wieder einen Satz, den der kommende Spieler wieder zeichnen muss, etc. Am Ende schauen sich die Spieler die Kunstwerke an und prüfen, wie viel nach dem „Stille Post“-Prinzip wirklich vom Ursprung erhalten bleiben konnte. Auch später am Abend wurde wieder gemalt, bei A fake artist goes to New York malen sie Spieler gemeinsam an einem Bild, das Thema ist vorgegeben. Und alle kennen dieses Thema, bis auf einen Spieler. Der versucht mit seinen Strichen nicht aufzufallen und seine Unkenntnis zu vertuschen. Gelingt es ihm nicht, kann er sich noch retten, indem er den gesuchten Begriff heraus findet. Ich war leider in der ersten Runde direkt der falsche Künstler und bin auch direkt aufgefallen. Auch hier hapert es ein wenig an meinen künstlerischen Fähigkeiten, dennoch hatte das Spiel seine witzigen Momente und in größer Runde könnte ich mir vorstellen es erneut zu spielen.

Detective Club Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Mit Muse und Detective Club hatten wir an diesem Wochenende zwei recht ähnliche Spiele auf dem Tisch, die beide vor allem durch ihre Karten mit detailliert zauberhaften Bildern bestechen. Bei Muse wird in zwei Teams gespielt, die sich gegenseitig herausfordernde Aufgaben stellen. Zum Beispiel eine Karte mit nur einem Geräusch, einer Handbewegung oder einem Kleidungsstück zu beschrieben. Zuvor wird jedoch geschaut, welche Karte beschrieben werden soll, möglichst eine mit Ähnlichkeiten zu anderen Karten, die hinzugemischt werden, bevor das Team raten darf. Bei Detective Club geht es auch um Ähnlichkeiten auf den Karten, doch wissen hier alle bis auf einen Spieler Bescheid. Der bekommt anstelle des gesuchten Begriffs nämlich nur einen leeren Block und versucht anhand der ausliegenden Karten der anderen Spieler passende Karten zu legen, um nicht aufzufallen. Auch Spiele wie Tempel des Schreckens, Word Slam oder das Kneipenquiz kamen an diesem Wochenende zum Einsatz. Alles gute Spiele für größere Gruppen, von denen ich schon häufiger berichtet habe und es mir daher an dieser Stelle ersparen kann.

Nach einer kurzen Nacht legten wir direkt nach dem Frühstück los, uns Hongkong bei Stromausfall zu widmen. Das neue Spiel von Alexander Pfister, Blackout: Hong Kong kombiniert geschickt verschiedene Mechanismen. Es ist dabei recht umfangreich und nicht gerade leicht zu erlernen, was sich beim ersten Blick auf die Spielertableaus direkt offenbart. Dort kann man sich an den acht einzelnen Phasen einer jeden Runde entlang hangeln. Würfel geben in jeder Runde die zur Verfügung stehenden Ressourcen vor, Aktionskarten werden an den zur Verfügung stehenden Kartenslots (Mombasa lässt grüßen) platziert, mit deren Hilfe die Spieler Ressourcen erhalten, um damit Ziele zu erfüllen. Das Thema ist dabei komplett aufgesetzt, die Spieler versuchen zwar offiziell Bereiche Hong Kongs abzusichern, aber im Endeffekt setzt man nur seine Steinchen auf den Spielplan. Wir haben die Partie nach dem Frühstück begonnen und waren zum Mittag noch nicht durch. Sicherlich geht das irgendwann schneller, wenn alle die Regeln kennen und nicht mehr so viel nachgelesen werden muss, aber wirklich motiviert wäre ich zu weiteren Partien zu viert nicht. Zu dritt, oder besser noch zu zweit hätte ich aber durchaus Interesse weiter herum zu probieren.

Ursuppe Spielsituation / Foto; Brettpielpoesie

Nachdem es immer wieder von Matthias Nagy positiv erwähnt wurde, spielte ich auch meine erste Partie Ursuppe. Ein Spiel, welches in der damaligen Zeit sicherlich heraus stechen konnte, aus heutiger Sicht würde man aber doch einiges anders machen. Die Spieler sind dabei Amöben, die in der Ursuppe schwimmen. Sie schwimmen grundsätzlich mit dem Strom, wollen Nahrung fressen, scheiden diese wieder aus, vermehren sich und bekommen Gene hinzu, die ihnen Fähigkeiten verleihen. Außer die Intelligenz, die ist einfach nur nutzlos.

Ursuppe Intelligenz / Foto: Brettspielpoesie

Andere Gene erlauben es z.B: sich weiter zu bewegen, auf anderen Wegen an Nahrung zu gelangen oder sogar die Mitspieler anzugreifen. Wie sich schnell offenbarte, ist es hilfreich die Gene und ihre Fähigkeiten zu kennen. Ein Mitspieler war schnell abgeschlagen und hatte schon früh keine Chance mehr bei den Punkten mitzuhalten, dafür lief das Spiel dann doch etwas zu lang. Dennoch bin ich froh es kennen gelernt zu haben, man sollte sich dabei nur unbedingt Augen hält dass dieses Spiel schon über 20 Jahre auf dem Buckel hat.

Pikoko Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Als nächstes gab es eine Partie Pikoko, das fühlt sich an wie eine Mischung aus Wizard und Hanabi. Es ist ein Stichspiel, bei dem Stiche angesagt werden, doch sehen die Spieler ihre eigenen Handkarten nicht. Dafür sehen sie alle anderen und tippen auch zunächst auf die Stiche der Mitspieler, wodurch man auf seine eigenen Möglichkeiten schließen kann. Erinnert sich von meinen Lesern noch jemand daran, wie ich schon öfter schrieb, dass ich keine Stichspiele mag? Bei diesem trifft das leider genau zu. Auch wenn ich die Idee und die Aufmachung mit den Pfaus als Kartenhalter sehr gelungen finde, ist dies einfach kein Spiel nach meinem Geschmack.

Munchkin – Quirlige Köche Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Schon seit längerer Zeit hatte ich den Würfelmagier zu einer Partie Munchkin herausgefordert und entgegen seiner Hoffnungen hatte ich auch das neueste Munchkin Quirlige Köche dabei :-D Da halfen keine Ausreden mehr, der Dungeon wurde geplündert die Monster besiegt und den Mitspielern ordentlich in den Rücken gefallen. Ich muss zugeben, dass ich es sehr viel langatmiger in Erinnerung hatte, die Partie spielte sich eigentlich recht flott.

Tippi Toppi Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Nach den vielen positiven Stimmen der letzten Zeit zu Tippi Toppi, wollte ich diesem Spiel noch eine weitere Chance geben. Zu zweit hatte uns das kooperative Aufgaben Erfüllen bisher nicht überzeugt, heute versuchten wir es zu viert. Das war schon interessanter, es sind dann mehr Karten im Spiel, wodurch sich in der Regel mehr Optionen bieten und weniger Züge verbraucht werden, um einfach nur Karten loszuwerden. Es bleibt natürlich weiterhin eine Glückssache, in welcher Reihenfolge die Aufgaben kommen und wie gut sie sich ergänzen oder sogar direkt erfüllt werden, aber wir hatten Spaß daran.

Auch zu Overbooked habe ich bereits einige positive Stimmen vernommen. Dabei versucht jeder die Plätze seines Flugzeugs möglichst effektiv mit Passagieren zu befüllen und dabei deren Eigenheiten zu beachten, um Punkte zu generieren. Karten geben vor, welche Anforderungen beim Platzieren zu Erfüllen sind. Es kann passieren, das zur Erfüllung dieser Aufgaben Personen wieder aussteigen müssen, das führt natürlich zu Minuspunkten. Die erste Partie mit der Einsteigervariante fühlte sich nicht vollständig an, aber es gibt noch diverse Elemente, die hinzu genommen werden können. Ich hätte Lust es weiter auszuprobieren.

Wieder war es ein gelungenes Wochenende, es ist einfach schön sich mit den ganzen lieben Menschen zu treffen und mal wirklich Zeit und Ruhe zu haben gemeinsam Spiele zu erleben, ohne schon wieder an den folgenden Pressetermin denken zu müssen.

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